Taoistische Reflektionen

13.02.2010 um 23:59 Uhr

Tao 608

von: tao

Musik: Chinmaya Dunster – Full Moon


Ein Mensch, der ein Ladengeschäft betreibt, um seinen Wohlstand zu vermehren, ist auf der Suche nach dem Möglichen, wohingegen ein Mensch, der im Wald sitzt auf der Suche nach Gott, das Unmögliche sucht. Tatsächlich kann Gott nicht gesucht werden. Wenn alles Suchen aufhört, wird er gefunden in seiner Gegenwärtigkeit, hier und jetzt. Wegen der Suche kann er nicht gesehen werden. Wenn ein Mensch auf der Suche nach etwas schnell rennt, entgehen die Dinge um ihn herum seiner Aufmerksamkeit, und so rennt er genau an der Sache vorbei, nach der er Ausschau hält. Ein Mensch, der in einem Ochsenkarren reist, hat genug Gelegenheit, die Dinge um ihn herum zu betrachten, aber wenn ein Mensch in einem Flugzeug reist, entgehen ihm alle Details. Er kann die Blumen nicht sehen, er kann die Vögel nicht sehen, er kann nur geballte Formen sehen, da wo die Bäume sind. Wenn ein Mensch in einer Rakete reist, entgehen ihm sogar die Dschungel. Nichts kann mehr gesehen werden. Die Geschwindigkeit beeinträchtigt die Aussicht. Sowie die Schwungkraft der Sehnsüchte zunimmt, werden wir immer mehr blind. Der Staub, der aufgewirbelt wird, läßt uns gar nichts mehr sehen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVincentos schreibt am 05.03.2010 um 01:57 Uhr:Feinstes relatives hier bei dir ;D

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