Tao 119
Was auch immer wir tun, wir werden es tun.
Wie kann das über uns hinausgehen ? Wie kann es transzendental sein ?
Durch unsere eigenen Anstrengungen, wie können wir so transzendieren ?
Das ist nicht möglich; wir versuchen damit, das Unmögliche zu tun.
Wir können für tausende von Leben immer weiter danach in die Höhe hüpfen, aber nichts wird erreicht werden.
Besser: Wir akzeptieren uns selbst. Das ist nämlich die einzige Realität, die es gibt,
das ist die einzige Möglichkeit, die es gibt.
Akzeptieren wir uns, wie wir sind, dann ist plötzlich alles transformiert.
Akzeptanz ist das Wort für Lao-tse, nicht Erleuchtung.
Totales Akzeptieren, was auch immer der Fall ist – nichts sonst ist möglich.
So sind die Dinge eben.
So sind wir nun einmal in diesem ungeheuer weiten Universum zum Ereignis geworden.
Dieses unermeßliche Universum wollte uns genau so, wie wir sind – das könnten wir nun endlich akzeptieren.
Es gibt für uns nur zwei Alternativen: Entweder wir lehnen uns ab oder wir akzeptieren uns.
Wenn wir uns ablehnen, dann stehen uns wiederum zwei Möglichkeiten offen:
Wir lehnen uns auf eine weltliche Art und Weise ab oder wir lehnen uns auf eine jenseitige Art und Weise ab.
Wenn wir uns auf profane Art und Weise ablehnen heißt das, daß wir schöner sein wollten als wir sind,
wir würden gerne stärker sein als wir sind, wir würden gerne reicher sein als wir sind,
wir würden gerne ein größeres Haus haben als wir es haben.
Da ist Ablehnung im gesellschaftlichen Rahmen.
Wenn wir uns auf überirdische Art und Weise ablehnen, auf die religöse Art und Weise,
bedeutet das, daß wir gerne Satori, Samadhi, Erleuchtung, Nirvana erlangen würden;
wir würden gerne ein Buddha werden;
wir würden gerne Gott besitzen; wir würden gerne in unendlicher Glückseligkeit leben.
So lehnen wir uns auf die religöse Weise ab.
Es sind beides Ablehnungen und beide sind verkehrt.
Für Lao-tse ist beides in gleicher Weise absurd.
