Fallstudie

30.11.2008 um 11:22 Uhr

Ein Fall für den Doc

Was ich so alles unerträglich finde:

-optisch: rotglänzende Pickel mit gelber Eiterhaube (an denen man nicht rumdrücken darf), verhornte und verschorfte Füße von alten Menschen, abstrakte Kunst im öffentlichen Raum, tote Tiere

-olfaktorisch: gekochtes Fleisch, Eier in jeder Form, Hähnchenställe, das Übliche an Körperausdünstungen

-haptisch: mit der flachen Hand über Stoff streichen

-akkustisch: das Geräusch, das entsteht, wenn jemand mit der flachen Hand über Stoff streicht (Hier zeigt sich übrigens eine echte Neurose. Denn wenn das passiert, ist es nicht nur ein Gefühl, als klappten sich meine Zehnägel hoch, sondern es fängt auch noch mein komplettes Zahnfleisch so derbe an zu kribbeln, dass ich ruckartig von außen an meinen Mund fasse und massiere, damit dieses Gefühl weg geht....) Na, Angst vor mir? ;-)

28.11.2008 um 23:12 Uhr

Make me a star

Haallooo (Zahnpastagrinsen)... (kurz leiser werdend) Grüß dich .... (wieder lauter und meckernder) Naaaah....Duuuhuu....

Unschwer zu erkennen, dass ich grade eine Sendung mit Oliver Geißen verfolge.

Wieso komm ich eigentlich nicht ins Fernsehen? Hä? Ich hätte es mehr als verdient. Ich kann super .... äh .... reden! Frechheit!

26.11.2008 um 16:20 Uhr

Stich für Stich

Das immer noch überfällige Rücken-Foto ist noch nicht mal hier eingereicht, da packt sie mich schon wieder - die Lust an der Nadel.

Im Moment ist leider gaaar kein Geld da, aber ich fange schon wieder an zu sparen. Und dann, dann ist die andere Seite dran. Ich weiß schon genau, was ich will. Muss es nur noch finden.

Also hier ein kleiner Aufruf: Wenn jemand zufällig auf so 50er-Jahre-Bilder von Matrosen, Cowboys oder ähnlichem (am besten gezeichnet) stößt, möge er mir bitte bescheid stoßen, äh, sagen, oder mir den Link schicken. Ich suche ein männliches Rockabilly-Pin-up. Jawoll!

Das wird wunderbar harmonieren! Das wird toll. Das wird gemacht!

25.11.2008 um 23:22 Uhr

Das klingt wie "Samba unter der oberpfälzischen Sonne"

"Griechische Küsse" hieß der romantic movie (auch ich kann neudeutsch), der soeben auf Sat 1 lief. Und ich kann die medialen Macher gut verstehen, dass sie diesen Titel wählten.

Denn welcher Name verhieße bitteschön mehr Romantik als dieser? Es drängen sich doch sofort Bilder von sonnigen Inseln auf, auf denen sich haarige Menschen mit warmem, tzaziki-geschwängertem Atem ein "Ich liebe dich, Alexis" zuhauchen, um sich anschließend während eines langen Kusses gegenseitig die Gyros-Reste aus den Zähnen zu fischen...

Pflege ich etwa alte Klischees? Ja? Die bei Sat 1 sind schuld!

25.11.2008 um 12:44 Uhr

Da

So Freunde...

Nach einer Woche unter spanischer Sonne (die oft auch einfach ein kühler spanischer Wind war), ein kurzes Fazit:

-die spanischen Männer sind hübscher als die spanischen Frauen

-die absolut besten Chips der Welt: Palitos (schmecken ein wenig wie Pommbären, sind nur in eine allerliebst feine Stäbchenform geschnitten)

-ich habe drei Kilo zugenommen und mag nun nicht mehr auf die Straße gehen

-der Anblick von dickem weißen Schnee als ich aus dem Flieger stieg, hat mich stante pede in herrliche Weihnachtsstimmung versetzt (obwohl ich am Mittag noch bei 20 Grad einen caffee con leche auf einer Terrasse am türkisfarbenen Meer zu mir genommen hatte)

-Fliegen ist widernatürlich und eine ketzerische Herausforderung des Menschen an die Schwerkraft

-dass ich nun morgen schon wieder arbeiten soll, mag mir gar nicht in das optimal entspannte Hirn gehen

-ich habe heute nacht von einem ausgefallenen Backenzahn in bezug auf meine Beziehung geträumt....

