Fallstudie

24.03.2009 um 18:06 Uhr

Daswillich!

Ich wäre ja gerne eine Schauspielerin.

Aber keine "Professionelle". (Und die daraus resultierende Assoziation ist ausdrücklich gewollt!). Keine, die Jahre auf einer so genannten Akademie lernt, wie man sich in ein Dinkelbrot reinfühlt. Keine, die vor 45 Mitschauspielschülern einen Tag lang den Urschrei gibt.

Ich möchte weder Tanzen, reiten, noch fechten lernen (dafür hab ich ja schließlich meinen ob), und auch möchte auch nicht von der Madame Lehrerin mit dem grauen Dutt und den Wallekleidern vorgeworfen bekommen, dass mir der emotionale Zugang fehlt, um ein Baby im Mutterleib zu spielen. Ich will keine Theaterbühnen vollschwitzen und das hoch intellektuelle Publikum mit abstrakten großen Gesten füttern.

Nee, ich will lediglich in irgendeiner schäbbigen Serie mitspielen, wo ich meine abends vorher reingepaukten Sätze herunterleiere, und wo ich tagtäglich mit ein paar männlichen Schnuckelchen zusammenarbeite, die nur -aber wirklich nur und ausschließlich- wegen ihres Aussehens eingestellt wurden, und zwar unter der Voraussetzung, dass sie völlig talent- und intelligenzfrei sind. Die würden zu mir aufsehen, weil ich nicht nur alle beiden Vornamen von Goethe kenne, sondern auch noch das Wort fianchettieren (=die Schachpartie mit einem Fianchetto eröffnen) fehlerfrei sagen, und auch noch buchstabieren kann. Sie lägen mir zu Füßen...

17.03.2009 um 17:48 Uhr

Emily Erdbeers Diary

So, das Folgende ist nur für Mädchenohren bestimmt.

Alte Tagebücher sind wirklich etwas ganz Feines. Man erinnert sich wieder lebhaft an Momente, die man sonst zu einhundertzehn Prozent längst vergessen hätte.

Ich behaupte ja immer gerne, dass mein Männe und ich die gänzlich unromantischste Beziehung haben, die es gibt, und das von Anfang an.

Stimmt aber gar nicht. Beim Lesen einer der vielen Begebenheiten, denen ich früher keine Bedeutung zumessen wollte/konnte, wuchs heute plötzlich eine gelbe Primel in meinem Bauch (Hach, was isse sprachlich verspielt heute...):

Thekenschlampe windkraft sitzt, extrem dunkel gesinnt und extrem bindungsgestört, am Tresen ihrer Stammkneipe. Der Männe (der damals natürlich noch nicht der Männe war) steht dahinter und poliert Gläser.

Die beiden kennen sich jetzt seit einiger Zeit und verstehen sich gut. Haben einige gemeinsame Freunde, und auch schon ein paar mal zusammen wahlweise Doppelkopf oder Billiard gespielt.

windkraft versucht ein Gespräch: "Duhuu.... Saach mal, ...womit könnte ich dich eigentlich so richtig böse machen? Also ich meine jetzt so richtig böse..?"

(Angesichts dessen, was da später noch kommen sollte, war das eine beinahe prophetische Frage, aber das ist ein anderes, sehr sehr weites Feld, Luise...)

Männe:  "Hm...." -Gläserpolierend und schließlich aufblickend- "Ich glaube, dafür ist es schon zu spät."

windkrafts Züge entglitten in eine extrem liebevolle Position. Man hätte es beinahe ein Lächeln nennen können. Aber natürlich nur kurz. Man will sich ja keine Blöße geben....

Und als ich mich heute daran erinnerte, wuchs plötzlich eine gelbe Primel in meinem Bauch!

(Kann das wer verstehen?)

16.03.2009 um 19:25 Uhr

Keine Wurst

Es ist eigentlich dringend an der Zeit, dass ich mal wieder was schreibe. Ich schiele schon seit Tagen auf meinen Alltag und auf die Leute, denen ich begegne, aber nix.

Es ist, als ob sich meine Umwelt dazu verschworen hätte, sich nicht von mir verwursten zu lassen...

Alle sind normal. Unauffällig. Teilweise sogar klug.

Ey, was ist los?

03.03.2009 um 23:03 Uhr

Aus Ermangelung an Ideen

Hab ich eigentlich schon von meinem Urlaub erzählt? Nein? Na dann, hier mal für alle, die den Frühling herbeisehnen, der Blick von unserem Balkon:

02.03.2009 um 22:39 Uhr

Zirkel und Fahrrad

Ich bin befriedigt.

Ich komme grade von meinem allerersten Tag im Fitnessstudio. Und es hat mir gefallen.

Und ich war sogar gut! (Also relativ....)

Ich hatte ja arge Bedenken, dass ich mich da total lächerlich mache, und mich vor den anwesenden topfitten Pink-Ladies mit meiner ausgebeulten grauen Joggimghose als "voms Land" oute, aber nix war. Ich war fast allein und hatte den Trainer für mich. (Der einen Kopf kleiner und geschätzte 15 Kilo schmaler war als ich)

Es gab auch keine platzhirschenden Pink-Girls, sondern nur ein türkisches Ehepaar. Auch Anfänger. Er dicklich und mit Schnäuzer, sie mit Kopftuch. Aber mit denen kam ich klar. Wir teilten uns die Geräte brüderlich. Wie es der Koran vorsieht. Sehr amüsiert habe ich mich dann, als ich plötzlich erkannte, dass der dickliche Hüglü früher mal in meiner Grundschulklasse war.

Ich hatte ihn zunächst nämlich mal auf lockere 15 Jahre älter geschätzt.

Da fällt mir ein....Hoffentlich hat er nicht dasselbe gedacht...?!