Tao Te King 1 (34)
Sei achtsam!
Sei dir der Gesamtsituation bewußt.
Und reagiere nicht; antworte.
Wenn alles neu ist
dann lass deine Antwort auch neu sein.
Nur das Neue kann dem Neuen begegnen,
nur das Neue kann das Neue lösen,
nur mit dem konstant Frischen und Neuen
bleibst du lebendig und wahr zum Leben.
Das ist die einzige Furcht, die es gibt:
Die Furcht vor der Zeit.
Die Furcht vor dem Tod ist auch
Furcht vor der Zeit,
denn der Tod stoppt alle Zeit.
Religion ist
die Suche nach dem, was schon der Fall ist.
Religion ist die Suche nach dem
was schon Realität ist.
Wenn du weiter weg von dir selbst gehst
wirst du immer weniger erkennen
und du wirst denken, dass du immer mehr weißt.
Du wirst Schriften kennenlernen,
du wirst Worte wissen, Theorien kennen,
und du kannst immer weiter spinnen
und du kannst ständig immer mehr herumfantasieren
und aus diesen Worten herausholen
und du kannst Luftschlösser bauen,
aber die können nur aus Luft sein,
abstrakt --
es gibt sie nicht,
sie sind aus dem gleichen Stoff gemacht,
aus dem die Träume sind.
schwitzt und ganz rot im Gesicht ist
und dann das Kind schlägt,
dann weiß das Kind, dass der Vater es liebt,
warum sollte er sich sonst solche Mühen machen?
Wenn ein Vater kalt ist, sarkastisch, nicht zornig,
aber in subtiler Weise seine Wut zeigt,
auf eine kühle Art,
so wie er sich bewegt, wie er das Haus betritt,
wie er das Kind ansieht
oder eben das Kind gar nicht mehr ansieht,
zeigt ihm diese Gefühlskälte,
dass der Vater es nicht liebt,
es zumindest nicht genug liebt,
um richtig zornig zu sein.
Und das hat den Generationenkonflikt erzeugt.
Nichts sonst.
Die Kinder sind ihrer Wege gegangen,
und die Eltern
sind in einer kalten, toten Emotion verharrt,
wie eingesperrt darin.
Weitgehende Entfremdungen sind entstanden.
Es gibt keine Kommunikation mehr.
und das, was sie verneint haben,
ist immer noch in ihrem Unterbewußtsein,
in ihrem Unbewußten,
und kämpft sehr darum, wieder hochzukommen.
Das ist der Grund, warum deine Heiligen,
deine sogenannten Heiligen,
ständig am Zittern sind --
sie haben Angst vor den Sünden,
die sie noch nicht begangen haben.
Das ist doch wirklich etwas.
Stell dir nur vor --
ein Sünder hat keine Angst vor den Sünden,
die er begangen hat,
aber ein Heiliger hat große Angst vor Sünden,
die er nicht begangen hat,
denn die sind in ihm und klopfen an die Tür:
Öffne das Tor und lass uns raus.
Heilige haben immer Angst,
darum zogen sie für gewöhnlich aus der Stadt heraus,
aus der Gesellschaft heraus, und gingen in die Berge, in ein Kloster.
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