Taoistische Reflektionen

30.04.2008 um 23:59 Uhr

Quellender Urgrund 2/20 (13)

von: tao

Und das Ego ist sehr zerbrechlich;

in jedem Moment ist es am Rande des Todes.

Und jeder kann es töten,

schon eine Geste kann es töten, schon ein Blick.

Jemand schaut dich an, und das Ego ist beunruhigt.

Dieser Mensch scheint ein Feind zu sein. Eine feindselige Geste

und spürst ein Zittern, denn das Ego ist fragil.

Es ist eine falsche, künstliche Sache, es muss aufrechterhalten werden.

Das ist der Grund, warum es soviel Furcht gibt --

und inmitten dieser Furcht, dieser ozeanischen Angst,

schaffst du es irgendwie, einige wenige Inseln der Tapferkeit zu erschaffen.

Sonst würde es zu schwierig sein.

29.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 76 (6)

von: tao

Warum denkst du denn laufend

über die Vergangenheit nach, die nicht mehr ist

und wo nichts mehr zu machen ist?

Du kannst sie nicht mehr leben.

Du kannst nicht mehr in ihr sein.

Aber sie kann deinen gegenwärtigen Moment zerstören.

Aber dafür muss es irgendeinen tiefverwurzelten Grund geben --

die tiefsitzende Ursache ist

dass du gegen die Ganzheit kämpfst.

Indem du mit dem Ganzen kämpfst,

indem du gegen den Fluss des Lebens kämpfst,

bist du entwurzelt.

Du bist winzig klein geworden,

ein Phänomen wie eine Kapsel, eingeschlossen in dir selbst.

28.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 16 (12)

von: tao

 

Der materialistische Mensch kann nur gewisse Dinge sehen, die kurzfristig und in nächster Nähe sind,

er kann nichts sehen, was sich weiter weg befindet.

Er schaut auf das, was er auch immer eben jetzt zusammenraffen kann.

Seine Augen sind wie die eines kurzsichtigen Menschen geworden

der nichts in weiterer Entfernung mehr sehen kann.

Er schaut bloß auf das, was er gerade jetzt zusammenkratzen kann,

ohne daran zu denken, dass es sich am Ende als sehr kostspielig erweisen würde.

Auf lange Sicht mag sich dieser Vorteil als Nachteil herausstellen.

Du kannst ein großes Haus bauen,

aber bis es endlich bezugsfertig ist, mußt du schon wieder abtreten;

du konntest überhaupt nicht darin leben.

Du hättest schön in einem kleinen Haus leben können,

sogar ein Häuschen würde genügt haben,

aber du dachtest nur daran, dass du in einem Palast leben würdest.

Dann ist der Palast endlich fertig, aber der Mensch ist schon weg.

Er ist nicht mehr da.

Sonstige

27.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao 398

von: tao

 
Ein Mensch, der versteht, ist spiegelgleich.
Ein Spiegel trägt nichts mit sich.
Ein Spiegel lebt immer in der unmittelbaren Gegenwart,
wer auch immer vor ihm steht, den reflektiert er.
Du stellst so einem Menschen eine Frage.
Die Frage kann durch  Wissen beantwortet werden,
das bedeutet durch die Erfahrung anderer;
die Frage kann mit Weisheit beantwortet werden,
durch meine eigene Erfahrung;
die Frage kann durch Verstehen beantwortet werden --
dann bin ich bloß ein Spiegel,
ich gehe einfach auf ihn ein.
Du fragst,
du stellst dich vor seinen Spiegel,
er erwidert einfach, er spiegelt es zurück.

Beschäftigt

26.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao 397

von: tao

Alleinsein ist äußerst schön, denn

es ist ganz und gar frei. Es ist

absolute Freiheit; wie kann sie

Traurigkeit erzeugen?

 

Aber deine Interpretation ist falsch.

Du wirst deine Interpretation fallen

lassen müssen. Tatsächlich, wenn

du von Alleinsein sprichst, meinst

du in Wirklichkeit Einsamkeit. Und

du hast nicht den Unterschied

gesehen zwischen Einsamkeit und

Alleinsein.