-gleich gehe ich auf den Weihnachtsmarkt und werde sehen, ob man solche Träume mit einem gemeinsamen Glühwein und einer Bratwurst (von der er die Zipfel abbeißt) relativieren kann.

14.11.2008 um 15:50 Uhr

T-Shirt Wetter

Da guck ich ausm Fenster, es nieselt und es sind schätzungsweise sieben Grad oder so.

Aber da, aufm Gehweg, da läuft plötzlich ein glatzköpfiger Mann im T-Shirt herum. Einfach so, ohne Jacke. Während seine Frau und seine Tochter in gefütterter Jacke und Schal daneben gehen.

Ob er ausgeraubt wurde, ob er seine Jacke beim Pokern verloren hat, ob er den beiden imponieren will, was er für ein harter Kerl ist?

Ich befinde mich jedenfalls ab sofort im Urlaub und komme was da wolle - ich werde es genauso machen. Jawohl! Am Montag geht es los auf eine bekannte Balearen-Insel und zurzeit ist dort Regen und Sturm angesagt. Egal.

Für mich ist T-Shirt-Wetter!

11.11.2008 um 17:05 Uhr

Fiese Frauen

Ganz davon abgesehen, dass ich selbst alles in allem eh besser mit Männern klarkomme, und mir von ebenjenen angesichts fehlender Zicken oder eines Rülpsers zuviel auch schon mal in vorwurfsvollem Ton anhören musste: "Ey windkraft, du bist ja gar keine richtige Frau!" (woraufhin ich antworte: "ich lerne ja noch") kann ich ja eines nicht ab...:

Frauen, die sich selbst, sei es in SMSen, E-Mails oder Internetauftritten mit Adjektiven wie "klein", "süß" oder "verrückt" bezeichnen.

Bah! Schlümm, dieser Postfeminismus... ;-)

10.11.2008 um 12:00 Uhr

Spotlight

Und schon wieder mitten drin im Alltag und in der ganzen Hetze. Meine Mittagspause ist jetzt eh zu kurz um was zu essen, also lieber schnell zehn Minuten an den PC...

Mein Job ist unvorhersehbar. Während am heutigen Morgen noch gähnende Leere in meinem Terminkalender herrschte, ist diese Woche nach der morgendlichen Konferenz nun wieder voll gestopft. Wo ich mir zuvor noch (mal wieder) Sorgen um meine täglichen Brötchen gemacht habe, sehne ich jetzt schon dem Urlaub nächste Woche entgegen, weil das alles ja auch irgendwo neutralisiert werden will.

Es wird in den nächsten Tagen unter anderem um Maststallanlagen, um Spenden für notleidende Kinder und um ein neu eröffnetes Bistro gehen. Da sage noch mal einer, es gäbe keine Vielseitigkeit mehr.

Das Tolle ist, dass ich jeden Tag dazu lerne und mich mit Materien beschäftige, über die ich im Normalfall nicht mal nachdenken würde. In Minutenschnelle lese ich mich in Themen ein, von deren Komplexität ich vorher noch nicht mal was ahnte, und inzwischen bin ich einer jener unerträglichen Menschen geworden, die scheinbar überall mitreden können....

Ich bin also gradezu prädestiniert dazu, auf langweilige Festivitäten eingeladen zu werden, wo sich wildfremde Menschen gegenüberstehen und sich nichts zu sagen haben. Ich würde hier mal ein Schlagwörtchen einwerfen und dort mal mit zwei Sätzen eine Diskussion entfachen, und wäre damit der rettender Engel für den verzweifelten Gastgeber. Eigentlich eine Marktlücke.

