Taoistische Reflektionen

03.02.2010 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 6/4 (43)

von: tao

Musik: Chinmaya Dunster – Right Samadhi

Sag nicht: Die Gesellschaft ist verantwortlich,
sag nicht: Die Eltern sind verantwortlich,
sag nicht:
Die ökonomischen Bedingungen sind verantworlich,
schiebe die Verantwortung nicht auf irgendjemanden.
DU bist verantwortlich.
Zu Beginn wird dir das lästig vorkommen
denn jetzt kannst du die Yerantwortung nicht mehr
auf jemand andern abschieben,
Aber übernimm sie nur.
Jemand fragte Mulla Nasrudin:
Warum siehst du so traurig aus?
Er sagte: Meine Frau hat darauf bestanden,
dass ich mit dem Glücksspiel aufhöre,
mit dem Rauchen, dem Trinken und Kartenspielen.
Ich habe mit all dem aufgehört.
Da sagte der Mann: Deine Frau muss jetzt sehr glücklich sein.
Nasrudin sagte: Das ist ja das Problem..
Nun kann sie nichts mehr finden,
worüber sie sich noch beschweren kann,
also ist sie sehr unglücklich. Sie fängt das Reden an,
aber dann kann sie nichts finden, worüber sie meckern kann.
Nun kann sie mich nicht mehr
für irgendetwas verantworlich machen
und ich habe sie nocb nie so unglücklich gesehen.
Ich dachte, wenn ich all diese Dinge aufgebe
würde sie das aufheitern,
aber sie ist unglücklicher geworden als je zuvor.
Wenn du die Verantwortung auf andere schiebst
und die all das tun, was auch immer du ihnen sagst,
dass sie tun sollen,
wird es soweit kommen,
dass dir nur noch der Selbstmord bleibt
Denn am Ende wird es nichts mehr geben
wohin du deine Verantwortung verschieben kannst.

02.02.2010 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 17/3 (23)

von: tao

Musik: Karunesh – And the Grass Grows by Itself

Das Denken ist nicht der Meister, es ist der Manager. Und du kannst nicht zum Meister kommen, solange dieser Manager nicht beiseite gestellt ist. Der Manager würde es dir nicht erlauben, den Meister zu erreichen, der Manager wird immer in der Tür stehen und managen. Und alle Manager betreiben nur Misswirtschaft -- das Denken hat hervorragende Arbeit zum Missmanagement geleistet. Der arme Hundertfüßer. Er war immer glücklich gewesen. Er hatte überhaupt keine Probleme gehabt. Er lebte, lief herum, liebte, alles, überhaupt keine Probleme, weil da kein Denken war. Das Denken kam mit dem Problem, mit der Frage, mit der Suche. Und es gibt viele Füchse in deiner Umgebung. Hüte dich vor ihnen -- Philosophen, Theologen, logische Denker, Professoren, alle um dich herum, Füchse. Sie stellen dir Fragen und sie erzeugen eine Störung. Ich weiß nicht, was mit diesem Hundertfüßer passierte. Wenn er so töricht war wie menschliche Wesen, dann würde er jetzt irgendwo in einem Krankenhaus sein, verkrüppelt, paralysiert für immer. Aber Hundertfüßer sind nicht so dumm. Er muss wohl die Frage wieder hinausgeworfen haben aus seinem System. Er muss wohl dem Fuchs gesagt haben: Behalte deine Fragen für dich und lass mich weitergehen.  Er muss zu der Erkenntnis gekommen sein, dass eine Teilung ihm nicht erlauben würde, weiterzuleben, denn Entzweiung kreiert den Tod. Ungeteilt bist du das Leben, innerlich geteilt wirst du tot -- je geteilter, desto mehr tot.
Fröhlich

01.02.2010 um 23:59 Uhr

Tao Te King 48 (21)

von: tao

Musik: Anugama – Morning Glory

"Der Student des Tao zielt darauf ab,

Tag für Tag zu verlieren.

Durch ständiges Verlieren

erreicht man Nichts-Tun."

Das ist sehr subtil.

Zolle dem so viel Aufmerksamkeit

wie du aufbringen kannst.

Sei dabei so meditativ wie es dir möglich ist.

Du magst das nicht wissen

dass das Wort Meditation

von der selben Wurzel kommt wie Medizin, medizinisch,

und die ursprüngliche Bedeutung des Wortes war:

eine Technik, um ganz zu werden,

eine Technik, um gesund zu werden.

Medizin ist medizinisch,

und genau so ist Meditation auch medizinisch.

Sie macht dich ganz, integriert und gesund.

Gib dem deine Aufmerksamkeit,

lies das so meditativ wie möglich.

Wenn du meditativ liest, verstehst du es,

wenn du konzentriert liest, lernst du es.

Fröhlich