 

Fehlinterpretiertes Alleinsein sieht

wie Einsamkeit aus. Einsamkeit

bedeutet aber, dass dir der andere

fehlt. Und wer ist der andere? --

Jegliche Ausflucht, die dir hilft, dein

Bewußtsein zu ertränken, jedes

Rauschmittel: Das mag eine Frau

sein, ein Mann, ein Buch,

irgendetwas -- alles, was dir hilft,

dich selbst zu vergessen, was dir

deine Selbst-Erinnerung

wegnimmt, was dich von deiner

Bewußtheit entlastet.

25.04.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 6/4 (22)

von: tao

Und dein ganzes Leben ist zum Albtraum geworden:

Soviele Wünsche, soviele Horizonte, soviele Perspektiven,

soviele Dinge, die du erreichen mußt, bevor das Leben verloren geht.

Das ist der Grund, warum du in solch einer Eile bist -- du kannst nirgendwo sein.

Du rennst und rennst und rennst in einem fort

bis du einfach dem Tod in die Arme fällst.

Der Tod ist das Ende deiner ganzen Bemühung.

Bedenke, Bedürfnisse sind schön.

Und dies ist der Unterschied

zwischen anderen Weisen, sogenannten Weisen, und Dschuang Dsi --

Bedürfnisse sind schön, Wünsche sind häßlich.

Und so kannst du sie unterscheiden: Das Bedürfnis kommt vom Körper

und der Wunsch wird vom Denken erzeugt.

Tiere sind glücklicher, die Vögel, die Bäume,

denn sie haben kein Denken mitbekommen, mit dem sie sich etwas wünschen können;

sie sind glücklich, wo immer sie sind.  Sie leben und sie sterben,

aber sie sind niemals in Sorge und Beklemmung, diese Verspannung ist nicht da.

24.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao Te King 67 (9)

von: tao

Nach Sex und Liebe kommt als das dritte die Andacht.

Wenn du durch eine Person hindurch in die Existenz hineingeschaut hast --

sei es deine Geliebte, dein Mann, deine Frau, dein Freund, deine Freundin, dein Geliebter,

dein Kind, dein Meister,

wenn du in einen Menschen hineingeschaut

und Unendlichkeit gesehen hast,

wenn du in das Fenster einer Person hineingesehen hast

und der ganze Himmel der Endlosigkeit öffnete sich,

dann weißt du

dass Liebe höher steigen kann --

sie kann zur Andacht werden.

Andacht ist

die Begegnung des Geistes mit dem Geist.

 

23.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao 396

von: tao

Es geht nicht darum, etwas zu erreichen, es geht nicht darum, irgendwo anzukommen -- du mußt einfach nur langsamer werden. Und das macht die ganze Lehre des Taoismus aus.

Nimm den Fuß vom Gaspedal und verlangsame dich. Entspanne dich. Vergiß die Ideale. Vergiß, dass da irgendeine Zukunft ist. Lass diesen Moment alles sein. Entspanne dich. Genieße die kleinen Dinge des Lebens, so dass du nicht ständig dahinrast, so dass du nicht immer irgendeine Sehnsucht in die Zukunft hineinprojizierst. Du hast gar keine Zukunft.

Dann geschieht es eines Tages: Du bist ganz gewaltig in den gegenwärtigen Moment hineingefallen; nichts bewegt sich mehr. In diesem Moment der Nicht-Bewegung erkennt man, wer man ist. Alles Meditieren ist nur dafür da, um dir dabei zu helfen, dass du dich entspannst, dass du die Zukunft vergißt, dass du hier-jetzt bist. Ob du singst, tanzt, irgendwelche Mantren wiederholst oder summst .. es ist eine Aktivität im gegenwärtigen Moment für den gegenwärtigen Moment: Du vertiefst dich darin und läßt dich ganz hineinziehen. Dies zu lesen kann eine Meditation sein, wenn du dich davon ganz absorbieren läßt. Du kümmerst dich nicht mehr darum, irgendwohin zu gehen, du bist einfach hier bei diesen taoistischen Reflektionen.

22.04.2008 um 23:59 Uhr

Tao 395

von: tao

Wütend 

Gegenwart ist ein kreatives Phänomen.

