Fallstudie

20.04.2009 um 15:55 Uhr

Rettet die Wale

Fräulein windkraft macht sich nackich.

So, das Schlimmste ist schon mal raus. Ich befürchte jedenfalls ich werde nicht drumrum kommen. Bei der Frage, wohin unser verlängertes Frühlingswochenende uns diesmal führt, plädierte der Männe plötzlich vehement für die Ostseestrände. Ziemlich weite Fahrt für drei Tage. Das hätte mich stutzig machen müssen. Hat es auch. Aber da war es bereits zu spät...

Es ist ja nicht so, dass ich diese Sache an sich verurteile. Im Gegenteil. Das hab ich damals schon immer gedacht, wenn ich in den diversen Dokus über entsprechende Campingplätze die baumelnden Gehänge und runzeligen Brüste beim Tischtennisspielen oder wahlweise Einkaufen (mit über den Arm gehängtem Körbchen) sah: Das können se, die Ossis! Wenn schon denn schon. FKK pur oder Lusche.

Aber jetzt müssen wir dahin! Ich will nicht nackend vor einem Bungalow sitzen, den Hintern feist auf das weiße Plastikgestühl geklebt, und den vorbeilaufenden Kindern und Greisen freundlich zuwinken. Ich fühle mich unbehaglich...

Nicht nur weil ich Dinge sehen werde, die ich niemals in meinem Leben sehen wollte, sondern weil auch die anderen genau das sehen werden. Ich sollte es mit Humor nehmen. Wenn ich freigemacht vor einer Pizzabude stehe, eingepfercht zwischen adipösen Mittfuffzigern und dürren, sich eine Hand vors Gemächt haltenden Finanzbeamten, die mir allesamt angewidert auf die Schenkel starren, dann werde ich (zum ersten und letzten Mal in meinem Leben) Mario Barth zitieren und sagen:

"Das ist keine Cellulitis, das is´n Hagelschaden!"