Halbwissen ... nichts ist so partytauglich wie Halbwissen!

 

09.11.2008 um 23:05 Uhr

Statt Tatort

Es ist ein wunderbares Spiel.

Sitzen, Bier trinken, Blicke tauschen, lächeln, mal verstohlen, mal strahlend, sich austauschen, genau wissen dass der Subtext einen selbst betrifft, Schwingungen empfangen, lachen, andeuten, rauchen, Standpunkte festlegen, Wünsche äußern, flirten.

Es geht im Grunde in erster Linie um Input.

Input ist so wichtig, und ich mag nicht einsehen, dass man darauf verzichten soll, nur weil man sich in einer Partnerschaft festgelegt hat und weil die Konventionen dabei einen Alleinanspruch verlangen.

Nein, mal wieder heißt es für mich: gegen den Strom. Und es fühlt sich gut an!

08.11.2008 um 11:40 Uhr

Wühlen im Anekdotenkoffer

Ich und der Alkohol - das ist überhaupt gar keine lange Geschichte.

Nach langer Abstinenz vertrage ich nix mehr und im letzten Sommer bekam ich dann den endgültigen Beweis dafür, warum ich einfach besser GAR nichts trinken sollte. Ich war mit meinem Männe auf dem Stadtfest unterwegs. Ich hatte in einer Kneipe ein (!) großes Alt getrunken und es stieg mir schon merklich zu Kopf. Eigentlich wollten wir flanieren, aber ich hoppste und sprang zwischen den Leuten hindurch, was schon an sich eher peinlich ist angesichts meines fortgeschrittenen Alters.

Plötzlich traf ich Stefan, einen alten Freund aus Schultagen. Der war mal während eines Studienaufenthalts in Brasilien gewesen und hatte zwei befreundete Brasilianer im Schlepptau, die sich mal das Partyleben einer Kleinstadt in der norddeutschen Tiefebene ansehen wollten.

Aufgrund meiner künstlich herbeigeführten Ausgelassenheit kam ich schnell ins Gespräch mit den beiden, nebenbei bemerkt in ganz schlechtem Englisch. Sie hatten den portugiesischen Akzent, ich hatte den des deutschen Nichtkönners (zur Erklärung: Altsprachliche Schule, neun Jahre Latein, vier Englisch), aber es war nett und die Brasilianer taten, was sie tun sollten: sie charmierten, flirteten und lachten, während mein Männe und Stefan sich dieses Spielchen mehr oder weniger amüsiert anschauten.

Ich wurde zum Entertainer und genoss diese Rolle. In einer kurzen Gesprächspause ging mir etwas durch den Kopf und noch während ich es aussprach dachte ich erfreut: "DAS trifft mein Komikzentrum!!!". Ich blinzelte die beiden kleinen dunkelhäutigen Männer an und fragte in beiläufig interessiertem Plauderton:

"Änd? .... Hau is it in se ssörd wöald?"

Nie wieder Alkohol!

05.11.2008 um 16:15 Uhr

Ein paar Meter hinter feindliche Linien

Neulich klingelten wieder diese freundlichen Menschen an meiner Tür, die ständig über Gott reden wollen. ("Wir wollen mit Ihnen mal über Gott reden").

Wenn man bedenkt, dass ich im Dunstkreis, nämlich in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft nicht nur zu Institutionen, sondern auch zu hohen Würdenträgern der katholischen Kirche wohne, möchte ich dieses Vorgehen fast... wagemutig nennen...

 

01.11.2008 um 19:15 Uhr

Ab heute...

...beginnt für mich eine neue Zeitrechnung.

Ich werde in Zukunft nicht mehr manuell spülen und auch keine Berge an Geschirr, Töpfen und Schüsseln mehr direkt vor mir stehen sehen müssen, denn ich bin frisch gebackener Besitzer einer niegelnagelneuen Geschirrspülmaschine!

Ja, doch. Das IST so wichtig, dass es hier nieder geschrieben werden muss. Kein Zweifel.