Weblog von Hans-Wolfgang

19.09.2006 um 22:30 Uhr

durch verschiedene andere Faktoren noch potenziert...

von: tao

Der Flugverkehr, dieser nicht zu unterschätzende "Klimakiller" genießt sogar noch das Recht der Steuerbefreiung, zumindest was das Flugbenzin betrifft. Aber nein, wir wollen ja schließlich in Urlaub fliegen und billig und schnell von A nach B zum Shoppen. Auch die Klimawirksamkeit der Kondensstreifen spielt beim Klimawandel eine heruntergespielte Rolle. Aber egal - es ist eh alles zu spät! Der Temperaturanstieg wird zwar in erster Linie durch den Anstieg des Kohlendioxidgehalts hervorgerufen, aber durch verschiedene andere Faktoren noch potenziert beziehungsweise beschleunigt. Da wäre zum einen das Eis und der Schnee der Arktis, die das Sonnenlicht stark reflektiert und somit eine zusätzliche Erwärmung verhindert. Schmilzt aber das Eis, dann wird die Erderwärmung, vor allem auf der Nordhalbkugel, zusätzlich beschleunigt. Und dass das Eis am Nordpol derzeit schmilzt, wurde schon vor Jahren beobachtet. Ein Forscherteam hat festgestellt, dass diese Rückkoppelungseffekte noch stärker ausfallen und prognostiziert, dass die Erwärmung noch stärker ausfallen wird. Letztendlich ist aber mit einer Beschleunigung des Temperaturanstiegs von 50 Prozent zu rechnen. Es geht also nicht mehr darum, ob es wärmer wird, sondern nur noch darum, wie schnell es wärmer wird. Weitere Beschleunigungsfaktoren: Wenn es wärmer wird, nehmen die Meere weniger Kohlendioxid auf. Und: Bei steigenden Temperaturen wird mehr organisches Material zersetzt, was den Ausstoß von CO2 steigen lässt. Um diese Daten zu verifizieren, wurden gut gesicherte Klimadaten aus der so genannten Kleinen Eiszeit von 1550 bis 1850 analysiert, welche die geschichtliche Epoche der frühen Neuzeit (1492 bis 1789) komplett überlagerte. Auch dabei wurde festgestellt, wie empfindlich die Temperaturen auf das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Kohlendioxid reagieren. Forscher haben in der Antarktis gebohrt und dabei rund 360.000 Jahre in die Zeit zurückgeblickt. Sie und viele andere Wissenschaftler gehen deshalb von einem Temperaturanstieg von sechs bis acht Grad noch in diesem Jahrhundert aus. In immer kürzeren Abständen werden die Temperaturprognosen für dieses Jahrhundert höher angesetzt. Vor wenigen Wochen noch gingen die meisten Forscher von einem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur von zwei bis fünf Grad aus, jetzt sind es schon bis zu acht – und schon erreicht uns die nächste Hiobsbotschaft. Der Wissenschaftliche Beirat globale Umweltveränderung (WBGU) hat in seinem aktuellen Gutachten an die Bundesregierung jetzt eindeutig bestätigt, dass sowohl die Erwärmung und Versauerung der Meere als auch ein Anstieg des Meeresspiegels inzwischen deutlich messbar seien.