In ihr kannst du deine Unwissenheit wiederentdecken und mit ihr, die Unbegrenztheit.

Wenn du total unwissend werden kannst

hast du den ersten Schritt gemacht, um total weise zu werden.

Totalität ist die Brücke.

Wenn du ganz unwissend bist, dann hat sich Ganzheitlichkeit schon ereignet,

und Ganzheit ist die Brücke.

Um dann vom Nicht-Wissen Weisheit zu erreichen, ist kein großes Problem,

die Brücke ist offen, die Brücke steht bereit.

Also sei total.

In diesem Moment kannst du nur in Unwissenheit total sein --

was als nächstes geschieht, wird sein, dass du total in Weisheit bist.

Aber du hängst dich ständig an kleine Stückchen Wissen.

Versuche nicht clever zu sein. Sei aufrichtig.

Wenn du unwissend bist, dann sei unwissend,

und du wirst die Gegenwärtigkeit berühren können.

Lass dich demolieren, zerstören,

dass sich in dir die kreative Explosion ereignen kann.

Doch zuerst mußt du zulassen, dass alles getötet wird, was du weißt,

dass es zerstört wird,

dass etwas demoliert wird, was in dir falsch gelaufen ist.

Nur dann kannst du kreativ sein..

21.04.2008 um 01:30 Uhr

Südliches Blütenland 20/2 (9)

von: tao

 

Du magst ein Prominenter werden, ein VIP, aber du bleibst gewöhnlich --

wer ist denn dann außergewöhnlich?

Die Außergewöhnlichkeit beginnt erst dann

wenn du nicht mehr nach Außergewöhnlichkeit strebst.

Dann hat die Reise begonnen, dann ist eine neue Saat aufgegangen.

Das ist es, was Dschuang Dsi meint, wenn er sagt:

Ein vollkommener Mensch ist wie ein leeres Boot.

Viele Dinge sind da miteingeschlossen.

Ein leeres Boot fährt nirgendwo hin

denn da ist niemand, der es steuern könnte,

niemand, der es manipuliert,  niemand, der es irgendwohin fährt.

Ein leeres Boot ist bloß da, es fährt nirgendwo hin.

Selbst wenn es sich bewegt, so fährt es doch nirgendwo hin.

Wenn das Denken nicht da ist

wird das Leben eine Bewegung bleiben, aber es wird nicht mehr dirigiert werden.

Du wirst dich bewegen,

du wirst dich verändern,

du wirst wie ein Fluß dahinfließen,

aber nirgendwo hingehen, ohne ein Ziel im Auge zu behalten.

20.04.2008 um 01:29 Uhr

Quellender Urgrund 2/4 (12)

von: tao

Nur ein religiöser Mensch, ein wirklich religiöser Mensch,

kann über Alkohol, Marihuana, LSD, jede Art von Droge hinaus sein.

Nur ein religiöser Mensch kann jenseits davon sein.

Wie kannst du sonst darüber hinaus sein?

Das Ego ist zu stark, die Belastung ist zu groß,

sie geht dir ständig im Kopf herum.

Du mußt dich einfach vergessen und abschalten.

Aber wenn Wein so viel bewirken kann,

kannst du dir da nicht vorstellen, was göttlicher Wein tun kann?

Was bewirkt denn der Wein?

In gewissen Momenten,

auafgrund chemischer Veränderungen im Gehirn, im Körper,

vergißt du dich selbst.

Aber das ist nur momentan. Tief in dir bist du noch da,

und nach ein paar Stunden ist der chemische Effekt verflogen,

dein Körper hat den Alkohol ausgestoßen

und das Ego bringt sich wieder zur Geltung.

Aber es gibt einen Wein --

Tao ist dieser Wein, Gott oder welchen Namen du sonst dafür verwenden willst.

Hast du den erst einmal gekostet, ist das Ego für immer Vergangenheit.

Niemand kommt jemals zurück aus dieser Trunkenheit.

19.04.2008 um 01:26 Uhr

Südliches Blütenland 26/10 (10)

von: tao

Verrückt

Du hast das Netz, die Falle, aber da sind keine Fische drin.

 Wenn du wirklich den Fisch gefangen hättest

würdest du sofort das Netz weggeworfen haben.

