Fallstudie

19.10.2009 um 18:54 Uhr

Die Lakonie

Ich habe Grippe. Ob Schweine- oder nicht - who knows? Der Doktor ordnete jedenfalls keine komplizierten Bluttests an, sondern verschrieb mir lediglich Bettruhe und viel Tee. Na bravo. Und dafür zahlt meine Kasse nun an die 200 Euro.

Nichts genaues weiß man jedenfalls nicht, also bleib ich vorsichtshalber bis Mittwoch mal in Quarantäne. Und langweile mich. Nur der heutige Morgen begann mit einem Schock: Beim Naseputzen menstruierte ich plötzlich aus derselbigen. Soll heißen: Es waren keine leicht blutigen Popel, die ich da zutage förderte, es waren Sturzbäche vom Lebenssaft, die flott 4 Taschentücher füllten.

Das war echt erschreckend, weil ich in meinem ganzen, inzwischen über 30 Jahre währenden Leben noch niemals Nasenbluten hatte. Noch nie! So dachte ich kurzfristig, ich muss sterben. Nennen Sie mich hysterisch, aber so war es.

Mehr war aber dann nicht mehr. Wie Sie sehen: Mir fällt die Decke auf den Kopf....

 

17.10.2009 um 11:35 Uhr

Monkey Business

"Oh oh" entfährt es mir zurzeit regelmäßig und mit gespitzten Lippen ... "Oh oh"....

So geht das jetzt seit vorgestern. Ich habe etwas getan. Also gewagt. Aber vielleicht fange ich anders an: Ich habe etwas getan, was ganz und gar gegen meine Natur ist... Nee, lieber von vorne:

Vorgestern saß ich im Büro, mümmelte an meinem Brötchen und blätterte in Werbeprospekten. Da fiel mir das rote auf, das mit den zwei M´s. Da gab es einen Fernseher. Einen LCD-Fernseher. Einen 106cm-LCD-RIESEN-FERNSEHER!!! 

Und ab dem Punkt haben sich wohl alle meine Sinne ausgeschaltet. Oder an, und das Gehirn aus, wie auch immer. Plötzlich war ich ferngesteuert: Ich habe meine Mittagspause einfach verlängert, bin nochmal raus gegangen, rüber gestiefelt zu dem 2-M-Laden und habe mir schnurstracks einen Verkäufer gegriffen. 

"Hallo...!" Ich grinste den pickeligen jungen Mann mit dem roten Polo-Shirt an, als würde ich ihm eine wirklich frohe Botschaft überbringen. Er lächelte geschäftsmäßig, abwartend. Als ich ihn einfach nur weiter angrinste, wurde Medi-Monkey unsicher.

"Kann ich helfen?"

Ich: "Jahaa!" Immer noch strahlend.

Er: "???"

Ich: "Ich möchte einen Fernseher kaufen!"

Er (mit einem Sagen-se-das-doch-gleich-Gesicht) "Sehr gerne, haben Sie denn ein bestimmtes Modell im Kopf?"

Ich: "Ja!"

Er: "???" (nickt aufmunternd)

Ich: "Äh, Moment..." (und krame umständlich in meiner Handtasche, bis ich ihm freudestrahlend das Prospekt mit dem 106-Zentimeter-Monster unter die Nase halte).

So ging das eine ganze Zeit hin und her, -ich fragte Monkey zum Beispiel nach seiner Meinung, was man natürlich niemals tun darf, aber ich hatte mich ja eh schon entschieden. Wir waren uns einig, und nun grinsten wir beide im selben Rhythmus.

Plötzlich fuhr ich mir mit der Hand an die Stirn: "Oh nein!!!" Monkey stieg die Panik in die Augen. Wahrscheinlich hatte er in diesem Moment rege Darmtätigkeit, als er seine Prämie davonschwimmen sah...

Ich sah ihn verschwörerisch an: "Ich bin doch grade im Büro-ho...!" woraufhin er nur nickte (was sollte er auch anderes tun). "Ich kann ihn erst heute abend abholen..." 

Niemals habe ich einen Menschen erleichterter zurück gelassen als Monkey im roten Polo-Shirt.

Ich war immer noch voller Hormone, als ich das Gerät alleine (!!!) abholte, die Treppen hochwuchtete und aufbaute. Auch als ich das gute Stück zum ersten Mal anstellte, war ich noch erleuchtet und ein breites Grinsen zierte nach wie vor mein Gesicht.

Aber allmählich, ganz allmählich, wurde mir klar, was ich da gemacht hatte. Ich bin ein Sparfuchs. Ein Ratio-Typ. Ein Vernunft-Charakter. Ich bringe es sonst nicht über mich, auch nur 2,50 Euro ohne Not auszugeben. Und seitdem kräuselt immer mal wieder dieses klagende "Oh Oh" meine Mimik. "Oh Oh...." - aber geil ist er schon! Fröhlich