Taoistische Reflektionen

18.11.2009 um 23:59 Uhr

Südliches Blütenland 23/2 (10)

von: tao

Musik: Sammasati von Deva Premal

In einer kleinen Schule, einer Volksschule,
nahm die Lehrerin mit ihren Schülern gerade
das Gesetz der Schwerkraft durch.
Sie sagte zusammenfassend
dass wir wegen dem Gesetz der Schwerkraft
auf der Erde sein können.
Ein kleines Kind war sehr durcheinander. Es stand auf und sagte:
Ich verstehe das nicht. Wie haben wir es geschafft
uns an der Erde festzuhalten, bevor das Gesetz erlassen wurde?
 
 
Und du denkst, du bist wegen der Gesellschaft hier;
du denkst, du bist wegen der Moral hier --
und all dem Unsinn, der damit einhergeht;
du denkst, du bist hier wegen
deiner Bibel, deinem Koran, deiner Gita.
Nein! Die Natur existiert ohne irgendwelche Gesetze.
Sie hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten
aber das sind keine Gesetze, die von Menschen erlassen wurden.
Sie benötigen deine Sanktionierung nicht,
sie sind da, und das Leben folgt ihnen ständig.
Wenn du dich nicht einmischst,
wirst du das Ziel unmittelbar erreichen;
wenn du dich einmischst, wirst du in Schwierigkeiten sein.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 27.11.2009 um 10:09 Uhr:Erst mal, ieber tao, das Gravitationsgesetz ist kein Stoff für kleine Kinder. Deshalb wird es erst im Physikunterricht höherer Klassen behandelt. Zweitens wird die Lehrerin nicht so etwas Dummes sagen, wie du ihr in den Mund legst: "daß wir wegen dem Gesetz der Schwerkraft auf der Erde sein können". Eine Lehrerin, wenn sie authentisch sein soll, wird wegen im Genitiv benutzen, und sie wird sagen, daß es die Schwerkraft ist, die uns auf der Erde hält – nicht das Gesetz. Denn das Newtonsche Gesetz ist nichts weiter als eine Beschreibung eines sich wiederholenden empirischen Vorgangs, einer beobachteten natürlichen Gesetzmäßigkeit, und keine wie immer geartete Handlungsanweisung.
  2. zitierenLyriost schreibt am 27.11.2009 um 10:29 Uhr:So ist es richtig:

    Erst mal, lieber tao, das Gravitationsgesetz ist kein Stoff für kleine Kinder. Deshalb wird es erst im Physikunterricht höherer Klassen behandelt. Zweitens wird die Lehrerin nicht so etwas Dummes sagen, wie du ihr in den Mund legst: "daß wir wegen dem Gesetz der Schwerkraft auf der Erde sein können". Eine Lehrerin, wenn sie authentisch sein soll, wird wegen im Genitiv benutzen, und sie wird sagen, daß es die Schwerkraft ist, die uns auf der Erde hält – nicht das Gesetz. Denn das Newtonsche Gesetz ist nichts weiter als eine Beschreibung eines sich wiederholenden empirischen Vorgangs und keine wie immer geartete Handlungsanweisung.
  3. zitierenVincentos schreibt am 07.12.2009 um 12:31 Uhr:Hier steht doch nur, daß die Zehntausend Dinge leer sind?
    Was anderes kann ich hier nicht lesen.
    Nicht, wenn ich all die anderen Texte gelesen und verstanden habe.
    Wenn ich sie nicht verstanden hätte, würde ich wohl auch was anderes lesen.
    Um zu verstehen, müsste ich in mich gehen und Worte Worte sein lassen, aber das tue ich ja so oft ich kann.
    Immer dann wenn die wirrungen klein sind, das Ego geschrumpft ist.
    Wenn es leer ist, und die richtung klar zu sehen ist.
    Dann verstehe ich jeden Text hier ohne ein Wort verstanden zu haben.
    Dann verstehe ich auch die Welt, ohne einen zusammenhang zu erkennen.
    Dann kann ich hinter die Dinge sehen,
    drum herrum gucken sozusagen.
    Der Atem geht dann ganz ruhig, das Leben ist weich und schön.
    Und es gibt keine Gravitation mehr :=)
  4. zitierenLyriost schreibt am 07.12.2009 um 15:13 Uhr:Wenn er Worte Worte sein ließe, würde tao nicht so viele, dazu noch in so unsinniger Kombination, kreieren. Vincentos, du machst es dir zu leicht, wenn du anderen unterstellst, sie hätten etwas nicht verstanden, nur weil sie es ANDERS verstehen als du. Nicht alle haben blaue Augen. ;-)
  5. zitierenVincentos schreibt am 07.12.2009 um 16:45 Uhr:Das ist nunmal sehr schade, das mit den blauen Augen.
    Machs dir mal zu leicht, was wirklich nicht leicht ist, dann bekommst du auch welche^^
  6. zitierenLyriost schreibt am 07.12.2009 um 20:47 Uhr:Ich habe tatsächlich blaue Augen, Vincentos, aber keine metaphorischen. Auch die metaphorischen kann man haben, aber man kann sie, genauso wie die richtigen, nicht irgendwann bekommen.
  7. zitierentao schreibt am 07.12.2009 um 22:32 Uhr:
    Lyriost:Wenn er Worte Worte sein ließe, würde tao nicht so viele, dazu noch in so unsinniger Kombination, kreieren. Vincentos, du machst es dir zu leicht, wenn du anderen unterstellst, sie hätten etwas nicht verstanden, nur weil sie es ANDERS verstehen als du. Nicht alle haben blaue Augen. ;-)

