Fallstudie

19.05.2009 um 16:39 Uhr

As time goes by

Bin ich eigentlich die einzige, die sich so unglaublich schwer tut mit dem Hausputz?

Da am Wochenende (m)ein runder Geburtstag *räusper* ansteht, muss ich wohl oder übel die Wohnung auf Vordermann bringen. Und ich fühle mich, als hätte ich die Besteigung des Mount Everest vor mir...

Ich tue alles, um "Es" herauszuschieben und kann mich gleichzeitig nicht dazu aufraffen den ersten Schritt zu tun.

Saugen, wischen, Fenster putzen, Bad und Dusche schrubben, aufräumen, Staub wischen, den Flur fegen - all das hätte ich längst mal machen müssen. Andererseits las ich letztens irgendwo, dass Putzen erst dann Spaß macht, wenn es klackert im Staubsauger und da ist wirklich was dran.

Außerdem kenne ich mich. Wenn ich heute putze, sieht man übermorgen rein gar nichts mehr davon. Also es lieber gleich sein lassen? *g* Nein, so ein Schwein bin ich dann auch wieder nicht.

Vor meinem Fenster spielen Kinder "Blinde Kuh". Ich wusste gar nicht, dass sie das noch tun. Oder wieder. In meiner Kindheit gabs das nicht. Da sind wir gleich mit Doktorspielchen eingestiegen, und direkt danach kam Fußball. 

Ich trage mich mit dem Gedanken, mein erstes festes Gehalt zum Anlass zu nehmen, eine Putzfrau zu engagieren. Obwohl, Putzfrau darf man sicher nicht mehr sagen. Wie heißt es denn heute? KeyAccountManagerin? Housekeeperin? Egal.

Zu "so Einer" muss man dann natürlich größtes Vertrauen haben. Freunde erzählten mir, wie sie auf Mallorca mal in ihr Hotelzimmer kamen, und die Reinigungsfachkraft beim Putzen "erwischten". Die Klobürste lag grade auf der Ablage direkt neben den Zahnbürsten der beiden. Sowas will man nicht. Allein der Gedanke würde mich nicht schlafen lassen.

Außerdem wäre ich so eine, die erstmal selbst groß reinemacht, bevor die Putzfrau kommt, denn man will sich ja auch keine Blöße geben und in ihren Augen als übelster Schmutzfink da stehen. Dann würde ich also Geld dafür bezahlen, dass meine Wohnung am Ende doch wieder selbst putze... Auch nicht so schlau. 

Ich möchte mir übrigens jegliche Kommentare verbitten, die mir vor Augen halten, dass man allein anhand der Länge dieses völlig sinnfreien Eintrages erkennen kann, wie SEHR ich keine Lust habe, anzufangen. Das täuscht. Dies alles lastete mir tatsächlich auf der Seele... Ich glaube, ich muss mal meine beste Freundin anrufen und ihr von meinem großen Problem erzählen. (Jaja, bis dahin fällt mir schon noch eins ein *höm*). Ja das mache ich. Jetzt sofort...

 

18.05.2009 um 22:49 Uhr

Du bist mein Bruder Alter, du bist mein Bruder

Hach, ich liebe es!

Wenn es einem mal schlecht geht, muss man nur den allwöchentlichen Auszug bei Big Brother gucken. Mehr braucht es nicht. Bei mir zum Beispiel sorgten diese unfassbaren Szenen eben für heftige und krampfartige Lachanfälle.

Dort brechen erwachsene Menschen weinend zusammen, als wäre jemand verstorben, nur weil die (Achtung, DAS BB-Hasswort)         Be-zugs-per-son das Haus verlässt und man sich nun allermindestens vier Wochen nicht sehen wird...

Die Tränen fließen ungehindert, die zwei Mannsbilder bekuscheln sich zum Abschied wie es Mädchen nie könnten - ich glaube am liebsten hätten sie sich einen Zungenkuss gegeben.

