Taoistische Reflektionen

18.07.2015 um 01:27 Uhr

Ich genieße es, ein Verlierer zu sein.

von: tao

Es gibt viele Wege, Wege die zum Tao führen, zum Einen, Absoluten, nicht Fassbaren, das sich unserem menschlichen Begriffsvermögen entzieht. Es sind ja immer Wege, die zum Wesentlichen führen; es kann die Kunst, die Wissenschaft, die Religion, die Spiritualität sein – es kann aber auch ganz einfach und schlicht der Weg des Alltags sein.
Das Tao, das Ganze, besteht nach chinesischer Vorstellung aus den beiden Polaritäten Yin und Yang, die miteinander im Spiel sind, wobei jedes im anderen enthalten ist. Dieses allgemein bekannte Symbol der Monade scheint mir sehr geeignet, um das Miteinander der polaren Kräfte darzustellen. Es gilt als einfachstes und zugleich komplexestes Sinnbild für alle Lebensvorgänge. Im ständigen Wandel der Polaritäten geschieht und entsteht Leben – nicht nur das uns bekannte Leben.
Tod und Geburt
sind Gegensätze, Leben hat keinen Gegensatz.
Wir trennen in unseren Gedanken Dinge, die in Wirklichkeit nicht getrennt sind. Und dann haben wir sie in unseren Gedanken getrennt, und dann ist der nächste Gedanke: Wie kann ich die Verbindung herstellen? Dabei muss ich eigentlich nur den ersten Gedanken aufgeben, dass in dieser lebenden Form eine Trennung besteht.
Gewahrsein erfordert keine Gedanken, während wir bei „Bewusstsein“ denken, das würde bedeuten, alles mit Gedanken zu verfolgen. Viele Menschen denken, wenn sie das Wort „Bewusstsein“ hören oder „Sei dir bewusst, was du tust“, sie sollten immer alles benennen, was sie tun: „Ich hebe den Fuss, ich senke den Fuss …“ und so weiter. Aber es ist nicht das, worum es geht. Gewahrsein heisst einfach nur ganz, ganz, ganz präsent zu sein. Gewahrsein … Dann wird die Welt sehr, sehr plastisch, sehr, sehr tief. Und in dem Gewahrsein wird so sehr deutlich, wenn’s tief geht, wie das Ewige permanent ins Zeitliche hineinscheint.



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