Fallstudie

28.10.2008 um 16:32 Uhr

Daten (sprich Däitän)

Gleich kommt eine neue Freundin (falls man das in diesem Stadium schon so nennen kann) zum Kaffee.

Und ich bin so aufgeregt, wie als wenn (jaja, man muss auch mal auf die Grammatik scheißen können) eine neue Eroberung, ein junger geschmeidiger Galan, sich angekündigt hätte.

Es gab auch schon mal Zeiten in meinem Leben, da war nichts wichtiger als der aktuelle Mann. Insofern freue ich mich über diese neue Geisteshaltung, über meine optimierten Prioritäten und ... über mich. Fröhlich

Huch, es klingelt....

27.10.2008 um 16:00 Uhr

"Ich habe nie Blut gerührt!!"

... diesen Satz (den man sich auf Plattdeutsch geäußert vorstellen sollte) hörte ich kürzlich auf einer Familienfeier. Meine Oma rief ihn entrüstet aus, als ihr eine allzu tätige Beteiligung an der in den 50ern üblichen Hausschlachtung unterstellt wurde.

Ich fand das so ausnehmend lustig, dass ich spontan dachte "ach guck", ...naja, oder so ähnlich.

Es wurde desweiteren daran erinnert, wie die ausgenommenen halben Schweine auf einer Leiter aufgehängt aufrecht an der Hauswand standen, und wie meine Oma mit Opas gutem Rasierer die Schweinepfoten rasierte, um sie anschließend zu kochen (oder was auch immer man damit machte...)

Jaja... Die gute alte Zeit... *räusper*

Einen weiteren Höhepunkt gab es dann, als meine Tante zur allgemeinen Erheiterung behauptete, sie hätte dabei immer zusehen müssen und sei nur aufgrund dieses Traumas Vegetarierin geworden. Dies konnte man allerdings bald widerlegen, und sie musste zugeben, dass sie vom Balkon aus gespingst hatte, also mitnichten dazu gezwungen wurde, sich dieses Schauspiel anzusehen.

Ich frage mich, ob Familienfeiern bei anderen Leuten anders ablaufen, ob dort tatsächlich über das Wetter oder meinentwegen auch die Börsenkurse geredet wird, ob die Leute gut sitzende Krawatten tragen und sich beim Essen benehmen, ob man gemeinsam milde lächelnd in Fotoalben blättert und die Lautstärke konstant bei 45 Dezibel bleibt?

Nichtsdestotrotz, ich mag meine Sippe. Irgendwie mag ich sie wirklich.

 

 

22.10.2008 um 20:10 Uhr

Ich hatte nie einen Hamster

Dafür aber Hunde und ein Kaninchen namens "Kathrin". Diesen Namen habe ich dem Tierchen gegeben, im zarten Alter von fünf Jahren (also ich, nicht das Kaninchen. Wär ja auch schlimm, wenn das Langohr seine ersten vier Jahre ohne Namen hätte verbringen müssen.)

Das kam mir heute in den Kopf. Einfach so. Und dass dann bald mein sechster Geburtstag folgte, den ich noch heute als den schönsten Geburtstag in meinem Leben bezeichne. Weil nämlich meine Kindergartenliebe Olli überraschend vorbei kam. Und weil er die anderen "Großen" (also die bereits Sechs- oder sogar Siebenjährigen) mitbrachte. Dann haben wir zusammen mit den Pflastersteinen gespielt, die überall bei uns im Garten lagen (zwecks späterer Pflasterung der unfertigen Terasse) und im Laufe der Stunden entstand ein echtes Fort. Hüfthoch. Dann gabs Cola.

Das war wirklich ein schweinecooler Geburtstag.

Wie kam ich jetzt darauf? Ach ja, wegen Kathrins Draußen-Stall. Der stand nämlich oberhalb der aufgestapelten Pflastersteine. Meine Erinnerung funktioniert tippitoppi. Zu früh für Granufink. (Nee, das war das mit dem Pippi, nä?) Äh, zu früh für Klosterfrau Melissengeist. Auch nicht. Wie hieß denn das noch? Ginko liberal? Nee, auch nich... Mensch, ich komm gleich drauf....

20.10.2008 um 21:20 Uhr

Die Anal Sau von nebenan

... wurde mir auf einer Internetseite als Suchtreffer angezeigt, als ich nach der beliebten 80er Jahre Familienserie "Die Wicherts von nebenan" gesucht habe.

Herzlich willkommen in der Welt des Jahres 2008.

 

18.10.2008 um 22:10 Uhr

Ferienlager

"und einmal ... im Ferienlager..."

