Südliches Blütenland XXVII 20 (1)
Das Denken macht alles zum Problem.
Ansonsten ist das Leben einfach, der Tod ist einfach,
da gibt es überhaupt kein Problem.
Aber das Denken redet einem ein,
daß jeder Moment ein Problem ist und daß dieses Problem gelöst werden muß.
Hast du erst einmal diesen ersten Schritt nachvollzogen,
und glaubst nun selbst, daß alles ein Problem ist,
dann kann nichts mehr gelöst werden,
denn schon der erste Schritt ging in die absolut falsche Richtung.
Das Denken kann dir keine einzige Lösung geben,
es ist genau dieser Mechanismus, der dir die Probleme macht.
Selbst wenn du denkst, daß du jetzt ein Problem gelöst hast,
werden durch diese Lösung tausend neue Probleme entstehen.
Genau das hat die Philosophie schon immer betrieben.
Philosophie ist eine Angelegenheit des Denkens.
Wenn das Denken sich irgendetwas anschaut,
sieht es sofort ein Fragezeichen, es schaut mit zweifelndem Blick.
Sehr einfach ist das Leben und sehr einfach ist der Tod -
aber nur wenn du ohne das Denken sehen kannst.
Sobald du darüber nachdenkst,
dann ist alles komplex,
dann ist da nur noch Konfusion.
Und das Denken versucht dann, diese Konfusion zu lösen,
wo es doch in Wirklichkeit der Ursprung aller Konfusionen ist;
so kann also nur noch mehr Verwirrung erzeugt werden.
