Fallstudie

30.09.2008 um 14:24 Uhr

smog/smoke

Also, ich hätte nie gedacht, dass es schon jetzt so scheiß-schwer sein würde, die Finger von den Kippen zu lassen...

Nur um meine Raucherkarriere mal Revue passieren zu lassen: Begonnen hat das Elend mit 13. Neugier, der Coolness-Faktor und natürlich mein Ansehen in der Clique zu steigern - das waren meine zugegeben erbärmlichen Beweggründe.

Mit 15 hab ich etwa 20 am Tag  geraucht. Mit 20 -äh, nein, nicht etwa 15- sondern 25 bis 30 dieser teuflischen kleinen Stengel. Mit reifen 24 Jahren hab ich dann aufgehört. Jippieh! Toll. Schulterklopfen all überall. Anderthalb Jahre ging das gut, dann meinte mein damaliger Traumprinz mich verlassen zu müssen.

Da bin ich locker aus der Hüfte wieder angefangen. Todessehnsucht, Selbstzerstörungstrieb und Depressionen waren da die Beweggründe. Nicht weniger erbärmlich als damals mit 13 also. Nur, dass ich meine Dosis ganz geschmeidig auf runde 40 Stück am Tag gesteigert habe.

Das Ganze dauerte zweieinhalb Jahre. Meine Stimme näherte sich Joe Cocker an und mein morgendlicher Husten bekam fast schon Beine. Dann hab ich wieder aufgehört. Da waren meine Beweggründe: keine runzelige 40-Jährige mit gelben Fingern werden zu wollen, der eine abgebrannte Kippe zwischen denjenigen Lippen hängt, hinter denen die Vorderzähne fehlen.

Das wiederum ist jetzt ebenfalls gute zwei Jahre her. Und dann hab ich letztens ganz spontan mal wieder eine Schachtel Kippen gekauft. Stress, Jugendwahn und natürlich mein Ansehen in der Clique zu steigern sind heuer meine Beweggründe gewesen... *g

Die Schachtel hat etwa einen Monat gehalten. Am Anfang alle paar Tage mal eine. Dann jeden Abend eine. Und jetzt am Wochenende gleich einige auf einmal. Partystimmung, war ja klar.

Seitdem hab ich zwar die Zähne zusammen gebissen und nicht mehr geraucht. Aber es kribbelt in den Fingern. Ich hab so ein bisschen das Gefühl, ich müsste das jetzt noch etwas ausreizen. So kurz vor der 30. Andererseits weiß ich, dass ich Argumente suche, um mich selbst zu bescheißen und einfach eine wieder aufgeflammte Sucht zu befriedigen. Aber Sucht? Jetzt schon wieder? Nach einer Schachtel??

Wie auch immer. Lustig ist sich vorzustellen, wie Nichtraucher (wenn sie es denn überhaupt bis zum Ende schaffen) entsetzt den Kopf schütteln über intelligente (jawohl!) und junge (auch!) Damen, die sage und schreibe (moment...) acht Absätze übers Rauchen schreiben. Viel Rauch um nichts.... *seufz* jaja, ist ja richtig.

29.09.2008 um 17:12 Uhr

Spaß muss man sich leisten können

Ich weiß ja nicht, ob ich hier im kleinen Blögchen schon unter Meckertante, Cholerikerin, Schwarzseherin oder Nörgeltrine laufe, aber zumindest mir selbst fällt grade auf, dass ich viel zu wenig berichte, wenn mal etwas GUT gelaufen ist.

Und das ist es...

Als ich mir meinen kleinen Burnoutzusammenbruch leistete stand mir mitnichten ein ruhiges Wochenende bevor, nein nein. Der 30. Geburtstag des Männe fiel an, und er hatte es sich in den Kopf gesetzt eine Party zu veranstalten. Mit Essen. *kunstpause*

Wer das Essen macht? Dreimal dürfen Sie raten, ich verlose unter den richtigen Einsendungen eine Locke meines wertvollen Haupthaars.

Zudem hasse ich Partys. Ich hasse es überhaupt mich inmitten von vielen Menschen zu befinden, ob ich sie nun kenne oder nicht. Außerdem hasse ich es, Betrunkene um mich zu haben, da ich selber schon weitesgehend dem Alkohol abgeschworen habe. Zudem fühle ich mich dick. Richtig dick. Für mich ein weiterer Grund, grade die Menschen, die ich kenne, zu meiden denn ich habe Angst vor den Tuschelein: "Oh je, die windkraft. Die ist aber auch auseinander gegangen wie ein Hefeklops..."  "Vielleicht ist sie ja auch schwanger..?"  "Nee, die is nich schwanger! Das ist kein wunderschöner Schwanger-Bauch, das ist ein Fetti-Schwabbel-Bauch!"   Und so weiter....

