Taoistische Reflektionen

06.01.2010 um 23:59 Uhr

Ko Hsuan 1 (11)

von: tao

Musik: Gabrielle Roth & The Mirrors – Eternal Dance

Alles, was das indische Denken möchte, ist ein wenig Schatten und Kühle. Also ist das indische Paradies immer voll mit kühlen Brisen und es gibt große Bäume,so groß, dass tausend Ochsenwagen unter einem einzigen Baum im Schatten stehen können. Das ist die indische Idee von Schatten und Kühle...

Die tibetische Hölle ist absolut eisig and die indische Hölle ist voll mit Feuer.

Nun, so viele Höllen und so viele Paradiese kann es nicht geben; das sind  unsere Projektionen. Was wir auch immer ersehnen, das projizieren wir in den Himmel und vor was wir auch immer Angst haben, das projizieren wir auf die Hölle. Die Hölle ist für die anderen, für diejenigen, die nicht an unsere Ideologie glauben, und das Paradies ist eine Belohnung für diejenigen, die an unsere Ideologie glauben -- die gleichen weltlichen Dinge. Das sind keine religiösen Menschen.

Im mohammedanischen Himmel gibt es Ströme von Wein. Das ist sehr eigenartig: Hier verdammst du den Wein -- er ist eine Sünde -- und dort belohnst du deine Heiligen mit Wein!

All die Paradiese aller Länder sind voll von schönen Frauen, denn sie sind alle von Männern kreiert worden, es gibt keine Beschreibung von schönen Männern. Wenn also Frauen... und natürlich werden die Emanzen früher oder später über ihr eigenes Paradies schreiben. Sie werden nicht über schöne Frauen reden, sie werden von schönen Männern reden -- Pantoffelhelden, die immer den Frauen wie ein Schatten folgen, gehorsam, und so weiter und weiter, genau wie Diener. So haben sich die Männer die Frauen in ihrem Himmel ausgemalt. Und sie sind immer jung, sie werden niemals alt. Das ist seltsam!

Wenn du dir die Idee von Gott anschaust, so halten all die Religionen Gott für einen sehr, sehr alten Mann. Hast du dir jemals Gott als einen jungen Mann vorgestellt? Kein Land hat jemals Gott für einen jungen Mann gehalten, denn jungen Leuten kannst du nicht trauen: Sie sind gefährlich und sie sind auch ein wenig töricht. Ein weiser Mann muss sehr alt sein, also ist Gott sehr alt. Aber die Frauen, von denen er umgeben ist, sind alle sehr jung, genauer gesagt immerwährend achtzehn Jahre alt; über dieses Alter wachsen sie nicht hinaus. Die totale Stagnation! Sie müssen es doch schon müde sein, seit Millionen von Jahren achtzehn Jahre alt zu sein!

Aber das ist die Idee des Menschen: Hier entsagen die Heiligen den Frauen, sie verzichten auf Sex; sie verdammen den Sex, sie preisen das Zölibat -- und natürlich hoffen sie darauf, dass sie gut dafür bezahlt werden, dass sie belohnt werden. Das sind unsere weltlichen Sehnsüchte, wie sie wieder zurück aus dem Unbewußten kommen; du kannst sie nicht wegschieben. Bevor du dich ihnen nicht gestellt hast, bevor du sie nicht beobachtet hast, kannst du sie nicht einfach bloß unterdrücken.


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