Träume sind Schweine
Also dieser Traum ist einfach zu absurd, um ihn im Orbit verschwinden zu lassen:
Ich bin in meiner Lieblingspizzeria. Da, wo ich den dicken Luigi und den lustigen Giovanni persönlich kenne. Dazu gehört ein großer Saal, es wird getanzt, aber noch sind es nur Proben. Ich liege in dem Saal (Auf dem Bauch! Mitten aufm Parkett!), und schwanke zwischen schlafen und dösen, und bekomme meine Augen auch gar nicht wirklich auf, als ich merke, wie eine Hand über meine Beine streicht.
Der Liebste meiner besten Freundin - wie peinlich! Ich tue weiter so als schliefe ich. Herr im Himmel lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Irgendwann lässt er ab, und ich wache langsam auf. Ich hole mein Essen aus der Küche, verabschiede mich mit viel Gelärme und Geknutsche von Luigi und Giovanni, und gehe nach draußen. Dort klingelt mein Handy. Meine beste Freundin, mit brüchiger Stimme: "Er hat eine andere...."
Shit! denke ich, aber ich sage ihr natürlich sofort, sie solle herkommen. Dazwischen habe ich noch kurz Zeit gehabt mit ihrem Liebsten zu reden, und ihn mir ordentlich zur Brust zu nehmen. Die "Andere" ist die gemeinsame Paartherapeutin. Ich frage mich, was sie an ihm findet. Und er an ihr. Aber er tut nur noch ein wenig zerknirscht, als ich ihm eine Gardinenpredigt halte, und steigt dann konsequent zu ihr, einer dicklichen Blonden mit proletarischer Zauselfrisur, ins Auto, das bereits an der Ecke wartet. Ich zeige noch letzte Solidarität und schreie ihn an: "So eine schöne Frau wie ... findest du nie wieder!" Nützte nix. Weg isser.
Und sie ist da. Schon ein paar Meter vor der Hautür kommt sie mir entgegen, mit Kind, Kegel und zwei Leuten, die ich (noch) nicht kenne. Ich nehme meine Freundin und die ganze Bagage mit in den Hausflur. Leider konnten der langhaarige Metaller und der feiste andere Typ aus ihrem Schlepptau nicht lesen, und alle Vier quetschen sich in den Fahrstuhl, der nur für Zwei ausgelegt ist. Er quietscht bedrohlich, und alle bekommen Angst. Ich starte eine halsbrecherische Rettungsaktion, als ich zwischen zwei Stockwerken den Fahrstuhl anhalte. Der Schweiß steht mir schon auf der Stirn und die eben noch verführerisch duftenden Nudeln in meiner weißen Plastiktüte sind längst Matsche. Ich fühle mich ehrlich gesagt jetzt schon ein wenig angestrengt. Endlich oben angekommen verfrachte ich alle ins Wohnzimmer, kriege noch mit, wie das Kind anfängt meine Einrichtung auseinanderzunehmen, und verziehe mich in die Küche. Erstmal was zaubern. Das ist gut für die Seele. (Für ihre oder meine?!)
Doch in der Küche ist schon jemand: Da saust ein wild gewordenes Schwein durch die Gegend, klein, rund und kompakt. Wie ein Medizinball, aber wesentlich beweglicher. Ich versuche das Schwein einzufangen und gleichzeitig von meinen schönen bunten Hippiekleidern zu befreien, in die es sich komplett verheddert hatte, um zu retten was zu retten ist. Ich kriege einen hysterischen Schreikrampf, während ich immer wieder dem herumpesenden Schwein ausweichen muss...
...und wache zum Glück in just diesem Moment auf. Und bin sehr sehr froh, dass die Beziehung meiner Freundin zurzeit erfreulich stabil zu sein scheint. ;-)