Und dann dieser Pathos! "Bleib stark" (als hätte jemals eine auch nur ansatzweise starke Persönlichkeit dieses Haus bevölkert) ist die am liebsten gebrauchte Phrase, dicht gefolgt von einem erstickten "Du bist mein Bruder Alter, du bist mein Bruder!" (Na gut, das ist ja wenigstens semantisch-lexikalisch nicht ganz am Thema vorbei...) oder auch "Ihr seid in meinem Herzen", gepaart mit der entsprechenden Geste.

Großes Kino, ganz großes Kino!

 

15.05.2009 um 21:58 Uhr

Ich mag das hören, jetzt!

Ja, mir ist langweilig, und ja, ich gucke die Mädchen-Song-Sendung. Bisher fand ich alle dargestellten Lieder scheiße.

Aber jetzt grade lief "Time after Time" von Cindy Lauper, und da fiel mir auf, dass -obwohl gefühlte 743000 Songs meine Festplatte bevölkern- dieser eine doch fehlt.

Und jetzt möchte ich ihn gerne sofort hören. Und hab ihn nicht. Hm, das ist blöd. Richtig blöd...

 

15.05.2009 um 16:06 Uhr

Mein erstes Mal

Protokoll:

07.45 Uhr: Schlecht geschlafen. Ich bin nervös und mein Magen krampft sich so komisch. Ich frage mich warum, denn schief gehen kann eigentlich nix. Das Ding ist so gut wie eingetütet. 

07.55 Uhr: Aufstehen. Doch, es KANN etwas schief gehen. Jede Menge sogar. Ich könnte den teuren Glastisch von Chef umschmeißen, ich könnte plötzlich laut rülpsen oder mir könnte rausrutschen, dass ich schon immer mit der RAF sympathisiert habe.

08.13 Uhr: Inzwischen war ich viermal (!) auf dem Klo. Meine Gedärme implodieren. Naja, ein gutes hat es ja: Nun ist es relativ unwahrscheinlich, dass ich mitten im Gespräch aufstehe und sage: "Entschuldigen Sie meine Herren, aber ich muss mal ganz dringend kacken."

09.24 Uhr: Irgendwie ganz gut, dass ich noch ganz normal arbeiten muss. Es steht mal wieder eine Umfrage an und ich kann mich hervorragend ablenken, indem ich durch die Stadt schlendere und mit älteren Männern schäkere, um ein Statement von ihnen zu erhalten.

12.07 Uhr: Jetzt wirds ernst. Sachen einpacken und früher Schluss machen. Wobei natürlich keiner wissen darf, wo ich hingehe. Ich reime mir eine Geschichte zusammen, dass ich einen neuen Verein gegründet habe, "Geräteopfer e. V.", und dass nun grade heute die erste Jahresversammlung ansteht. Ich bekomme drei Zettel zugeschoben - Aufnahmeanträge von Kollegen.

12.27 Uhr: Ich stehe vorm Spiegel und schwitze. Wieso sehe ich trotz Bundfaltenhose und Bluse eigentlich immer aus, als hätte ich eine Nacht auf dem Klo der Deutschen Bahn verbracht? Die Haare, das Gesicht - ich bin verzweifelt!

13.30 Uhr: Auf der Bundesstraße. Ich kaue an einem Käsebrötchen, das ich mir noch schnell gekauft habe. Mir wird schlecht. Na toll, bei Chef aufn Teppich zu kotzen ist ja noch schlimmer als den Glastisch umzusäbeln. 

13.56 Uhr: Chef und ich sitzen in seinem Wohnzimmer und warten auf den Herrn Personalchef. Ich glaub wir fühlen uns beide ein wenig beklommen. Es ist noch schlimmer, plötzlich in einen privaten Rahmen geworfen zu werden, wenn man sich extrem sympathisch ist. Ich finde meinen natürlichen Tonfall nicht, und rede außerdem nur Unsinn.

14.40 Uhr: Der Personalmann mümmelt am Erdbeerkuchen und erzählt Geschichten aus dem Leben. Ich gehe im Kopf meine Antworten durch und frage mich, ob ich wirklich unbedingt erwähnen musste, dass ich Politiker nicht ausstehen kann. 

14.43 Uhr: Chef und ich rutschen beide in unserem Sessel hin und her. Ich weiß immer noch nicht, wie es denn nun gelaufen ist, denn der Personale erzählt grade von seinem Sohn, der Schalke-Fan ist. Chef redet allerdings auch nur Unsinn.