Was soll es noch?

Wenn du wirklich die Leiter benutzt hast, dann vergißt du sie wieder.

Wer denkt noch an sie? Du hast sie transzendiert, sie ist zur Anwendung gebracht worden.

Immer also, wenn ein Mensch wirklich zum Erkennen kommt,

ist das Wissen vergessen. Das ist dann das, was wir Weisheit nennen.

Ein weiser Mensch ist jemand, der imstande gewesen ist, das gelernte Wissen zu verlernen.

Er läßt einfach alles los, was unwesentlich ist.

Sagt Dschuang Dsi:

"Wo kann ich einen Menschen finden

der die Worte vergessen hat?

Er ist derjenige,

mit dem ich gerne sprechen würde."

18.04.2008 um 23:59 Uhr

Quellender Urgrund 1/7 (4)

von: tao

 

"Dsi Gung wurde des Studierens müde und sagte zu Konfuzius: Ich  möchte Ruhe finden."

Worte erzeugen Ruhelosigkeit. Lehrmeinungen, doktrinär und dogmatisch, machen dich verspannter, weil sie dich in die Irre führen; sie führen dich weg von der Realität. Je weiter du von der Wirklichkeit entfernt bist, desto ruheloser wirst du sein. Lass das ein Kriterium sein: Immer wenn du dich ruhelos fühlst, bedeutet das, dass du dich weit von der Realität entfernt hast. Immer wenn du nahe an der Wirklichkeit bist, macht sich ungeheure Ruhe breit, Stille, Schweigen, Frieden, ein Segen breitet sich in aller Ruhe aus. Du bist zuhause, denn die Realität ist deine Heimat. Ruhelosigkeit bedeutet einfach: Du bist dabei, dich von dir selbst zu entfernen und dein ganzes Wesen fühlt sich entwurzelt, heimatlos gemacht, daher die Ruhelosigkeit.

Dsi Gung sagte: "Ich möchte Ruhe finden. Genug der Theorien, und genug studiert. Ich habe alles studiert, was studiert werden kann. Ich bin ein hochgebildeter Mensch geworden, dein bester Schüler, aber das ist unbefriedigend. Hilf mir, Ruhe zu finden."

Hast du das schon gemerkt? Je mehr du weißt, Worte, Schriften, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Bhagavad-Gita, Koran, Bibel. die Veden, desto mehr wirst du spüren, wie dein Denken immer verrückter wird; du fühlst dich wie in alle Richtungen gleichzeitig gezogen. Die eine Theorie sagt das eine, die andere Theorie sagt etwas anderes; sie widersprechen sich gegenseitig, sie befinden sich immer im Kampf miteinander. Großartige Argumente und nichts kommt dabei heraus. Durch die Jahrhunderte hindurch hat die Philosophie kein einziges Ergebnis zustande gebracht. Seit fünftausend Jahren haben Philosophen schon diskutiert, aber sie sind niemals zu irgendeiner Schlußfolgerung gekommen -- zu keiner Schlußfolgerung, der alle hätten zustimmen können. Es hat niemals irgendein Übereinstimmen gegeben. Es ist niemals dazu gekommen und es wird auch nicht dazu kommen. Zwei Philosophen können nicht übereinstimmen, denn die Übereinstimmung ist nur möglich, wenn du die Realität kennst, dann gibt es eine Übereinstimmung. Wenn du die Wirklichkeit kennst und ich die Wirklichkeit kenne, dann sind wir in Übereinstimmung, denn dann gibt es da kein Problem. Du kennst die gleiche Realität, ich kenne die gleiche Realität -- wie kann da noch argumentiert werden? Aber die Argumentation wird möglich, wenn ich meine Theorie habe und du hast deine Theorie, dann ist keine Übereinstimmung möglich. Übereinstimmung geschieht nur aufgrund von Erfahrung. Erfahrung ist schlüssig. Argumentation bleibt unschlüssig. Ein Argument führt zu einem anderen und so weiter und so fort. Wenn zwei Personen miteinander argumentieren, können nicht beide Recht haben. Beide können falsch liegen, aber sie können nicht beide Recht haben.