Schade, dass ich nie in einem war, sonst hätte ich jetzt sicher ne Menge zu erzählen.

18.10.2008 um 13:03 Uhr

Das mit Kathi Witt verzeih ich ihm...

Die benötigte Entspannung schreitet erfreulicherweise fort. Jetzt kommt mir das deutsche Fernsehen auch noch entgegen und sendet eine Folge von McGyver.

Das weckt Erinnerungen. Hab ich früher immer sehr gerne nach der Schule gesehen. Und natürlich hab ich hin und wieder auch versucht mir aus einem Kaugummi und einer Haarnadel einen Hubschrauber zu bauen.

Geklappt hats nie. Nicht mal zu ner Teilnahme bei "Jugend forscht" hats gereicht... Also eigentlich doch eher ne Scheiß-Serie! :-)

17.10.2008 um 18:20 Uhr

Ein Tag mit Karla Kolumna

Der Stresspegel erreicht nun langsam aber stetig seinen Höhepunkt. Nachdem ich eine Frau heute schon zum zweiten Mal "belästigen" musste, weil ich neben dem Szenefoto das Porträtfoto vergessen hatte, hab ich nun zu allem Überfluss auch noch meine Kameratasche bei ihr liegen lassen.

Nun also vorhin zum dritten Mal bei dieser wirklich netten Familie anrufen und nach fünfmaligem Entschuldigen die Erleichterung zum Ausdruck bringen, dass die Tasche dort wirklich liegt. (Immerhin ist das USB-Kabel und der Ersatzakku drin). Nun will sie mir die Tasche sogar am Montag ins Büro bringen. Zerknirscht ist wohl das Wort, das mich grad am besten beschreibt.

Danach am Telefon noch eine endlose Streiterei mit einer völlig unfähigen PR-Tante von so nem pissigen Supermarkt, die abslout keinen Plan hatte, wie man schnell und effektiv mit der Presse zusammenarbeitet. Diese hohle Nuss hat mich echt völlig um den Verstand gebracht. Hinterher rief ihr Oberchef noch an, mit dem alles völlig problemlos lief, und ich muss gestehen, dass ich die Gelegenheit genutzt habe, um ein paar Giftpfeile gegen besagte Dame zu verschießen. Jaja, ich weiß, aber ich bin auch nur ein Mensch.

Dann noch das dringend bis zur Deadline benötigte Foto von der anlaufenden Kirmes schießen. Regen, leerer Kirmesplatz, dicht genagelte Fahrgeschäfte. Da find mal einer ein geeignetes Motiv. Ich habs trotzdem geschafft, dafür bin ich ja Profi. *hehe

Jetzt, nach einem Tag ohne Essen, und noch schlimmer ohne was richtiges zu Trinken, komme ich um sechs nach Hause und wünschte ich hätte eine effektive und schnell wirksame Methode, um abzuschalten. Vielleicht hab ich aber ja auch grade schon eine gefunden. Ventil ist das Stichwort liebe Freunde...Ventil.

Ich glaub ich scheiß aufs Gewicht und backe mir eine lecker Pizza jetzt. Jawohl. So wirds gemacht! Aber vorher: durchatmen üben, damit diese Schnappatmung mal aufhört....

16.10.2008 um 23:15 Uhr

Der Matsche macht´s

Es ist zwar schon ein bisschen her, aber ich muss es trotzdem nochmal sagen:

Ich finde Marcel Reich-Ranicki SAUcool!!! Saucool. Cooler als den ganze Haufen von 20-60-Jährigen A- und B-Promis zusammen, deren Gesicht von der einen Sekunde auf die andere praktisch einfror. Neben dem Wahren in seinen Worten habe ich einfach auch sehr über diese mühsam aufrecht erhaltenen Fernseh-Mimiken gelacht...

Hut ab, Chapeau, Daumen hoch, es gibt nichts mehr zu sagen.

13.10.2008 um 14:20 Uhr

Das ist ja Bibi *putz putz*

Ich habe einen freien Nachmittag. Und was mache ich? Entspannen, shoppen gehen, Kaffee schlürfen? Mitnichten.

Ich werde erst aufräumen, dann saugen, dann das Bad auf Hochglanz bringen, dann die Fenster putzen und dann den Hausflur wischen.

Na dann... Glück auf und los gehts!

PS: Übrigens finde ich "Putzen" als Wort schon rein assoziativ unerträglich. Klingt wie ne Mischung aus Pullern und Rotzen...

12.10.2008 um 19:20 Uhr

Was man aufm Fahrrad alles sieht...