Dann war es aber wider Erwarten alles total schön. Alle schienen sich wohl zu fühlen, ich war gar nicht so ein Kontrolletti wie ich befürchtet hatte und ließ den Dingen ab zehn Uhr ihren Lauf... Die Lästereien über meine Figur hab ich zumindest nicht bemerkt und mein Mann hat sich sogar ab und zu eine pärchenmäßige Aktion wie ein Küsschen oder eine Umarmung gestattet. (Nein, bei ihm nicht selbstverständlich)

Ich war zwar müde, aber ich hab mich keine Sekunde gelangweilt und ruck zuck war es vier Uhr und ich fand es sogar schade, als alle weg waren. Ja, ich möchte behaupten ich hatte viel Spaß und wenn man sich meine übliche Mundwinkelposition mal so ansieht, dann das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit... :-)

25.09.2008 um 21:20 Uhr

Toll

Nach den Pest-Eltern der letzten Tage auch noch ein gepflegter kleiner Burnoutmäßiger Zusammenbruch. Zittern, kotzschlecht und Kopfexplosion.

Es kann ja nur besser werden...

25.09.2008 um 17:50 Uhr

Kinder Kinder

Ich kann mich ja noch nicht ganz entscheiden, ob ich Kinder nicht leiden kann oder vielmehr ihre Eltern.

Wie auch immer. Ungeachtet der einzelnen Anfälle, in denen meine biologische Uhr mir Unsinn einflüstert, bin ich mir echt ziemlich sicher, dass ich keine Kinder möchte.

Ich möchte sie allein deshalb nicht, weil ich nicht zu so einem Wesen werden möchte, zu dem ich wirklich schon zuhauf entspannte Leute hab mutieren sehen. Stolz ist ja gut und schön. Jeder ist stolz auf sein Kind, damit kann ich gut leben.

Aber warum um Himmels willen muss man denn so ÜBERTREIBEN?

Da ist jeder Pups im wahrsten Sinne des Wortes ein Himmelsgeschenk. Wenn das Kind mal "Pippikacke" sagt und sich weg schmeißt, lacht sich Mutti gleich pauschal mal mit schlapp, um anschließend beifallheischend in die Runde zu gucken, ...ist er nicht toll? Warum denn? Ich persönlich finde eine gesunde Portion Albernheit bei Erwachsenen viel bemerkenswerter als bei Kindern. Alle Kinder sind albern, ausnahmslos alle. Das ist ja ihr Pluspunkt.

Wenn die Kinder nervig sind und Omas den Einkaufswagen in die Hacken fahren sind sie aber auch toll. Weil sie so individualistisch sind, und so revolutionär. Weil sie ihren Willen durchsetzen und weil die Oma ja auch wirklich blöd war und mal hätte zur Seite gehen können.

Wenn sie was richtig machen, ist Mamá (mit Betonung auf dem hinteren A) nicht mehr zu bremsen. Dann ist das Kind der nächste Nietzsche, Sartre, Kierkegaard, was weiß ich. Es wird auf jeden Fall erstmal jeder in der engeren und auch ferneren Bekanntschaft angerufen und zusätzlich ein Inserat in der Tageszeitung geschaltet, dass Josper-Rudolph ein I geschrieben hat. Vielleicht war es auch einfach ein missratenes Strichmännchen, aber diese Annahme sollte man tunlichst nicht laut äußern, da verstehn se keinen Spass - die Eltern. Dann kommt übrigens auch die Allzweckwaffe ihrer Argumentation dafür, dass sie sich nicht etwa zum Affen machen, sondern ganz pädagogisch-emotional korrekt ihren Nachwuchs fördern: "Ja, du hast ja selbst keine Kinder, du kannst das nicht so nachvollziehen."

Nee, kann ich nicht. Will ich aber eben auch nicht.

Weil nicht etwa Indira-Florentine nur dann Zucker in ihr süßes Hinterteil geblasen bekommt, wenn sie was richtig gemacht hat, sondern auch wenn sie was falsch gemacht hat. Hach, sie hat "Lampfe" anstatt "Lampe" gesagt. Toll!

