Taoistische Reflektionen

28.02.2009 um 22:24 Uhr

Südliches Blütenland 6/4 (33)

von: tao

Sei einfach, lass der Natur ihren Lauf,

und zwinge die Natur nicht in irgendeine Richtung.

Werde nicht ein Soldat, ein Krieger, ein Kämpfer gegen das Leben.

Ergib dich dem Leben

und lass das Leben durch dich hindurch geschehen.

Das ist das erste.

Das zweite: Jeder ist auf der Suche nach Sicherheit.

Aber dann bist du auf der Suche nach einer Unmöglichkeit.

Und immer wenn du nach einer Unmöglichkeit suchst, stößt du auf Frustration. Es ist nicht möglich,

es liegt nicht in der Natur der Dinge, sicher zu sein.

Unsicherheit ist die eigentliche Seele des Lebens.

Unsicherheit ist der eigentliche Geschmack:

So wie das Meer salzig schmeckt,

so schmeckt das Leben, wo immer du es kostest, unsicher.

27.02.2009 um 21:00 Uhr

Südliches Blütenland 20/2 (17)

von: tao

Die Vergangenheit kann sich nicht der Gegenwart stellen,

also schweift sie in die Zukunft ab --

aber beide sind tot, beide sind nicht existent.

Die Gegenwart ist das Leben;

die Zukunft kann der Gegenwart nicht gegenübertreten,

wie auch die Zukunft

der Gegenwart nicht gegenübertreten kann.

Und dein Ego, deine Jemandheit,

ist deine Vergangenheit.

Bevor du nicht leer bist, kannst du nicht hier sein,

und bevor du nicht hier bist,

kannst du nicht lebendig sein.

Wie kannst du die Wonne des Lebens kennenlernen?

Jeden Moment regnet sie auf dich hernieder

und du gehst einfach daran vorbei.

Sagt Dschuang Dsi:

"So ist der vollkommene Mensch --

sein Boot ist leer."

26.02.2009 um 21:46 Uhr

Tao 484

von: tao

Beschäftigt
Wenn das Ziel verschwindet,
kannst du nirgendwo mehr hingehen,
du kannst nur hier sein -- und hier jetzt ist das Ziel.
Du empfindest diesen Zustand als sehr schmerzvoll,
denn das Ego hat zu sterben.
Das Ego würde gerne eine kenntnisreiche Person sein,
aber doch nicht unwissend;
das Ego würde sich gerne an bloße Worte klammern
ohne dass sie irgendetwas beinhalten würden,
denn sie geben dir trotzdem das Gefühl, dass du etwas weißt
und dass du weißt, wohin du gerade gehst.
Du wirst Schmerz empfinden,
wenn du dich vom Ego überreden läßt.
Wenn du dich nicht vom Ego überreden läßt
wirst du dich glücklich fühlen und du wirst feiern.
Du wirst glücklich sein,
dass du etwas wirklich Wertvolles erreicht hast.
Erzeuge kein Leiden für dich selbst.
Versuche, diese Unwissenheit
mit einer total anderen Sichtweise zu betrachten.
Das ist das, was der Taoismus dir mitzuteilen versucht --
diese Vision,
die Dinge auf eine total andere Art und Weise zu sehen.
Unwissenheit ist sauber, sauberer als jegliches Wissen;
Nicht-Wissen ist still, stiller als jegliches Wissen.
Wissen ist immer lärmend, Wissen ist ein Marktplatz;
Nicht-Wissen ist eine Höhle irgendwo tief im Himalaja.

25.02.2009 um 23:59 Uhr

Tao 483

von: tao

Liebe ist ein Kampf, das Leben ist ein Kampf, alles ist ein Kampf:
Man denkt viele Male an Selbstmord,
es gibt eine zeitweilige Erleichterung.
Die Psychologen sagen, dass jeder Mensch
-- jeder Mensch mit Intelligenz,
Idioten sind ausgenommen --
dass also jeder Mensch
mit durchschnittlicher Intelligenz
mindestens zehnmal in seinem Leben
daran denkt, Selbstmord zu begehen...
aufrichtig und ernsthaft daran denkt,
es zumindest zehnmal sich überlegt,
das ist das Minimum.
Warum? 
Weil das Leben solch ein Kampf ist
dass du viele Male gerne aus ihm aussteigen,
das Ticket zurückgeben
und zurück nach Hause gehen würdest.
Aber das ist eine temporäre Phase. Es hilft.
Bloß der Gedanke,
dass du Selbstmord begehen kannst, dass,
wenn alle anderen Wege versperrt sind,
wenigstens der eine Weg noch offen steht,
das hilft.  Es entspannt das Denken,
du gehst schlafen, und am Morgen,
wenn du dann doch wieder
ins  Geschäft gehst,
hast du das alles vergessen.
Bloß das Gefühl, dass, wenn alles versagt
es da immer eine Sache gibt,
die dir noch übrig bleibt,
du kannst wenigstens immer noch Selbstmord begehen,
war eine zeitweise Erleichterung.

