Südliches Blütenland 1 (4)
Taoismus, Zen, Yoga, Sufismus, Chassidismus,
dies sind alles Methoden, um uns zurückzubringen,
uns wieder auszunüchtern, unsere Trunkenheit zu zerstören.
Warum sind wir so betrunken?
Was macht uns so betrunken?
Warum sind unsere Augen so schläfrig?
Warum sind wir nicht achtsam?
Was ist die Ursache von all dem?
Die Wurzelursache ist die, dass wir ersehnen und wünschen.
Versuchen wir, die Natur des Verlangens zu verstehen.
Die Sehnsucht ist alkoholisch,
das Wünschen ist die größtmögliche Droge.
Marihuana ist nichts dagegen, LSD ist nichts dagegen.
Das Verlangen ist das stärkstmögliche LSD –
das ultimative Rauschgift.
Was ist die Natur der Sehnsucht?
Wenn wir uns etwas wünschen, was geschieht da?
Wenn wir uns nach etwas sehnen, erzeugen wir damit eine Illusion im Denken;
wenn wir etwas wünschen, haben wir uns schon aus dem Hier wegbewegt.
Nun sind wir nicht mehr hier, wir haben uns aus dem Hier absentiert
denn das Denken erzeugt nun einen Traum.
Diese Abwesenheit ist unsere Betrunkenheit.
Besser wäre es, präsent zu sein!
In eben diesem Moment stehen die Türen zum Himmel offen.
Es ist nicht einmal nötig, zu klopfen
denn wir sind ja nicht außerhalb des Himmels, wir sind schon drinnen.
Wären wir wachsam und würden wir uns umschauen, ohne dass unsere Augen voll mit Wunschdenken sind, wir würden lachen, aus dem Bauch heraus lachen.
Wir würden lachen über diesen ganzen Witz, über das, was sich da abspielt.
Wir erzeugen einen Raum, ein energetisches Feld –
Und die Sehnsucht ist die Art und Weise, wie wir dieses Feld erschaffen.
