Taoistische Reflektionen

06.01.2010 um 02:45 Uhr

Tao Te King 1 (14)

von: tao

Fröhlich
Lao-tse lebte in Schweigen.

Er vermied es immer,

über die Wahrheit zu reden, die er erlangt hatte

und er wies immer den Gedanken von sich

dass er dies für die zukünftigen Generationen aufschreiben sollte.

Im Alter von neunzig Jahren

nahm er Abschied von seinen Schülern,

und mit seinem Abschiedsgruß sagte er zu ihnen:

Nun begebe ich mich auf die Reise ins Gebirge,

Richtung Himalaja.

Ich gehe dorthin, um zum Sterben bereit zu werden.

Es ist gut, mit Leuten zu leben,

es ist gut, in der Welt zu sein, während man lebt,

aber wenn man dem Tode näher kommt

ist es gut, sich in das totale Alleinsein zu begeben,

so dass wir uns

zur ursprünglichen Quelle hinbegeben

in unsere absolute Reinheit und Einsamkeit,

unkontaminiert von der Welt.

Die Schüler fühlten sich sehr, sehr traurig,

aber was konnten sie tun?

Sie folgten ihm ein paar hundert Kilometer,

aber nach und nach überredete Lao-tse sie,

wieder zurückzugehen.

Dann überquerte er alleine die Grenze,

und dort sperrte ihn der Grenzwächter ein

denn er war auch ein Schüler. Und er sagte:

Bevor du nicht ein Buch schreibst,

werde ich dir nicht erlauben

die Grenze zu überqueren.

Soviel musst du für die Menschheit tun.

Schreibe ein Buch.

Das ist die Schuld, die du zu zahlen hast,

sonst werde ich dir

den Grenzübergang nicht gestatten.

Lao-tse wurde also drei Tage lang

von seinem eigenen Schüler gefangen gesetzt.

Das ist schön. Es ist sehr liebevoll.

Er wurde dazu gezwungen.

 


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