Fallstudie

28.04.2007 um 22:11 Uhr

Ein ganz Großer

von: windkraft   Kategorie: Die ganz Großen

Also das muss jetzt wirklich mal gesagt werden - viele sind ja der Meinung Dieter Bohlen wäre ein ganz Großer, aber da kann ich nur mitleidig schnauben. Wer ein ganz Großer war, war der Cary Grant! Der war ein ganz Großer!

Schön wie die Sünde mit zweiundachtzig! So ein Gesicht gabs echt nur einmal.

28.04.2007 um 00:51 Uhr

Wir zwei

Was den Sommer andererseits wieder eindeutig erträglich macht, ist ein Abend wie dieser. Mit einer klugen Freundin bei Kerzenschein sitzen, sich über alte Teenager-Tagebücher beömmeln, dazwischen die wirklich tief gehenden Dinge besprechen, Holunder-Limo trinken, sich ungesehen verstehen, schweigend übereinstimmen, sich blickweise liebhaben und anschließend wie befreit nach Hause zu gehen.

PS: Ich bin nicht so gut im hommagieren, aber, Honey, dies soll schon eine sein! ;-)

27.04.2007 um 12:29 Uhr

Choleriker

Ich glaube, wenn ich ein Tier wäre, wäre ich egalwas, aber auf jeden Fall Kaltblüter! Oder was sind das für Tiere, die diese Hitze nicht ertragen?

Ich habe das Gefühl, mein Kreislauf schaltet runter. Ganz runter. Alle Körperfunktionen werden nur noch lebenserhaltend aufrechtgehalten, reichen aber nicht mehr aus, um zu reden, zu laufen, zu essen oder zu lachen. Von Arbeiten redet ja schon eh lange keiner mehr! Mein Kopf ist rot, ich glänze wie ein Speckschwein und statt zu sprechen, puste ich unappetitlich mit den letzten Atemreserven. Und auch diese kleinen Hitzepusteln steigern nicht unbedingt das eigene Attraktivitätsempfinden. Und das Schlimmste ist, dass alle anderen so unheimlich genießen! Kurze Röcke, braune Beine, Sonnenbrillen und neckische Pferdeschwänzchen - so sitzen sie in den Biergärten, heilfroh über den ach so gnädigen Petrus.

Frühling ist ja gut und schön, aber das hier ist ne Unverschämtheit! Unverschämtes Kack Arschloch Wetter!

18.04.2007 um 18:10 Uhr

Kartons

Wenn das Hab und Gut so langsam in Kartons verschwindet und alleine elf davon mit Büchern vollgestopft sind, dann stellt man sich zum fünften mal in seinem Leben für die neue Wohnung eine schöne gediegene altenglische Bibliothek vor, die es natürlich nie geben wird, aber trotzdem kommt dabei endlich mal so etwas wie ein Fünkchen Vorfreude auf. Lindgrün, ich sage nur lindgrün! Das wird super!

17.04.2007 um 12:06 Uhr

Männer und ihre Ängste feat. Frauen und Doofheit

Gut. Nach einem vergleichsweise harten inneren Kampf habe ich mich dazu durchgerungen, einzusehen, dass diese Sache mit Chris vielleicht ein wenig einseitig nieder notiert wurde, vielleicht ein wenig unverständlich bleibt. Ich werde mich also stellen!

Es ist nämlich so: Chris und ich - das ist die unendliche Geschichte, das sind amuröse Verwicklungen in der Endlosschleife. Das fing an, als die Wiedervereinigung mal so gerade eben vollzogen war und setzt sich fort bis in Zeiten, in denen ein bleichgesichtiger Transsexueller mit der Band Tokio Hotel die Massen zum Kreischen bringt. So lange!

Und egal, wie lange wir uns nicht gesehen haben, ob nun einer von uns einen Partner hat oder nicht, ob es Abend ist oder Tag - es ist immer da, dieses seltsame Flirren in der Luft (und zumindest bei mir auch im Bauch). Wir reden selten, wir gucken verstohlen - aber das permanent.

Ja, und? -fragt sich jetzt wohl zu recht der ein oder andere Leser- wieso sollte der Typ jetzt Angst vor dir haben, windkraft?