24.02.2009 um 23:24 Uhr

Südliches Blütenland 13/10 (17)

von: tao

 
Ein Buddha bringt nicht irgendetwas Neues
in die Welt hinein,
er verändert euch einfach nur,
er transformiert euch.
Du trägst die andere Welt
schon in dir
aber sie ist zu sehr mit dieser Welt vermischt.
Eine Trennung ist nötig:
Eine Separation von dem,
was wesentlich ist von dem,
was unwesentlich ist;
eine Trennung von dem,
was du bist von dem,
was du besitzt;
eine Trennung
des Besitzers vom Besitz;
des Geistes vom Körper;
des Zentrums von der Oberfläche.

23.02.2009 um 23:57 Uhr

Südliches Blütenland 17/3 (16)

von: tao

Photo URL
Fühlst du dich erst einmal
wohl,
nachdem du meditiert hast,
dann verlangt das Denken
nach mehr Spannungen --
nach etwas,
was dich wieder durcheinanderbringen kann.
Wenn du dann denkst,
dass jetzt Meditation
keinen Spaß mehr macht,
dann meinst du damit,
dass jetzt die Spannung
nicht mehr da ist.
Wie kann dann die Meditation noch Spaß machen?
Du wirst dich wieder in Hochspannung
begeben müssen,
und dann wird Meditation wieder lohnens- und erstrebenswert sein.
Sonstige

22.02.2009 um 22:47 Uhr

Südliches Blütenland 20/2 (16)

von: tao


Das Denken kann in der Zukunft leben,
aber es kann nicht in der Gegenwart leben.
In der Gegenwart kannst du einfach nur
hoffen und schmachten.
Und auf diese Weise erzeugst du Unglücklich-Sein.
Wenn du damit anfängst,
eben diesen Moment zu leben, hier und jetzt,
dann verschwindet das Unglück.
Aber was hat das mit dem Ego zu tun?
Das Ego ist die akkumulierte Vergangenheit.
Was auch immer du kennengelernt,
erlebt und gelesen hast,
was dir auch immer in der Vergangenheit
passiert und zugestoßen ist,
all das hat sich dort angesammelt.
Diese ganze Vergangenheit ist das Ego,
das bist du.
Die Vergangenheit kann sich in die Zukunft hineinprojizieren,
-- die Zukunft ist nichts als die verlängerte Vergangenheit --
aber die Vergangenheit kann sich nicht
der Gegenwart stellen,
die Gegenwart ist total anders --
sie hat eine andere Qualität,
die des Hier-und-Jetzt-Seins.
Die Vergangenheit ist immer schon tot,
die Gegenwart ist Leben,
die eigentliche Quelle alles Lebendigseins.

21.02.2009 um 23:17 Uhr

Das südliche Blütenland: Die Flucht vor dem Schatten (20)

von: tao

 

Stört dich etwas an dir,

dann reagiert

dein Denken

entweder mit Kampf --

wenn du kämpfst,

dann unterdrückst du es

-- oder mit Flucht.

20.02.2009 um 23:59 Uhr

Tao 482

von: tao

Buddha sagte nach seiner Erleuchtung:
Ich bin nur zu der Erkenntnis gekommen
dass das, was ich suchte,
immer in mir gewesen war.
Der Sucher war das Gesuchte.
Ich habe nicht irgendetwas erreicht.
Ich habe nur wiedererkannt.
Ich bin nur zu einer Bewußtheit gekommen,
zu einem Erwachen.
Ich habe in mich hineingesehen,
und nichts hat gefehlt.
Alles ist schon ganz von Anfang an
perfekt gewesen.
In dieser Existenz ist nichts unvollkommen.
Die Unvollkommenheit ist nicht  möglich
weil die Ganzheit so perfekt ist,
unvergleichlich vollkommen.
Nur das Vollkommene
kann aus dem Vollkommenen herauskommen,
wie also kann Unvollkommenheit möglich sein?
Da muss es wohl so sein, dass du verblendet bist.
Irgendwann hast du die Vorstellung
der Unvollkommenheit kreiert,
ansonsten ist niemand unvollkommen.
Du bist ein Buddha!