Im Prinzip finde ich es ja sogar richtig, Kindern immer das Gefühl zu geben, sie sind toll. Eltern die das machen, machen das toll.

Aber warum um alles in der Welt muss ich da mit rein gezogen werden? Warum muss ich denn dann noch wiederum den Eltern ein gutes Gefühl geben? Was interessierts mich, ob Harald-Pascal einen Baum so oder so malt, ein englisches Lied so oder so mitsingt, seinen Stuhlgang so oder so absolviert, und wieso bin ich dafür zuständig, den Eltern, die doch sowieso alles toll-toll finden, auch nochmal zu bestätigen, dass ihr Stammhalter, na was wohl ist? Genau ... toll!

Zum Glück gibt es eine Ausnahme. Und die möchte ich hier unbedingt noch erwähnen. Eine Mutter-Kind-Beziehung, bei der die Mutter eine bewundernswerte Lässigkeit an den Tag legt. Vielleicht grade deswegen liebe ich nicht nur sie, sondern auch das Kind heiß und innig... weil es für mich ein WIRKLICH tolles Kind ist. Ganz ohne dass mich jemand dazu nötigen möchte, das jetzt auf der Stelle zu finden.

Meine Freundin Marie und ihre Tochter Lotta. Das kleine Mädchen kam mit dem Down-Syndrom zur Welt und ich vermute, dass die fehlende Notwendigkeit, in einen Wettbewerb zu anderen Kindern und Eltern zu treten, diese beiden sich gegenseitig ganz einfach und authentisch lieben lässt. Das Kind muss der Mutter nix beweisen und die Mutter niemandem sonst. So sollte es sein, oder? Aber wenn das prozentual nur so wenige hinbekommen, dann bleib ich dabei: Ich krieg lieber keine... Sicher ist sicher.

22.09.2008 um 19:02 Uhr

Also...

Also das macht mich jetzt richtiggehende ein bisschen betroffen. Dass Knuts Ziehvater tot ist. Der sympathische Herr Dörflein... Schade drum!

 

22.09.2008 um 14:40 Uhr

Parental Control

Meine Eltern sind die weltbesten Eltern, weil sie einfach tolle Menschen sind.

Aber da ist noch etwas, was sie zu besonders guten Eltern macht wie mir heute auffiel: Sie lieben sich.

Klingt komisch, ist aber so.

Dadurch, dass sie immer noch ihr eigenes Leben haben, dadurch dass sie immer noch SICH haben, haben sie uns Kindern niemals das Gefühl von Druck gegeben. Es gab kein "Kind, wir ham doch nur disch..." und auch kein "Kind, mach uns nicht unglücklich"

Konnten wir gar nicht. Diesen Ballast mussten wir nie tragen. Wir konnten uns entwickeln, Freude machen, Fehler machen, aber niemals wären sie auf die Idee gekommen, uns das Gefühl zu geben, wir täten es für sie.

Kein Klammern, nee, Loslassen ist das Stichwort.

Und deshalb bin ich ganz selbstverständlich wieder in ihre Nähe gezogen. Da gabs kein Bauchgrummeln, dass sie mich vereinnahmen könnten.

Im Gegenteil: während ich hier brav zuhause sitze und meinen Eintrag schreibe, vergnügen sich die werten Eltern mit ihrer zehnköpfigen "Gang" an der Mosel und vernichten den ein oder anderen Schoppen...

Es ist sogar schon vorgekommen, dass sie am Wochenende später nach Hause kamen als ich oder meine Schwester. (Das ist übrigens das erste Mal, dass ich diese schockierende Tatsache öffentlich verkünde...)

Was wollte ich noch..? Ach ja, ich muss jetzt zum Orthopäden. Isch hab Rücken....

 

15.09.2008 um 16:18 Uhr

Neues aus Uhlenbusch, äh.. meinem Leben

So Ihr Pfeifen,

Ein paar Kleinigkeiten sind zwar schlechter als ein interessanter und zusammenhängender Lebenstext, aber andererseits besser als nix.

-Zu Aaron und seinem Freund: Geschafft. Sie scheinen nun endgültig ausgeräuchert und vertrocknet. Aber der Kampf hat Spuren hinterlassen: Auch meine übrige Gesichtshaut pellt sich nun ganz unschön. Toll. Heißen Dank an die Pharma-Industrie.