Nun ja. Als Beispiel für eine Kette an Fehlfunktionen meinerseits mag Folgendes dienen: Wir haben es geschafft, Chris und ich. Nach diesem ständigen Umeinanderher Eiern sitzen wir nachts in einem Auto. Zu Zweit. Keine Clique um uns herum, die ihn mental dazu nötigen könnte, so zu tun, als wüsste er nicht wie ich heiße (Es hätte ja etwas verraten können...). Nur wir zwei. Der Moment rückt näher. Wir sehen uns in die Augen, ein leichtes Grinsen in den Mundwinkeln (ich glaube, wir denken dasselbe: Endlich!) und unsere Lippen bewegen sich langsam aufeinander zu, Zeitlupe, Herzflattern, wir küssen uns. Windkraft löst sich langsam, zieht sich ein Stück zurück, schaut ihn an und sagt etwas ruppig: "Na..., das kannst du aber besser!"

{So hat eben jeder seinen Trick, um gefühlsmäßige Unsicherheit zu überspielen. Chris und ich wählen offensichtlich immer die möglichst schroffste Variante. Trotzdem: jeder, der jetzt über windkraft denken möchte "Du Hornochse!!!", dem sei im Voraus verziehen.}

12.04.2007 um 16:54 Uhr

Männer und ihre Ängste

Jaja, so wird man im Alter. Frau setzt sich hin, schreibt ihre Memoiren und verliert ein paar Seufzer, wenn sie an ihre Jugendliebe denkt...

Meine heißt Chris und hat nie wirklich aufgehört, in meinen Gedanken rumzuspuken. Ein ganz teuflisch schönes Lächeln, eine Reihe perfekter Zahnpasta-Werbung-Zähne und ein mit frechen Grübchen gespicktes Lausbubengrinsen - das wandelnde Klischee eben...

Na gut, was wäre die Welt ohne Haken - er ist, sagen wir mal, ein bisschen doof. Jetzt nicht so strohdoof (wer erinnert sich nicht an den schönen Kalle), sondern eher so gefühlsdoof. Vielleicht sogar, zumindest an schlechten Tagen, sozialgestört.

Ja, und ebenjenen Chris treffe ich beim Osterfeuer. Romantisch, mag da ein wohlgesonnener und optimistischer Geist denken. Schön hätte es sein können. Hätte...

Aber da er eben nicht ganz normal zu sein scheint, spielt er Spielchen. Erheiternde Spielchen. Zum ersten Mal geküsst haben wir uns vor über zwölf Jahren. Und vor zwei Jahren. Und beinahe geküsst haben wir uns mindestens dreimal pro Jahr. Beim Osterfeuer steht die ganze Truppe beisammen. Er und ich und alle alten Freunde und Weggefährten. Er fragt die Runde nach Getränkewünschen, mich nicht, dreht sich weg, besinnt sich im letzten Moment der Blödheit dieser Geste, dreht sich zu mir und fragt: "Hier ... ääh ...(man denke sich an dieser Stelle ein wie-heißt-sie-noch-gleich-Gesicht) windkraft! Was zu trinken?"

Der hat sie doch nicht mehr alle!

 

01.04.2007 um 11:36 Uhr

Haltestelle

Irgendwann wird die Pause zu groß und man fällt in die Blog-Lethargie. Es gibt so viel Neues, so viel Pläne, so viel Zeit - da fängt man gar nicht mehr an zu schreiben, es wird ja doch zu viel.

Was mich an diesem Eintrag besonders geil macht, ist die Hoffnung darauf, dass jetzt wilde Spekulationen beginnen. Ist sie jetzt doch noch mit dem Postmann durchgebrannt? Hat sie Reinhold Messner kennen gelernt und in der Zwischenzeit den Nanga Parbat bezwungen? Schult sie um und wird Pferdemetzger? Hatte sie einen Bus voller Grundschulkinder aus einem reißenden Fluß gerettet und sich dabei alle zehn Finger amputiert? Schreibt sie etwa ein Buch? *räusper* Bitte tut mir den Gefallen und spekuliert ein wenig.

Die Wahrheit ist oft leider soviel langweiliger als die Phantasie. Aber das wird mir jetzt zuviel... *g