Tatsächlich, der Sucher ist das Gesuchte. Lao-tses Worte sind in diesem Kontext von gewaltiger Signifikanz. Er sagt: "Suche und du wirst nicht finden. Suche nicht und du wirst finden, denn Tao ist hier und jetzt." Man verpaßt wirklich Tao oder die Wahrheit oder wie immer du es nennen willst, bloß weil man es sucht. Wie kannst du etwas suchen, was hier und jetzt ist? Suchen bedeutet: Das, was du suchst, ist nicht hier, es ist dort, irgendwo anders. Wegen des Suchens driftest du weg von der Realität. Jemand geht den Jakobsweg, ein anderer geht nach Mekka, andere gehen nach Jerusalem, nach Rom oder zum Kailash; man kann sogar im Internet pilgern. Aber sie alle weichen ab, treiben weg von der Wirklichkeit oder der Wahrheit, die immer hier und jetzt ist. Aber solange ein Sucher weiter sucht und forscht, verliert er sich auch ständig dabei. Und an dem Tag, an dem er todmüde ist, an dem Tag, an dem er sich komplett verliert und zu Boden fällt, findet er sich in der Realität wieder. Es spielt keine Rolle, ob er in Mekka oder in Rom, in Santiago de Compostela oder in Jerusalem, in Indien oder in Tibet abstürzt, wo immer es ihn erwischt, da findet er sich präsent vor. Tao ist immer gegenwärtig, es ist überall anwesend, aber unsere eigene Präsenz hindert uns daran, mit ihm zusammenzutreffen. In dem Moment, in dem der Sucher abwesend ist, ist Tao oder die Wahrheit anwesend. Tao ist immer präsent, es ist ewig anwesend.