Ich bin der böse Cop
Tja, nun hab ich ja die solange gefürchtete Hochzeit hinter mich gebracht. Und wie immer kam es anders als man denkt. Das Schlimmste waren weder die hohen Schuhe noch der Trauzeugen-Pflicht-Walzer, auch nicht die obligatorisch peinlich betrunkenen Onkels oder die steifen Tischreden.
Nein.
Das Schlimmste war dieses fiese Gefühl, das sich Alien-mäßig mitten aus dem Magen selbst gebar und sich langsam durch alle Arterien meines Körpers fraß, um schließlich äußerst zerstörerisch mein Herz zu erreichen: Neid! Schöne Menschen, genug Geld, grenzenloser elterlicher Stolz, zwei freundliche Familien sowie Sicherheit und Souveranität, dort, wo sie nötig war. Vielleicht sogar ein bisschen Liebe. Auf jeden Fall zuviel des Guten!
So ein Fest verlangt ja (allein aus Etikette) extreme Fröhlichkeit, bewundernde Blicke für das Brautpaar, Güte, die besten Wünsche und ehrlich gemeinte Freude sprich Nächstenliebe. Bei mir passierte das Gegenteil. Ich fing schon ganz früh an zu brodeln und war am Ende des Abends an dem Punkt angelangt, an dem ich dem Brautpaar wünschte, es möge sich erst langweilen, dann ankotzen und sich schließlich in fünf bis sieben Jahren scheiden lassen... Rosenkrieg und tote Kaninchen inbegriffen!

Wenn man Antennen für all sowas hat, fällt es schwer, ein fröhliches Gesicht dazu zu machen... ;-)
Solidarische Grüße! :-)
Aber ich bin froh, dass dir diese Gefühle nicht gänzlich unbekannt sind. Das tröstet... ;-)