Ich habe was gefunden: einen Zauberwald in der norddeutschen Tiefebene... DAS hätten die Herr-der-Ringe-Macher mal sehen sollen, dann hätten se nicht ganz bis nach Neuseeland gebraucht...

09.10.2008 um 21:18 Uhr

Grotesque vom Feinsten

Oh Freunde, oh Freunde, mir juckt´s in den Fingern. Selten hab ich mich so darauf gefreut einen Eintrag zu schreiben wie heute, wie jetzt...

Ich war auf einer Autorenlesung in der städtischen Buchhandlung. Und ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich das nun morgen in journalistisch-distanzierter Manier und vor allem objektiv verwursten soll... aber ich schwöre euch mit feierlich erhobenen drei Fingern, dass nichts, aber auch wirklich NICHTS davon ausgedacht ist. Alles echt, alles real, das wahre Leben eben, aber hört selbst:

Etwa 25 Leute sitzen gebannt auf weißen Plastik-Gartenstühlen und erwarten die "Künstlerin". Die Frau ist weit über 50, hat einen schwarzen Turnanzug an, und sowohl einen Rock als auch ein türkisfarbenes rückenfreies Shirt darüber. Dazu grellrot geschminkte Lippen, die sie in Hannelore-Elsner-Manier weiblich zu schürzen versucht.

Sie holt ihr Büchlein hervor, auf dem ein dilettantisch gemalter Regenbogen zu sehen ist. "Den hab ich selbst gemacht", gibt sie mit bescheidenem Stolz zum Besten. Sie erzählt, dass ihre Therapeutin sie zu diesem Bild gedrängt hat. Aha.... (mir wird nachher noch einiges klar werden...)

Bevor sie die Anwesenden in den Genuss ihrer Worte bringt, hat sie sich ein besonderes Schmankerl ausgedacht: Julia. Ein gelangweilt dreinblickender blonder Teenie aus ihrer Nachbarschaft wird zum Gelingen des Abends beitragen. Julia packt die Geige aus. Geige ist gut, Geige ist intellektuell. Julia beginnt. Und entlockt dem bemitleidenswerten Instrument un-sag-bare Töne. Ich gucke um mich. Alle anderen haben ihre Gesichtsmuskeln einigermaßen im Griff, als die Tortur aus Quietsch- und Kratzgeräuschen losgeht. Nur ich nicht. Ich muss aussehen, als hätte ich grad meinen Arm in eine Kreissäge gehalten...

Danach beginnt sie zu lesen. Märchen und Gedichte. Wobei die Gedichte keinem mir bekannten metrischen Muster folgen. Ich würde diese Ergüsse auch eher als küchenphilosophische Betrachtungen definieren. Hier eine Kostprobe:

               "Jeden Morgen geht die Sonne auf, 

                im gleichen Rhythmus, dabei ist es heute

                doch nicht anders als sonst"

Hmhm... denke ich bei mir. Da ist was Wahres dran. Und meine Mundwinkel zucken bedenklich. "Grotesk" ist das Wort, das sich mir bei dieser Veranstaltung aufdrängt, während die anderen Zuhörer (ältere Frauen, wahrscheinlich alle geschieden und esoterisch gebildet) nicken und verhalten begeistert klatschen.

Pause. Ah, gut. Da kann ich die Gelegenheit wahrnehmen, mich der Autorin für ein paar Fragen zu nähern. Wie dieses Buch entstanden sei, möchte ich wissen, das angeblich von dem Weg aus der Schwere hinein "ins Licht" handelt. Ja, antwortet sie, das sei gewesen, als sie im Chakra-Kurs gewesen ist und grade ihr drittes Auge gesucht hat. Da sei es ihr gekommen, das erste Märchen. Ok. Ruhe bewahren, denke ich noch, da geht es weiter: Und dann habe sie einen Alkoholiker getroffen, dem sie Gedichte geschrieben hat. "Und mithilfe meiner Gedichte habe ich ihn aus der Sucht geführt...Er hat dann das Licht auch wieder sehen können..."

Ich sehe auch gleich Licht, mir wird nämlich fast schwarz vor Augen weil ich permanent durchatme, ja fast hyperventiliere, um die Contenance zu wahren. Doch die frisch gebackene Autorin (Erstveröffentlichung, 250 Exemplare in Eigenauflage) kennt kein Pardon.

Sie möchte mir unbedingt noch etwas mitteilen, was ich bitte auch  in den Artikel mit aufnehmen möchte: Sie hat nämlich Kontakt zu ihrem Meerschweinchen und wüsste erst jetzt, wie es sich wirklich gefühlt hätte.

