Tao 32
Wenn wir einen Grashalm verstehen können,
haben wir alles verstanden, die Wurzel und alles.
Es ist leicht, sich selbst zu betrügen.
Die Leute betrügen sich selbst millionenfach.
Sie vergeuden ihre Zeit auf Millionen von Wegen,
in der Hoffnung, sie könnten irgendwie in den Tempel gelangen
durch irgendein Hintertürchen.
Es gibt aber keins.
Es gibt keine Hintertüre in den Tempel, nur den Vordereingang.
Wir können viele Hintertürchen finden,
aber sie werden uns nicht zu dem inneren Schrein führen.
Wir werden gefangen werden durch irgendeinen Scharlatan oder sonst jemanden.
In der Existenz gibt es keine Hintertürchen,
denn die Existenz glaubt nicht an Versteckspiele.
Alles ist so offen, das Geheimnis ist so offensichtlich.
Nichts ist verborgen, alles ist offen,
wir brauchen bloß Augen, es zu sehen,
Bewußtheit, es zu lesen, die Fähigkeit, es zu genießen.
Überall ist alles ein offenes Geheimnis,
von Anfang an ist nichts verborgen, was auch immer.
Die Existenz ist offen, nur wir sind verschlossen.
Und ein verschlossenes Denken arbeitet dann mit dem I Ging –
was werden wir dann damit erreichen ?
Unsere eigenen Reflektionen, wir werden uns selbst darin sehen,
unser eigenes Unbewußtes wird in ihm reflektiert werden.
