Südliches Blütenland 27/20 (8)
Wenn Bäume ankommen können, wird der Mensch auch ankommen.
Wenn diese ganze Existenz in Bewegung ist, dann bist du ein Teil davon.
Werde nicht zu einem Strudel des Denkens
sonst wirst du immer im Kreis gehen, immer rundherum,
und das Fließen geht verloren.
Dann ist da am Ende keine ozeanische Erfahrung.
Das Leben ist ein Rätsel für dich, weil du durch das Denken schaust;
wenn du durch das Nicht-Denken schaust, ist das Leben ein Mysterium.
Das Leben ist schon tot, wenn du durch das Denken schaust;
und das Leben stirbt niemals, wenn du durch das Nicht-Denken schaust.
Das Denken kann das Lebendige nicht fühlen.
Das Denken kann nur das Tote berühren, das Materielle.
Das Leben ist so subtil, und das Denken ist so derb -
das Instrument ist nicht so subtil wie das Leben.
Und wenn du mit diesem Instrument das Leben berührst
kann es nicht den Pulsschlag des Lebens erfassen.
Es geht daran vorbei.
Das Pulsieren ist sehr subtil -
du bist der Herzschlag des Lebens.
Dschuang Dsi liegt auf seinem Sterbebett.
Und wenn ein Mensch wie Dschuang Dsi auf seinem Sterbebett liegt
sollten die Schüler absolut still sein.
Dieser Moment sollte nicht verpasst werden
denn der Tod ist der Gipfel.
Wenn Dschuang Dsi stirbt, stirbt er auf dem Gipfel.
Das kommt selten vor
dass das Bewusstsein seine absolute Erfüllung erreicht.
Die Schüler sollten still sein;
sie sollten beobachten, was da geschieht;
sie sollten tief in Dschuang Dsi hineinschauen
und sollten dem Denken keine Einmischung erlauben,
und auch keine törichten Fragen stellen.
Aber das Denken beginnt immer Fragen zu stellen.
Sie machen sich Sorgen um die Beerdigung
und Dschuang Dsi ist immer noch am Leben.
Aber das Denken ist nicht lebendig, es ist niemals am Leben;
das Denken denkt immer in Begriffen des Todes.
Für die Schüler ist der Meister schon tot.
Sie denken schon an die Beerdigung -
was zu tun ist, was man nicht tun darf.
Sie erschaffen ein Problem, das überhaupt noch nicht existiert
weil Dschuang Dsi immer noch am Leben ist.
