Quellender Urgrund 2/12 (6)
In Dartmouth überraschte ein Englisch-Professor plötzlich einen anderen Kollegen dabei, wie er etwas auf eine Klowand schrieb. "Elmer !", schnappte der Professor nach Luft. "Sag mir nicht, du bist so ein Kerl, der auf Klowände schreibt !"
"Das ist doch Quatsch", fuhr ihn der Professor wütend an. "Ich korrigiere bloß die Grammatik."
Bloß die alte Angewohnheit des Korrigierens – er muß dort wohl irgendwelche Grammatikfehler gefunden haben.
Ein Geizhals, ein sehr berühmter Geizhals...
Eine große Menge lief am Strand von Coney Island zusammen und schaute dem Mann zu, der soeben der Millionenerbin eine künstliche Beatmung verpaßte, die er gerade gerettet hatte. Ihre Eltern bahnten sich einen Weg durch die Menschenmassen und waren überglücklich, als sie ihre Tochter am Leben und wohlauf vorfanden. "Mama", sagte der alte Mann, "gib dem Burschen einen Dollar. Er hat ihr das Leben gerettet."
"Aber Papa", protestierte die Tochter, "ich war halbtot."
"Schon gut", sagte Papa, "gib ihm fünfzig Cents."
Wenn wir beobachten, was bei uns von innen kommt, wenn wir aufmerksamer dabei sind, dann zeigen sich uns tiefverwurzelte Angewohnheiten und wir werden uns all dieser Gewohnheiten bewußt werden. Nicht daß wir mit ihnen kämpfen sollten, nein. Nicht daß wir uns mit Anstrengung von ihnen lösen sollten, nein. Alles, was angestrengt abgestellt wird, wird zurückkommen und es wird nicht nur zurückkommen, es wird sich rächen. Wenn wir gegen irgendeine alte Angewohnheit den Kampf aufnehmen, wird dieser Kampf eine Spaltung erzeugen: Wir würden mit uns selbst kämpfen. Besser ist es einfach zu verstehen und achtsamer zu werden.
Auch wenn wir nun verstanden haben sollten, daß Wissen zwecklos ist, ist dies bloß ein Schimmer. Diesen flüchtigen Eindruck gilt es nun, tief in unser Unbewußtes hineinzutragen. Dann gilt es zu beobachten. Immer wenn wir damit anfangen, unser Wissen zu zeigen, dann wäre es angebracht, genau hinzuschauen, warum. Was sind die tieferen Motive ? Wenn wir soweit gekommen sind, daß wir all die Motive und all das, was wir da hineininvestiert haben, kennen, wenn wir überall in unserem Wesen herumgeforscht haben, dann werden wir plötzlich sehen, daß durch dieses Verstehen die Gewohnheiten verschwinden. Dafür ist kein Kampf nötig, dafür ist keinerlei Anstrengung nötig – täten wir das, würde dieser flüchtige Einblick, der manchmal zu uns kommt, niemals in unser Leben übersetzt und hinübergeführt werden.