14.47 Uhr: Der Personale sagt: "Wir müssen nun auch noch über das Gehalt reden". Ich schlucke. "Äh...." Wir reden aber gar nicht, denn er setzt schon wieder an (wann zum Teufel holt dieser Mann mal Luft?) und wirft mir ein paar Zahlen vor den Bug. 

14.48  Uhr: Ich nicke und lächele. Mir ist doch alles egal, hauptsache Geld. Gut, dass er nicht weiß, dass ich noch nie echtes Geld verdient habe und dass er mir in meinen Augen grade ein kleines Vermögen anbietet. Aber es gibt einen Haken. Für die Kohle muss ich nun RICHTIG arbeiten. Horror! Ich überlege, durch das Fenster zu fliehen. Kann man da nicht....? Nein, kann man nicht. Auch gut, dann müssen wir da eben durch, das Leben ist kein Wunschkonzert.

14.54 Uhr: Der Personalmensch verabschiedet sich. Chef und ich springen beide auf und wirken ein wenig zu deutlich erleichtert. "Ja gut, Frau windkraft. Hat mich gefreut. Den Vertrag schicke ich dann ihrem Chef zu und alles weitere regeln Sie untereinander."

15.06 Uhr: Chef und ich grinsen uns an. Ich danke ihm herzlich dafür, dass er so hervorragend für mich geklüngelt hat. Er sagt: "Du hast es verdient." Ich setze mich ins Auto und rauche drei Zigaretten auf einmal. 

15.49 Uhr: Ich schlage schnaufend die Haustür zu und weiß nicht mal genau ob ich nun glücklich bin oder nicht. Es wird sich zeigen. Und ist ja nicht für immer. Leider hatte ich gar nicht geplant erwachsen zu werden. 

15.55 Uhr: Ich brauche ein Ventil. Ich muss mich erleichtern. Diesmal oben raus, also verbal. Ich könnte mich mal direkt an den Blog setzen...

 

14.05.2009 um 14:45 Uhr

Gebt acht, bald holt euch der Pürierstab

Heute habe ich nicht nur Rücken, sondern auch Verschwörungstheorien..

Zum einen glaube ich, dass ich in Wahrheit gar keine Leser habe. Ich glaube, dass sich barmherzige Menschen, die es gut mit mir meinen, aus Mitleid etliche Male am Tag auf diese Seite klicken, um mir das Gefühl zu geben, ich werde gehört. Wie sonst ist es zu erklären, dass niemand reagiert, wenn ich mich entscheide, zur Abwechslung mal freundlich zu sein und alle Anwesenden zu fragen, wie es bei ihnen so aussieht? Also, liebe Freimaurer, liebe Taliban, liebe Illuminatoren oder wer auch immer - vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

Zum zweiten war gestern mein Fernseher kaputt. Heute tut er wieder. Dafür - und das ist die viel größere Katastrophe- hat meine Espressomaschine ihren Geist aufgegeben. Meine Vermutung: Elektrogeräte haben längst intelligentes Leben entwickelt. Sie streben die Weltherrschaft an, und ihre Methode ist die älteste der Welt: Folter, Verwirrung und Zermürbung. Weiter vermute ich dass sie bei den besten gelernt haben: Die Ursprünge zu dieser Bewegung sind wahrscheinlich beim Nasenhaarschneider von Hitler, dem Toaster von Honecker oder dem Vibrator von Maggie Thatcher zu suchen. 

Gebt acht meine lieben Leser (oder auch Nicht-Leser), gebt acht!

 

13.05.2009 um 20:05 Uhr

Aktuelle Bruchstücke

Sooo, wo fang ich an....

Übermorgen habe ich Besetzungscouch bei meinem Chef zuhause. Wenn alles glatt geht, werde ich danach meinen ersten echten Festvertrag unterschreiben und bedeutend mehr verdienen als zurzeit. Aber wer sich jetzt Sorgen um meinen jungfräulichen Körper macht, der irrt. Dient alles der Konspirativität (Äh, hallo? Wie heißt das Hauptwort dazu denn?)