-Zu meinem Piercer: Er hat sich nicht gemeldet obwohl er es zumindest in Aussicht gestellt hat! Aber nicht mit mir! Wenn ich meine Gratis-Piercings abgegriffen habe (nein, ich bin kein Materialist, sondern Pragmatiker!) werde ich ihm sagen, dass er sich seine "Na Kleine"-Smse in den Anus stecken kann, und mich dann wieder voll und ganz und diesmal endgültig meinem gestörten, aber irgendwie auch ziemlich süßen Lebenabschnittsgefährten zuwenden.

-Ich habe Stress-Symptome. Kopfweh, Schnapp-Atmung, wippelnde Füße und Schlafstörungen. Dafür weigert sich mein Arzt netterweise mir weitere Massagen zu verschreiben. Das heißt dann wohl, dass sich mein nächster Hörsturz in Siebenmeilenschritten nähert, wenn mir nicht bald irgendwas total Entspannendes einfällt...

-Ich werde in Urlaub fahren, und zwar dorthin, wo ich niemals hinwollte. (jaja, Mallotze, was sonst?) Wer aber denkt, jetzt einen Zusammenhang zu dem eben genannten Punkt herstellen zu können, der irrt. Diese Reise wird unter seelisch-psychischen Gesichtspunkten viel eher eine riesen Belastung für mich, schon allein wegen des Fluges, und ich fahre nur meinem Männe zuliebe mit...Hoffentlich weiß er das wenigstens zu schätzen!

-Ich hatte Eisprung (aber keinen Sex). Keine Ahnung warum ich das schreibe. Ich hab mal gehört, dass Erotik-Themen die Auflage steigern...

13.09.2008 um 18:00 Uhr

Ich hab Aaron sauer gemacht

Aaron kriegt Verstärkung...

Sagen wir mal so: Wenn Aaron Superman ist, dann ist das, was da jetzt an meinem Kinn im Anmarsch ist, mindestens der Hulk!

Ich hab Angst!

11.09.2008 um 17:40 Uhr

Liebeserklärung

Für mich war es Liebe auf den dritten Blick.

Ein Anruf war der Anfang meiner mit Abstand glücklichsten Beziehung. "Wir haben einen Neufundländer-Mischling rein bekommen." Das Tierheim hatte ein gutes Gedächtnis. Denn ein gutes Jahr nach dem tragischen Tod unserer Neufundländer-Hündin waren wir schon mal dort gewesen, konnten uns aber damals nicht für einen Hund entscheiden.

Zur Zeit des Anrufs waren wir aber so weit. Wir fuhren hin. Was uns dort schwanzwedelnd und hechelnd entgegen gepest kam, war ein Wäscheständer auf grotesk langen Beinen, der meiner Schwester direkt auf den Arm sprang, so als wollte er sagen: "Hey, ich gehör jetzt zu euch." Und dieses Tier war zwar schwarz, aber alles andere als ein Neufundländer...

Sie war mit ihren zwei Geschwistern einfach über einen Bauzaun geworfen worden und völlig ausgehungert. Aber auch das Gesicht.... Die spitze Schnauze, diese seltsamen Augen... Ich prüfte meine Gefühle diesem Geschöpf gegenüber, und die waren zunächst äußerst reserviert. Mama brachte es auf den Punkt. Leise und bedauernd sagte sie: "Ich glaube ich werde diesen Hund nie lieben können."

Unschlüssig fuhren wir wieder nach Hause. Man will das arme kleine Ding ja auch nicht dort lassen, hinter Gitterstäben und bei dem Lärm. Aber andererseits... Naja, Papa hatte ja schließlich auch noch ein Wort mitzureden. Also auf ihn warten und zwei Tage später wieder hin. "Gehen Sie doch mal eine Runde mit ihr spazieren", sagte die Dame vom Tierheim. Die weiß schon genau, wie sie ihre Schützlinge los wird.

Die drei Monate alte dürre Hündin erwies sich als Charme-Bolzen, meine Schwester hatte sie mit dem beherzten Sprung auf deren Arm sowieso schon becirct, also gut, man ist ja kein Unmensch, und so kam Luca zu uns nach Hause. (Mama und ich versteckten unser Bauchgrummeln bei dieser Entscheidung so gut es ging...)