    Diese Worte sind die Reflexionen des Mondes in vielfacher Denkweise. Sie sind nicht der wirkliche Mond. Es gibt nur den einen Mond, aber er kann in Millionen von Seen wiedergespiegelt werden. Die Reflexionen unterscheiden sich, aber das Reflektierte ist einmalig.
  8. zitierenLyriost schreibt am 07.12.2009 um 22:38 Uhr:Sei wie ein Schwan

    Sei wie ein Schwan im weißen Wasser
    so gleite durch den Strom der Zeit
    spür in den Wellen den Verfasser
    des dunklen Rätsels Ewigkeit

    hör in der Tiefe dunkle Stimmen
    fremder Gestalten Klagelaut
    laß dich von Charons Brut umschwimmen
    und fühl die kalte Schlangenhaut

    schau in dir in die fernste Ferne
    und bleibe immer nah bei dir
    alleine in der Allzisterne
    allein mit dir und mir und ihr

    So gleite lautlos durch die Weiten
    des zeitgekrümmten Wellenraums
    im Spiel von wirbelnden Gezeiten
    im Innern deines Lebenstraums
  9. zitierenVincentos schreibt am 08.12.2009 um 02:33 Uhr:
    Lyriost:Ich habe tatsächlich blaue Augen, Vincentos, aber keine metaphorischen. Auch die metaphorischen kann man haben, aber man kann sie, genauso wie die richtigen, nicht irgendwann bekommen.