19.02.2009 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 18/12 (17)

von: tao

 
Es bedarf keiner Anstrengung.
Soviel Schönheit passiert überall um dich herum
in der Natur ohne jegliche Anstrengung:
Eine Rose ist schön, ohne sich anzustrengen,
ein Kuckuck ruft immerzu, ohne sich anzustrengen....
Schau dir einen Hirsch an, so lebendig, voll Energie, schnell.
Schau dir einen Hasen an, so so achtsam, so wachsam,
dass sogar ein Budda möglicherweise eifersüchtig wird.
Sieh dir die Natur an -- alles ist so perfekt.
Kannst du eine Rose noch verbessern?
Kannst du die Natur irgendwie verbessern?
Nur der Mensch ist irgendwo falsch abgebogen.
Wenn die Rose schön ist,
ohne irgendeine Anstrengung ihrerseits,
warum dann nicht der Mensch?
Was ist falsch am Menschen?
Wenn Sterne schön bleiben, ohne irgendeine Anstrengung,
ohne irgendeines von Patanjalis Yoga-Sutras,
warum nicht der Mensch?
Der Mensch ist Teil der Natur,
genau wie es die Sterne sind.
Also sagt Dschuang Dsi:
Sei natürlich, und du wirst erblühen.
Wenn dieses Verstehen in dir Fuß faßt,
tiefer und tiefer und tiefer geht,
dann wird alle Anstrengung sinnlos.

18.02.2009 um 15:42 Uhr

Tao 481

von: tao

Da gibt es so eine Art von Unsicherheit, wenn du etwas nicht weißt, denn wie kannst du dir sicher sein, wenn du es nicht weißt? Und es gibt eine andere Art von Unsicherheit, wenn du etwas weißt, denn wie kannst du dir über das Letztendliche sicher sein? Das ist so ungeheuer weit -- darüber Gewißheit zu haben, würde es klein machen, sich darüber sicher zu sein ,würde zeigen, dass du es im Griff hast, dass du es begriffen hast. Und Tao kann nicht besessen werden; im Gegenteil, du mußt dich vom Tao in Besitz nehmen lassen.
Akzeptiere dein Nein, akzeptiere dein Ja, und denke nicht, dass das Gegensätze sind; das sind sie nicht. Genau so, wie es keinen Mut ohne Gefahr geben kann, so kann es keinen Glauben geben ohne Unsicherheit, ohne Zweifel. Das Risiko ist Teil des Spiels,  für das wir geboren sind, um es zu spielen. Wir müssen lernen, uns auf Möglichkeiten zu stützen -- nicht auf Gewißheiten, sondern auf Möglichkeiten.
Also kann ich nur schreiben: Tao ist möglich. Ich kann hier nur schreiben: Ja ist möglich. Stütze dich auf Möglichkeiten, verlange nicht nach Gewissheiten.
 

17.02.2009 um 17:04 Uhr

Tao Te King 11 (19)

von: tao

"Deswegen profitieren wir
von der Existenz der Dinge.
und wegen der Nicht-Existenz der Dinge
ist uns gedient."
Auf diese Weise kann man
total und ganz werden
und ganzheitlich zu sein ist heilig für Lao-tse.
Es gibt keine andere Heiligkeit.
Sie ist keine Kultivierung
eines religiösen Rituals,
sie ist nicht einmal eine Kultivierung von Moral,
und sie hat nichts mit Charakter zu tun.
Heiligkeit  bedeutet ein Leben,
das ganzheitlich ist,
ein Leben, das nichts verneint hat,
ein Leben, das keine  Verleugnung kennt,
ein Leben,
das nicht zu irgendetwas "Nein" gesagt hat,
ein Leben, das akzeptiert,
das die Gegensätze akzeptiert,
ein Leben, das nicht auswählt.
Ein Leben, das wahllos ist, ist heilig.
"Heilig" kommt von dem Wort "heil",
wie in "heil und ganz sein".
Wenn du ganz bist, bist du heilig;
und wenn du ganz bist
bedeutet das,
du bist Leben und Tod zur gleichen Zeit.