17.04.2008 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 17/3 (9)

von: tao

Was auch immer du hast, scheint nutzlos zu sein,
was auch immer du nicht hast, scheint nützlich zu sein.
Bedenke das, sonst kann sich Meditation nicht ereignen,
denn Meditation bedeutet DIESES Verstehen des Denkens,
wie das Denken funktioniert, den Prozeß des Denkens an sich.
Das Denken ist dialektisch,
es läßt dich immer wieder zum Gegenteil gehen.
Und das ist ein unendlicher Prozeß,
es hört niemals auf, bevor du nicht plötzlich daraus aussteigst,
 bevor dir nicht plötzlich dieses Spiel bewußt wird,
bevor dir nicht plötzlich der Trick des Denkens bewußt wird,
und du mittendrin stehen bleibst.
In dem Mitte Halt zu machen ist Meditation.

16.04.2008 um 01:14 Uhr

Tao Te King 22 (18)

von: tao

Fröhlich 

Der Fluss fließt zum Ozean, wo er verschwinden wird,

er fließt seinem Tod entgegen -- aber es ist kein Tod,

tatsächlich wird der Fluss zum Ozean werden.

Es kann also zwei Standpunkte geben.

Du kannst denken, dass der Fluss tot ist

weil er in den Ozean hineingefallen ist,

vom Meer absorbiert und verschlungen worden ist.

Das ist der eine Standpunkt. Dann gibt es noch die andere Sichtweise, die tiefergehend ist,

dass der Fluss wieder zum Ozean geworden ist.

Er war anfänglich das Meer gewesen,

und er wird immer wieder sich aufmachen und zum Ozean werden.

15.04.2008 um 01:31 Uhr

Tao 394

von: tao

 
Hör auf, dich bei dir einzumischen.
Lass den Körper als Körper funktionieren;
lass die Emotion als Emotion funktionieren;
und lass den Kopf als Kopf funktionieren.
Und lass es nicht zu, dass sie ihre Grenzen überschreiten und sich gegenseitig behindern, sich überlappen,
sonst wirst du ein menschliches Flickwerk sein, du würdest kein Zentrum haben.
Dann wirst du in Konfusion leben und du wirst verwirrt sterben.
Du wirst eine reine Vergeudung darstellen.
Der Mensch des vierten Typus entsteht erst dann
wenn die Zentren in ihrem eigenen Territorium zu funktionieren beginnen
und nicht ständig ihre Grenzen überschreiten. Dies bedarf langer Anstrengung.
Der Mensch des vierten Chakras wird für dich schwer zu finden sein,
aber in einigen Yogis und in wenigen Sufi-Mystikern
kannst du diesen Menschen des vierten Typus finden.
Er existiert also immer noch, dieser vierte Typus.

Fröhlich

14.04.2008 um 01:23 Uhr

Tao 393

von: tao

Und wenn du weiter schläfst und schnarchst
dann kannst du weiterschlafen und schnarchen --
so bist du in der Vergangenheit gewesen,
so kannst du auch in der Zukunft sein.
Nein, durch Schlafen wirst du niemals die Absurditäten erschöpfen
die das Denken produziert. Mach dir keine Hoffnungen. Es ist hoffnungslos.
Das kann nicht geschafft werden. Es ist unmöglich.
Werde wach. Es ist Zeit, tatsächlich ist es schon spät.
Werde achtsam, und plötzlich wirst du es sehen.
Denn Absurditäten können nicht durch Erfahrungen erschöpft werden,
sie können nur dadurch erschöpft werden, indem man sie mit Bewußtheit erlebt.
Nur durch Erfahrungen allein wirst du sie nicht erschöpfen können.

