Gut. Nach einem vergleichsweise harten inneren Kampf habe ich mich dazu durchgerungen, einzusehen, dass diese Sache mit Chris vielleicht ein wenig einseitig nieder notiert wurde, vielleicht ein wenig unverständlich bleibt. Ich werde mich also stellen!
Es ist nämlich so: Chris und ich - das ist die unendliche Geschichte, das sind amuröse Verwicklungen in der Endlosschleife. Das fing an, als die Wiedervereinigung mal so gerade eben vollzogen war und setzt sich fort bis in Zeiten, in denen ein bleichgesichtiger Transsexueller mit der Band Tokio Hotel die Massen zum Kreischen bringt. So lange!
Und egal, wie lange wir uns nicht gesehen haben, ob nun einer von uns einen Partner hat oder nicht, ob es Abend ist oder Tag - es ist immer da, dieses seltsame Flirren in der Luft (und zumindest bei mir auch im Bauch). Wir reden selten, wir gucken verstohlen - aber das permanent.
Ja, und? -fragt sich jetzt wohl zu recht der ein oder andere Leser- wieso sollte der Typ jetzt Angst vor dir haben, windkraft?
Nun ja. Als Beispiel für eine Kette an Fehlfunktionen meinerseits mag Folgendes dienen: Wir haben es geschafft, Chris und ich. Nach diesem ständigen Umeinanderher Eiern sitzen wir nachts in einem Auto. Zu Zweit. Keine Clique um uns herum, die ihn mental dazu nötigen könnte, so zu tun, als wüsste er nicht wie ich heiße (Es hätte ja etwas verraten können...). Nur wir zwei. Der Moment rückt näher. Wir sehen uns in die Augen, ein leichtes Grinsen in den Mundwinkeln (ich glaube, wir denken dasselbe: Endlich!) und unsere Lippen bewegen sich langsam aufeinander zu, Zeitlupe, Herzflattern, wir küssen uns. Windkraft löst sich langsam, zieht sich ein Stück zurück, schaut ihn an und sagt etwas ruppig: "Na..., das kannst du aber besser!"
{So hat eben jeder seinen Trick, um gefühlsmäßige Unsicherheit zu überspielen. Chris und ich wählen offensichtlich immer die möglichst schroffste Variante. Trotzdem: jeder, der jetzt über windkraft denken möchte "Du Hornochse!!!", dem sei im Voraus verziehen.}