16.02.2009 um 23:59 Uhr

Tao Te King 78 (10)

von: tao


Buddha hat seine eigenen Methoden
zur Entdeckung
des innersten Kerns des Atems
"anapana-sati"-Yoga genannt:
Das Yoga, die Wissenschaft,
des hereinkommenden und hinausgehenden Atems;
und Buddha hat gesagt, kein anderer Yoga ist nötig.
Wenn du dein eigenes Atmen
intensiv beobachten kannst,
und so meditativ
zuschauen kannst
dass alles, was im Atem verborgen ist
nicht verborgen bleibt
sondern enthüllt wird,
dann wirst du dahin kommen, alles zu erkennen.
Sieht einfach aus, ist aber schwierig.
Buddha sagte zu seinen Mönchen:
Ob du sitzt, gehst, stehst,
was auch immer du gerade tust,
tu diese Dinge weiterhin,
aber lass dein Bewußtsein aufmerksam sein
auf den Atem, wie er einströmt, wie er ausströmt.


15.02.2009 um 17:20 Uhr

Südliches Blütenland 17/11 (18)

von: tao

Du schaust auf die anderen

durch dein Denken hindurch,

du projizierst auf andere

Dinge, die tief in dir verborgen sind.

Hui Dsi dachte:

Dieser Dschuang Dsi intrigiert gegen mich,

um meinen Posten zu bekommen

(s. 20.04.2005).

Als dann Dschuang Dsi kam, ihn zu besuchen,

schickte der Premierminister die Polizei aus,

um ihn in Arrest zu nehmen.

Aber obwohl sie drei Tage und Nächte lang suchten,

konnten sie ihn nicht finden.

Das ist schön!

Die Polizei kann nur  Diebe finden,

sie verstehen einander,

sie kennen sich gegenseitig.

 

 

14.02.2009 um 14:56 Uhr

Tao 480

von: tao

Wir werden bald zu dem Ausspruch von Lao-tse kommen,
wo er sagt:
Jeder scheint so weise zu sein,
jeder weiß, wohin er gerade geht, woher er gerade kommt,
nur ich scheine verwirrt zu sein.
Jeder scheint so intelligent zu sein,
nur ich scheine ein Wirrkopf zu sein.
Versuchen wir also, diesen Zustand zu verstehen;
dieser Zustand ist ein großartiger Übergang.
Von dem Mist, den du Wissen nennst
bist du nun dabei, die Welt des Seins und der Existenz zu betreten.
In dem Intervall, der Interimsperiode,
wirst du dich wie ein Idiot fühlen.
Fühle und genieße es. Laß dich nicht verstören.
Was ist falsch daran, ein Idiot zu sein?
Das Ego leidet. Das ist der Grund, warum es schmerzt,
wenn du nicht weißt, wohin du gerade gehst oder was du willst oder sogar, was du magst. Schön! Das bedeutet dann,
es gibt kein Irgendwo mehr zum Hingehen.
Du kannst nur Hier und Jetzt sein. Das Ziel ist verschwunden,
nun weißt du nicht mehr genau, wohin du gerade gehst.
Wunderschön.

13.02.2009 um 22:43 Uhr

Südliches Blütenland 23/2 (7)

von: tao


Jedes Kind kommt in diese Welt hinein
mit einer funktionierenden Kundalini.
Aber du sagst "Halt",
und was wird das Kind tun?
Es wird seinen Atem anhalten.
Immer wenn etwas gestoppt werden muss,
muss das Atmen angehalten werden.
Es wird nicht atmen,
es wird seinen Bauch einziehen
denn das ist der einzige Weg,
diese Wellen anzuhalten,
die als glückliche Entspannung
seinen Körper überfluten.
Sein Zwerchfell
wird hart wie ein Stein werden.
Immer wieder
wird es seinen Magen zusammenziehen
und keine tiefe Atmung mehr zulassen.
Sein Zwerchfell
wird zu einer Panzerplatte werden.
Nun wird die Atmung niemals mehr
über diesen Block hinausgehen.
Wenn das Atmen tief geht,
trifft es auf das Sex-Zentrum,
und wenn es auf das Sex-Zentrum stößt,
geraten diese Wellen wieder in Bewegung,
die Energie fließt.
Das ist der Grund,
warum niemand tief atmet.
Sagt man den Leuten,
sie sollen chaotisch atmen,
sagen sie, das sei sehr gefährlich.
Sie bekommen Angst.