13.04.2008 um 02:27 Uhr

Tao 392

von: tao

 

Die Pille war eine der größten Revolutionen in der Welt, weil sie das ganze Konzept der Liebe komplett verändert hat. Nun kann man sich nur so zum Spaß lieben. Es ist nicht mehr nötig, in biologischer Sklaverei zu sein, es ist nicht nötig, nur sich zu lieben, wenn man ein Kind möchte. Nun sind Sex und Liebe komplett getrennt. Die Pille hat die größte Revolution bewirkt: Nun ist Sex Sex und Liebe ist Liebe. Sex ist es, wenn es biologisch ist; Liebe ist es, wenn es einfach eine schöne Musik zweier Körper ist, die sich begegnen, sich einander umschlingen, ineinander verschwinden,  sich ineinander verlieren, in eine total neue Dimension des Rhythmus der Harmonie hineinfallen... eine orgasmische Erfahrung. Kein Problem mit Kindern, kein biologisches Ziehen und Drängen, nichts. Dann ist der Akt an sich schön, kein Mittel mehr für irgendein Ziel -- das ist der Unterschied. Arbeit ist es, wenn es ein Mittel für irgendein Ziel ist. Spiel ist es, wenn das Ziel und das Mittel zusammen sind. Spiel ist, wenn das Mittel selbst das Ziel ist -- es gibt keinen anderen Zweck.

12.04.2008 um 01:03 Uhr

Quellender Urgrund 2/20 (12)

von: tao

 

Wenn du nichts ißt, dann wirst du innerhalb von drei Monaten sterben;

wenn du nichts trinkst, wirst du innerhalb von drei Wochen sterben;

wenn du nicht atmest, wirst du innerhalb von drei Minuten sterben.

Für den Körper ist ständig Brennstoff nötig

denn der Körper ist kein ewiges Phänomen.

Aber für das Bewußtsein ist kein Brennstoff nötig.

Wenn dieser Körper stirbt

begibt sich dein Bewußtsein in einen anderen Mutterschoß.

Bewußtsein ist ewige Bewegung.

Es ist nicht endende Energie -- ohne Anfang, ohne Ende.

Es hat niemals angefangen, und es wird niemals enden.

Das ist der Grund, warum du, wenn du eins mit dem Bewußtsein wirst

keine Furcht mehr hast.

Die Furcht verschwindet nur, wenn du auf die ewige Quelle gestoßen bist,

auf das Unsterbliche, das nicht sterben kann -- das Todlose.

11.04.2008 um 01:13 Uhr

Tao 391

von: tao

Diese Texte sind dafür da, dich unwissend zu machen;
diese Texte sind dazu da, dein Wissen herauszubringen,
sie helfen dir, es zu verlernen.,
aber es hängt alles von dir ab.
Du kannst die Texte sammeln, ohne den Sinn mitzukriegen,
du kannst die Worte sammeln, aber sie werden
immer mehr für dich zu einer Wissenslast werden, in deinem Kopf.
Dann werden Fragen auftauchen, denn jede Antwort
ist imstande, tausend Fragen zu kreieren.
Dann verpaßt du den springenden Punkt.
Dann bist du faktisch nicht hier gewesen,
du bist auf deinem eigenen Trip gewesen, auf deinem eigenen Ego-Trip.
Das ist nicht mein Trip, du warst gar nicht hier.
Wenn du das wirklich liest,
werden bloß durch das Lesen Fragen verschwinden.
Und wann immer es eines Tages geschieht
dass es in deinem Denken keine einzige Frage gibt,
dann ist das der Punkt, wo du sagen kannst: Ich weiß nichts.
Du wirst nicht einmal genug wissen, um eine Frage stellen zu können
denn eine Frage zu stellen heißt, dass du schon etwas weißt.
wie kannst du eine Frage stellen, ohne dass du irgendetwas weißt ?
Sogar für eine Fragestellung ist ein gewisses Wissen nötig,
wie kannst du sonst etwas fragen?
Wenn du fragst: "Wer ist Gott? Was ist Gott?"
dann weißt du zumindest etwas über Gott,
sonst kann die Frage nicht hochkommen.
Ein Kind kann nicht plötzlich fragen: Wo ist Gott?
Nein, zuerst muss es lernen, dass es Gott gibt, dass Gott die Welt erschuf;
dann wird durch dieses Erlernte die Frage entstehen.
Fragen entstehen nicht aus Unwissenheit heraus,
Fragen entstehen aus dem Gewußten heraus.
Wenn die Fragen wegfallen, dann hast du die Unbegrenztheit des Nicht-Wissens,
eine dunkle Nacht, schön, samtgleich, unendlich,.
du bist in ihr, aufgelöst, so komplett wie ein Tropfen im Ozean.
Das Wissen ist die Barriere.