Ich scheine ein bisschen ratlos zu wirken, denn sie erklärt: "Ja, der Kontakt ist ja über eine andere Person...ein Medium." Jetzt fällt der Groschen. Möglichst behutsam frage ich: "Das Meerschweinchen ist also tot?" "Ja, es ist gestorben, aber ich habe jetzt wieder Kontakt zu ihm" antwortet sie, und klingt, als rede sie von einem engen Angehörigen.

Ich bin fertig. Ich kann nicht mehr. Unter einem Vorwand verabschiede ich mich und gehe in die menschenleere dunkle Fußgängerzone hinaus. Ich fange an nach Luft zu schnappen und dann schüttelt es mich, nein, ich berste vor Lachen. Ich kann zurzeit nur eins denken: Dieses Leben ist eins der buntesten!

Schöne gute Nacht

09.10.2008 um 18:02 Uhr

Küchen-Käfer (und ich meine nicht den Feinkostladen)

 

 

Ich hab ziemlich viele neue Untermieter. Die bevölkern die Hauswand an meinem Küchenfenster, und sobald sich eine Gelegenheit bietet, stürmen sie die Räumlichkeiten....

Ich habe alledings leider schon zwei zerquetscht, beim Fensterschließen. Wollte ich nicht - ehrlich!

Ich mag sie...in meiner Küche... irgendwie. Viel lieber als Wespen oder Spinnen. Marienkäfer sind nämlich dekorativ und passen zu meiner Einrichtung ;-)

 

 

 

07.10.2008 um 17:50 Uhr

Wer ist der größte Fuchs?

Ich habe soeben nach insgesamt vier Jahren Kundentreue meinen Handyvertrag gekündigt. Wer mich kennt, weiß, dass es eine schwere Entscheidung war.

Und jetzt geht die Suche nach einem neuen (möglichst dem günstigsten) Vertrag los. Hat jemand noch einen Geheimtipp? Vielleicht so fünf Euro im Monat bezahlen und dafür unbegrenzt telefonieren und vor allem smsen? :-)

07.10.2008 um 14:45 Uhr

Figürlich

Wenn ich mir diese Privatsender-Dokus über dicke Menschen angucke, dann wird mir klar, dass ich irgendwie auf ganz schön hohem Niveau jammere...

Dieses 150 Kilo schwere Mädel da beweist eine Menge Mut, indem sie zu einem Date geht mit einem Mann, den sie nur aus dem Internet kennt. Es hat zwar nicht geklappt (was zu erwarten war), aber ich ziehe meinen Hut vor soviel Courage und gelobe Besserung in bezug auf mein eigenes Selbstwertgefühl.

Alles halb so schlimm...

06.10.2008 um 15:20 Uhr

Nomen

Ich bekomme in meinem Job so viele Visitenkarten zugesteckt... ich könnte eine Visitenkartengroßhandlung aufmachen.

Komisch, dass man die nicht wegwerfen mag. Es sind doch nur Namen. Viele Namen, von fremden Menschen, die man oft nur einmal im Leben getroffen hat. Die Papierkärtchen stapeln sich hier, und ich mag sie nicht entsorgen.

Josef Müller, Michael Schröder oder Andrea Große-Meier - sie alle haben sich in meinem Angesicht mal so richtig wichtig fühlen können. Ist es das? Empfinde ich eine Verantwortung, weil sie sich -quasi durch ihre Karte- vetrauensvoll in meine Schreiberlingshände begeben haben?

Nein, es geht sicher viel eher um Datenschutz. Wenn ich die einfach ins Altpapier schmeiße, und jemand sie findet, der sie nicht finden soll....nicht auszudenken. 

Aber vielleicht ist das ja jetzt auch nur eine Schutzbehauptung. Vielleicht es ja genau so schon passiert. Erinnert Ihr Euch an die Meldung "17 Millionen Kundendaten gestohlen"? Jahaaa, da denkt mal drüber nach. ..

Auf jeden Fall scheint es seinen Sinn zu haben, dass ich selbst keine Visitenkarten besitze. Wenn ich sehe, was hinterher daraus wird, bin ich gradezu froh, dass mein Name noch allein mir gehört, und nicht in irgendwelchen Wohnzimmern den Bewohnern aufs Gemüt drückt und sie zu seltsamen Texten anstiftet. Ein schöner Gedanke: Mein Name gehört mir, meiner Familie und vielleicht noch meinen Freunden, und sonst keinem. Unbezahlbar.

01.10.2008 um 16:10 Uhr

Hülfe

Was ist denn hier bei blogigo überhaupt los mit diesen ganzen Phantasienamen-post-Einträgen da rechts?

Kann mir das mal jemand erklären?