12.02.2009 um 17:39 Uhr

Südliches Blütenland 6/4 (32)

von: tao

Sonstige
Wir tolerieren uns doch höchstens.
Und immer wenn du in den Begriffen
von Tolerierung denkst,
dann leidest du,
dein Zusammensein bedeutet Leiden.
Das ist der Grund,
warum Jean-Paul Sartre sagt:
Der andere ist die Hölle.
Denn mit dem anderen leidest du einfach,
der andere wird zur Bindung,
der andere ist Herrschaft.
Der andere beginnt Probleme zu machen,
und deine Freiheit geht verloren,
dein Glücklichsein ist weg.
Dann wird es eine Routine, eine Toleranz.
Wenn du den anderen bloß tolerierst
wie kannst du dann die Schönheit
des Zusammenseins kennenlernen?
In Wirklichkeit hat sich die niemals ereignet.
Hochzeit ereignet sich fast immer niemals,
denn Hoch-Zeit bedeutet
die Feier des Zusammenseins.

11.02.2009 um 23:41 Uhr

Tao 479

von: tao

Niemand ist bösartig.
Sogar die Keime, die dich töten können,
auch die sind nicht bösartig,
sie sind auf der Suche nach ihrer Nahrung.
Sogar die Keime,
die Krebs in deinem Körper erzeugen
der dich sicherlich töten wird,
so dass keine Arznei dir helfen kann --
sogar die sind nicht bösartig,
sie sind nicht machiavellisch,
sie sind keine Politiker.
Es sind einfache Leute,
bloß auf der Suche nach Nahrung
und sie sind sehr glücklich,
dass sie in dir ein Zuhause gefunden haben.
Sie fügen dir wissentlich keinerlei Schaden an
weil sie gar nichts wissentlich tun können.
Sie genießen das Leben, wie du das Leben genießt.
Wenn du das erst einmal verstehst....
Damit ist nicht gemeint,
dass du einfach nackt dasitzt
und für sie zum Futter wirst,
das ist nicht damit gemeint. Du schütze dich,
aber halte sie nicht für bösartig. Schütze dich nur.
Wenn der Baum sich hätte schützen können
er würde sich gegen dich geschützt haben.
Schütz dich nur.
Sogar der Moskito schützt sich,
sogar die Moskitos werden immun gegen DDT.
Jeder muss sich schützen.
Du solltest also kein Opfer werden
und in der Annahme,
dass Moskitos nicht boshaft sind
nackt dasitzen und sie über dich herfallen lassen
weil sie ja nur auf der Suche nach Nahrung sind.
Dann gehst du zum anderen Extrem,
in eine andere Torheit.
Schütze dich, jeder schützt sich.
Sogar die Steckmücke wird sich schützen --
aber denke nicht, dass sie bösartig sind,
denn die Idee,
dass das Leben um dich herum bösartig ist
ist sehr gefährlich.
Photo URL

10.02.2009 um 21:09 Uhr

Südliches Blütenland: Die Flucht vor dem Schatten (19)

von: tao


 

Diese sogenannten religiösen Leute haben Angst,

denn in ihren Träumen

wird all das, was sie unterdrückt haben,

wieder hochkommen.

Mahatma Gandhi

hat in seiner Autobiographie geschrieben:

Ich bin zum Sieger über den Sex geworden

soweit wie es meine wachen Stunden betrifft,

aber im Schlaf, da dauern Sexträume immer noch an.

Sie werden fortbestehen,

denn eine unterdrückte Sache

wird in den Träumen wieder hochkommen.

Warum im Traum?

Weil du nun schläfst, hat sich der Zensor entspannt,

und der Kämpfer ist nicht mehr da -- er schläft gerade.

Der Feind wird hochblubbern.

Traurig

09.02.2009 um 20:18 Uhr

Tao Te King 47 (27)

von: tao

Fröhlich
"Je weiter man das Wissen verfolgt
desto weniger weiß man."
Warum ist das so?
Weil du, je weiter du dem Wissen nachjagst,
dich desto weiter von dir selbst entfernst.
Je mehr du versuchst
die Wahrheit zu finden
irgendwo
außerhalb von dir,
desto weiter weg begibst du dich,
weiter weg von dem Ganzen
auf der Suche nach der Ganzheit,
weiter weg von dir selbst
auf der Suche nach deinem authentischen Wesen,
weiter weg von der Bewußtheit
auf deiner Suche.
Wonach suchst du denn?
Das, wonach du gerade suchst
ist schon in dir.