Heute, sieben Jahre später, sage ich: Ich liebe diesen Hund so sehr, dass es fast weh tut. Ich staune immer wieder, wie ein Wesen einen so reinen und gleichzeitig lustigen Charakter haben kann. Wie oft hab ich mich in ihrem Fell vergraben und geweint, wenn die Welt wieder mal scheiße zu mir war. Wie oft musste ich trotz schlechtester Laune plötzlich lachen, weil sie mit einem schief im Maul hängenden Spielseil um die Ecke guckte, und wie oft hab ich mich zu einem Spaziergang aufgerafft, auf den ich eigentlich keinen Bock hatte, und bin zutiefst zufrieden zurück gekommen, weil so ein Gang durch die Natur einfach alle Lebensgeister weckt... Ich kann gar nicht aufzählen wieviel dieses Tier schon für mich getan hat.

Und noch eine gute Nachricht: Der unförmige Körper und das spitze Gesicht haben sich weitesgehend verwachsen und die Dame ist heute ein durchaus hübsch zu nennender Hund. Ich bin einfach so froh, dass sie da ist.

10.09.2008 um 17:15 Uhr

Strategiewechsel

Aaron hat sich als relativ Teebaum-Öl-resistent erwiesen. Nun wird ihm mit Zinksalbe zu Leibe gerückt.

Wollen doch mal sehen wer hier den längeren Atem hat!

09.09.2008 um 20:10 Uhr

Erdenbürger Aaron

So Freunde. Nach dem ganzen schwül-schweren Emo-Kram mal was anderes:

Ein Pickel ist ja das Eine. Aber diese zweite Nase, die mir momentan mitten im Gesicht wächst ist nur noch spektakulär zu nennen. Das ist so überwältigend, dass ich, statt ihn zu hassen, fast schon eine persönliche Bindung zu diesem rot glänzenden Hügel aufgebaut habe...

Ich glaube ich werde ihn Aaron nennen. Von seinen Freunden liebevoll auch Eiter-Aaron genannt... Willkommen in der Welt kleiner (großer) Aaron.

Ab morgen gehts dir mit Teebaumöl an den Kragen....

08.09.2008 um 13:08 Uhr

*Puff* - Geplatzt

Einatmen...Ausatmen...Einatmen...Ausatmen...

Ich muss nämlich aufpassen, dass ich nicht gleich platze! Diesmal ist nicht bergeweise Schokolade oder Pudding schuld, sondern die Wut! .

So eine blöde Arschkrampen-Mutti hab ich wirklich in meiner ganzen Karriere noch nicht unter den Schreibblock bekommen!

Schickt die mir eine korrigierte Fassung meines Textes, die so penetrant penibel nicht mal der allerschrecklichste Deutschlehrer hingekriegt hätte...

Und es geht wohlgemerkt nicht um Rechtschreibfehler! Nein, es geht um Stil. Sie meint, dass sich hier eine Substantivierung besser machen würde, und dass dort besser ein Nebensatz angehängt werde statt einen neuen zu beginnen. Am Freitag hat sie Cheffe den ganzen Nachmittag mit zig Anrufen genervt, damit er dies noch ändere und das noch korrigiere und überhaupt, es sei ja alles total unmöglich geraten mit dem Artikel. Ich hätte sie können diese .... (und nicht nur ich! Das Wort, das Chef benutzte, geb ich hier lieber mal nicht wieder, obwohl es zu schön war....)

Spinnt die??!!!?

Übrigens hat unserer Sekretärin sie vorab gebeten, eine Zusammenfassung per Mail zu schicken, worum es bei diesem Termin überhaupt geht. Das konnte sie da aber leider nicht...Zuviel Arbeit.

Während meiner (!) Arbeit am Artikel konnte sie aber plötzlich ganz viel schicken, zum Beispiel einen kompletten Gedichtband, wo es doch schön wäre, "den ein oder anderen Text mit zu veröffentlichen."

Hallo??!!! Wir sind eine Tageszeitung, nicht die "Tina" oder "Bella". Ich bin ihr in diesem ganzen Fragen mit viel Geduld und wenig Überheblichkeit entgegengetreten (denn sie hatte ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer von Pressearbeit), aber damit ist jetzt Schluss...!!! Die kriegt es noch von mir....

Grrrrrrraaaaahhhhh!

01.09.2008 um 22:10 Uhr

Lange erwartet: Der Oswald Kolle reloaded Bericht

Freunde, mal ne ganz heikle Frage: Habt Ihr jemanden, mit dem Ihr über Sex reden könnt? Also Sex wie er wirklich ist. Nicht den rosafarbenen Kitschromaneinband-Sex...?

Bei mir sind diesbezüglich im Freundeskreis wirklich alle Fraktionen vertreten...