    Willst du damit sagen dass bei dir kein Wandel möglich ist?
  10. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2009 um 07:41 Uhr:Ein Wandel zurück nicht, nein. Niemand, der die Blauäugigkeit verloren hat, bekommt sie je wieder. So wie der erwachsene Mensch sich in Richtung Greis bewegt und nicht wieder zum Kleinkind wird. Es sei denn, er fällt in geistige Umnachtung.
  11. zitierenVincentos schreibt am 08.12.2009 um 13:43 Uhr:Dieser Wandel den ich meine ist nicht zurück.
    Er geht nach vorne.
  12. zitierentao schreibt am 08.12.2009 um 13:48 Uhr:Im Denken bist du kilometerweit vom Sein entfernt. Je mehr du denkst, desto weniger bist du. Und wenn du überhaupt nicht denkst, das sind die Momente, wo das Wesen sich selbst in seiner Totalität zur Geltung bringt.
  13. zitierenLyriost schreibt am 08.12.2009 um 14:09 Uhr:Ich bin, tao, und ich bin nie vom Sein entfernt. Am wenigsten dann, wenn ich denke. Denn das Sein wird erst durch den Gedanken zum Sein. Alles andere ist primitiver Materialismus.
  14. zitierentao schreibt am 08.12.2009 um 23:31 Uhr:Nur derjenige, der bereit ist, ein Niemand zu werden, ist fähig zu lieben.
  15. zitierenLyriost schreibt am 09.12.2009 um 09:32 Uhr:Ach, tao, man muß nichts werden, schon gar nicht ein Niemand, um zu lieben. Man muß dafür auch nicht hart an sich arbeiten. Liebe ist keine Fähigkeit wie Lesen und Schreiben oder Fahrradfahren, die man durch Lernen erwerben kann. Du hast ein sehr angestrengtes, arbeitsethisches Verhältnis zu den Dingen, wie mir scheint.
    Die beste Voraussetzung der Liebe zu anderen und anderem ist Selbstakzeptanz. Und je kleiner sich einer macht, um so weniger kann er lieben. Der Niemand kann niemanden und nichts lieben. Nicht einmal mehr sich selbst.
  16. zitierenVincentos schreibt am 09.12.2009 um 12:22 Uhr:Nun, das ist schlichtweg falsch wie ich finde.
    Wenn du ein Niemand bist und ich meine das im Taoistischen Sinne, dann beginnst du die Dinge von beginn an zu sehen.
    Also auch die Liebe.
    Ein Niemand bekommt keine Diktatur von seinem Ego mehr.
    Erst dann, liegen die Dinge in ihrer wirklichen schönheit vor einem.
    Ohne interpretiert zu werden, und somit ihrer einfachheit beraubt zu werden.
    Die Zehntausend Dinge werden gedanklich nicht mehr verändert sondern einfach nur noch gesehen.
    Ich weis dass ich diesen Vorgang nicht beschreiben kann trotzdem versuche ich es, dir zu erklären so wie es auch Tao jeden Tag versucht.
    Wovon wir hier schreiben, ist nicht zu schreiben.
    Darum kann auch keine Antwort geschrieben werden, es kann nur hinter den Zeilen eine Antwort geben.
    Verstehen kann man das ganze nicht, nicht wenn man mit dem Verstand versucht dahinter zu kommen.
    Und doch wird er gebraucht.
    Also, du zu viel Gendanken- Mensch Lyriost, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin daß meine aufforderung nicht viel nutzen wird,
    nutze dein Leben mehr als du es tust.
    Nutze es anders als du es tust.
    Du wirst keinen Guru annehmen müssen oder irgend etwas ähnliches, denn das Tao ist für alle gleich da.
    Finde es oder lass es.
    Wenn du es nicht magst dann mag es dich auch nicht.
    Das ist sehr einfach, sehr blauäugig ganz unkompliziert.
    Es ist nicht so wie in Werbeversprechen...
    wirb einen Kunden und bekommst was Extra^^
    Tao ist nur für dich da.
    Es wird auch kein Ego befriedigt wenn du dich doch noch von deinem Haus herrunterstürzt und tief untem in Tao aufschlägst.
    Der Gewinn gehört dir dann ganz alleine.
    (was ja gar nicht geht, da du ja der Gewinn bist, man nennt sowas glaube ich auch "zur Mutter zurückkehren")
  17. zitierenLyriost schreibt am 09.12.2009 um 12:38 Uhr:Nichts als unreflektiertes Geschwätz, lieber Vincentos. Osho hätte sich kaputtgelacht.
  18. zitierenVincentos schreibt am 09.12.2009 um 12:49 Uhr:Was ihn ja sehr sympatisch macht. :=)
  19. zitierenLyriost schreibt am 09.12.2009 um 13:20 Uhr:Das finde ich auch.
  20. zitierenVincentos schreibt am 09.12.2009 um 13:58 Uhr:Mehr hast du dann auch nicht gefunden.
  21. zitierenLyriost schreibt am 09.12.2009 um 14:01 Uhr:Doch, ich habe gefunden, daß er sich köstlich darüber amüsiert hat, wie den Leuten beim angestrengten Egokleinermachen die Egos immer größer geworden sind. Aber das hatte er sich, klug, wie er war, vorher schon gedacht. ;-)
  22. zitierenVincentos schreibt am 09.12.2009 um 14:02 Uhr:Teil des Wegs.

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