Fallstudie

30.01.2007 um 17:25 Uhr

Adel verpflichtet

Ich sehe Licht...

nein nein, keine Sorge, ich liege nicht auf dem Sterbebett und hab auch nicht mit halluzinogenen Drogen experimentiert. Aber ich habe wieder ein wenig Hoffnung. Ich habe ein Vorstellungsgespräch für einen Volontariatsplatz, zum Glück diesmal nicht bei so nem Wirtschafts-Finanzen-"ich bin der Ralf und das ist meine Rolex"-Heini-Blatt, sondern bei einem absolut unseriösen, bunt und geschmacklos aufgemachtem Promi-Klatsch-Königshäuser-Magazin! Ich freu mich!

Ich freu mich wirklich! Schon zu Abitur-Zeiten haben meine Schulfreundinnen mit Nachdruck gesagt: "Also, Wind, wenn du irgendwo richtig aufgehoben bist, dann als Klatschkolumnistin oder als Ratgebertante bei "Die goldene Zwei-Lisa-Tina-Neue-Welt". Das ist einfach mein Ding glaub ich, auch wenn ich diese Hefte nie lese (Wahrheit!!!). Ich hatte trotzdem nie den Ehrgeiz, für den "Spiegel" oder die "Süddeutsche" zu schreiben. Um das, was ich da jeweils so lese selbst zustande zu bringen, bräuchte ich drei schlaflose Nächte und eine nie versagende Inspiration für einen Artikel von fünf Zeilen (naja gut, soo toll sind die nun auch wieder nicht...lasst mir meine Übertreibungen). Außerdem bräuchte ich Ehrgeiz, der mich fast zerfrisst und den absoluten Hang zur Perfektion. Nee, nee.

Da wäre ich bei einer Zeitung ohne diesen Anspruch echt glücklicher. Sagt mir zumindest mein Instinkt. Der Wehrmuthstropfen: die Fahrt. Ich müsste jeden Tag anderthalb Stunden bahnfahren hin, und jeden Tag anderthalb Stunden bahnfahren zurück. Das ist natürlich schon heftig. Aber trotzdem: das wärs wert! Drückt die Daumen, nächsten Dienstag ist Vorstellungsgespräch.