Da ist zunächst mal die eher verklemmte hübsche Blonde, die quasi allein bei Nennung des Namens "Sex" schon verschämt anfängt zu kichern. Wenn sie dann aber bemerkt, dass man echt interessiert ist und nicht über sie lachen wird, dann sprudelt es aus ihr heraus. Meist ist sie unzufrieden, sagt, sie tut "es" nicht gerne. Aber was sein muss, muss sein. Sich ihrem Partner anzuvertrauen, Wünsche zu äußern -nein, das käme niemals in Frage. Schließlich spricht man über "sowas" nicht. Na gut, okay, mit Freundinnen, bei einem Glas Sekt (entschuldigung: Prosecco!), und wenn es dunkel ist, - wir leben ja schließlich im Zeitalter von "Sex and the City", aber bloß nicht mit dem reden, den es betrifft. Das wäre doch peinlich. Man hat da als Frau den Mund zu halten und auszuhalten.

Dann ist da das aufgeschlossene Moppelchen. Diese liebt es, mit Sex-Geschichten gefüttert zu werden, nickt ab und zu bestätigend, um zu zeigen, dass sie auch zur Fraktion der "Vögelnden" gehört, bleibt aber selbst auffällig stumm. Meistens berichtet sie über Dauer und Häufigkeit des Aktes. Phantasievolles, gar Neues hat sie nur selten beizusteuern. Nichts genaues weiß man nicht, aber wenn man über ihre Vorliebe für Baumwollschlüpper in XXL und die seit drei Jahren abgelaufenen Kondome im Badezimmer bescheid weiß, wird man sich die Aktionen im heimischen Schlafzimmer vielleicht ungefähr vorstellen können.

Ein Exemplar der Gattung -ich nenne sie mal Art-Deco-Frauen- hat mir auch schon in kerzenbeleuchteter Atmosphäre bei einem schaumigen Latte gegenüber gesessen. Diese Lady sieht schon so aus als sei der Sex bei ihr eine äußerst ästhetische, (aber vielleicht auch etwas sterile?) Angelegenheit. Schöne Frau schöner Mann gleich schöner Sex? Mmmh... Sie spricht auffallend oft darüber, wie "intensiv und erfüllend" ihr Sexualleben sei, wie emotional ja der Peter und sie.....und überhaupt: "auf den intellektuellen Zugang kommt es an!" Aber wenn man selbst dann mal Detail geht, und jauchzend und prustend von der unlängst zurückliegenden Ejaculatio-praecox Panne erzählt, die für viel Heiterkeit zwischen dem kopulierenden Pärchen gesorgt hat, hebt sie fragend und verunsichert eine Augenbraue und es zeigt sich, dass Sex für sie eine absolut humorfreie Zone ist.

Desweiteren zähle ich noch das Möchtegern-Luder zu meinen Bekannten. Diese ist ebenfalls blond, vollbusig und leider auch angefüllt mit Komplexen. Sie versucht sich den Anschein des derben, burschikosen Vamps zu geben, indem sie laut derbe Witze reißt und möglichst oft die Vokabeln "Fotze", "Ficken", "Möpse" benutzt. Sobald man aber in ein vertrauliches Zweiergespräch mit ihr gerät, bröckelt die Fassade, und ein verletzliches kleines Mädchen kommt zum Vorschein. Sie mag gar nicht über Sex reden, sie wünscht sich Liebe, Vertrauen, Zukunft und Sicherheit, und landet natürlich immer bei den falschen Männern.

Und zum Schluss gibt es auch ein paar Ausgewählte, mit denen ich richtig gerne und frei von der Leber weg über das Thema aller Themen reden kann. Da geht es nicht nur um das obligate Wie (und natürlich auch wie lange), Wann und Warum, sondern durchaus auch mal um Mundgeruch, Vagina-Püpse und hilflos im Genitalbereich herumstochernde Männchen, die verzweifelt auf der Suche nach dem magischen Tor sind. Da wird auch bei diesem ernsten Thema viel gelacht, und zwischendurch gesteht man sich flüsternd, aber ehrlich alle Phantasien und Perversitäten, denn nichts Menschliches ist fremd...

PS: Ich bin froh, hiermit endlich den seit Jahren angekündigten, und immer schuldig gebliebenen Sex-Bericht abgeliefert zu haben, und rechne natürlich mit rekordmäßigen Besucherzahlen...! :-)

PPS: Zum Thema Jugendschutz: Es ist nach Zehn!!!