Und dann hatte ich eben Besuch von einem geschätzten Exfreund. Nicht der berüchtigte, der mein armes Herz brach, sondern ein anderer aus ganz ganz früher Jugend. Ich nenne ihn in Gedanken liebevoll "Klitoris-Karsten" und habe nur die allerprickelsten Erinnerungen. Leider war er nicht schlau, weswegen diese insgesamt ein halbes Jahr dauernde Beziehung dem Tode geweiht war, aber er zeigte mir geduldig die Welt der Genitalien und dafür werde ich ihm ewig dankbar sein.

Was mir grade ein wenig Angst macht, ist, dass er offensichtlich immer noch in mich verliebt ist. Nur zur Info: Die ganze Geschichte ist nun 16 Jahre her und er besitzt ein trautes Heim mit Frau und Kind. Naja, er taugt nicht zum Stalker, insofern ließ ich mich gern ein bisschen bauchpinseln und freue  mich über eine derart treue Seele.

Und sonst? Bei euch so? *g

 

12.05.2009 um 01:18 Uhr

Wieso wieso wieso

...erscheinen denn diese sch... Einträge nicht? Manno!

 

 

12.05.2009 um 00:32 Uhr

´Schuldigung

Geteilte Freude ist doppelte Freude - so sagt man doch.

Ein bisschen schade ist es allerdings, wenn keiner Bock hat zu doppeln. Ich hatte da ein, zwei Sachen zu verkünden, die allgemein Anlass zu einem Lächeln, in Einzelfällen sogar Strahlen, zumindest aber zu Interesse und Anteil geben.

Nur scheint die Welt grade nicht so bereit dafür. Familie reagiert schon mal sehr cool. Ein Nicken, ein Lächeln. Nur der Schwester ist ein Glucksen zu entlocken. Na gut. Nächster Versuch. Oma. Omas sind gut für sowas. Aber falsch gedacht. Eine hochgezogene Augenbraue, einmal den Kopf gehoben, das wars. 

Nun ja. Wozu gibt es Freunde. Die müssens dann rausreißen. Aber auch hier scheint sich alles gegen mich verschworen zu haben. Auf Mails und Smse kommen keine Antworten. Das Strahlen bleibt aus. Ein Grinsen letzte Woche, immerhin. 

Vielleicht liegt es ja an mir. Vielleicht muss ich an meiner Taktik arbeiten. Ich habe versucht, die Neuigkeiten ruhig und sachlich rüberzubringen. Ich bin ja nicht so der Typ für Tamtam und Fanfaren. Aber wahrscheinlich hätte es genau das gebraucht. Ich hätte, einem Zirkusdirektor gleich, meine Stimme erheben und große Worte benutzen müssen. Das wirds gewesen sein...

Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es mir wirklich was ausmacht. Meine Freude ist so tief und so andauernd - das reicht für alle anderen gleich mit. Und das ist auch schön. 

Ich werde an die Erfinder des Sprichwortes schreiben, sie müssen umdisponieren. "Geteilte Freude ist scheiße. Stille Freude ist cooler." SO heißt es ab heute...

 

07.05.2009 um 20:37 Uhr

Heute....

...habe ich so ein bisschen das Gefühl als würde sich mein Leben verändern.... 

...oder vielleicht auch nicht.

(Spreche ich in Rätseln? Nein? Na dann ist ja gut. *g)

05.05.2009 um 17:40 Uhr

Elvis has left the building

...also im speziellen jetzt mein building. Kein groove mehr, keine Musik, kein Elan. Man könnte auch sagen:

 

I have no idea. 

 

Na toll. Eine Blockade allererster Kajüte. Nicht mal nackig hab ich mich gemacht, denn im Urlaub war es arsch (oder eben nichtarsch-) kalt. Außerdem gab es Krach. Nicht zu knapp um genau zu sein. Und ich hab gar keine Lust mehr daran zu denken. Ich überlege außerdem, mein Leben umzukrempeln. Zum Beispiel schwedisch lernen, auswandern, und dann mit Mitte 30 ein uneheliches Kind von Pippi Langstrumpf kriegen. Alles besser als dieser eintönige Stress hier....

 

Klinge ich knöttrig? Täuscht nicht, bin ich auch!