Kreativität ist solch ein gewaltiges Phänomen, es ist so unbewußt,
dass Picasso, wenn er malte,
sich keiner Regeln, Vorschriften, Gesetze und Richtlinien mehr bewußt war.
Er wurde sein Gemälde, er war nicht mehr da,
er war komplett absorbiert in seiner Malerei.
Man mußte in seiner Gegenwart sein, um das zu verstehen.
Wenn er in sein Malen hineinging,
und wenn der Maler verloren geht und nur das Malen noch bleibt,
wenn das Malen keine bewußte Anstrengung mehr ist,
wenn das Unbewußte die Oberhand gewinnt,
muss man das Phänomen schon sehen, um zu spüren, was das ist.
Dann sind das nicht mehr die Hände von Picasso,
dann hat das unbewußte Tao, die Natur, die Oberhand gewonnen.
Picassos Hände sind instrumental, sie funktionieren als Vehikel,
irgendeine andere Energie ist da.
Schau Picasso beim Malen zu -- da ist er kein Mensch mehr.
Er ist überhaupt kein Teil mehr von euch;
er ist ein Schöpfer geworden, er ist kein Geschöpf mehr.
Darum, wenn das Malen geboren wird,
bringt es etwas von der anderen Welt mit sich.