Taoistische Reflektionen

11.12.2015 um 01:43 Uhr

Was ich wie sehe, das bin ich auch.

von: tao


Was ich wie in meinem Leben sehe, sagt viel über mich und wenig über das, was ich sehe. Derselbe Sonnenuntergang schaut für den einen schön aus und ein anderer wird traurig. Und wieder einem anderen ist es egal, es kümmert ihn nicht. Der Sonnenuntergang ist derselbe. Schön wirkt er nur auf den Menschen, der sich darauf einstimmen kann, der still werden und damit zu einem Spiegel werden kann, der den Sonnenuntergang in sein eigenes Wesen reflektiert, der sich davon aufladen lassen kann, von den Farben, den Strahlen und dem Glanz.
Derselbe Sonnenuntergang wirkt auf jemand anderen traurig und nicht schön, weil er gerade traurig ist, er projiziert seine Traurigkeit auf den Sonnenuntergang. Und der "wieder andere" lebt indifferent, er hat sich desensibilisiert. Er sieht den Sonnenuntergang, den Mond, die Bäume, die Blumen oder die Menschen gar nicht mehr. Er hat Augen, aber er benutzt sie nicht wirklich. Er hetzt sich ab, er hat es so eilig, irgendwo hinzukommen, er weiß eigentlich gar nicht mehr, wohin. Es ist zu einer ständigen Spannung geworden, er läuft immer irgendwelchen Schatten hinterher. Er hat gar nicht die Zeit dafür, sich einen dummen Sonnenuntergang anzuschauen. Das wäre reine Zeitverschwendung.
Es hängt also alles von mir ab.
Wenn ich das Schöne im Außen sehen kann, dann ist auch in mir etwas Schönes entstanden.


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenPandschala schreibt am 11.12.2015 um 10:48 Uhr:Danke - so ist es

  2. zitierenLyriost schreibt am 16.12.2015 um 15:16 Uhr:"Es hängt also alles von mir ab." Schöne Grüße vom Ego. ;-)
  3. zitierentao schreibt am 17.12.2015 um 00:24 Uhr:Wieder mal nichts verstanden. Mitleidige Grüße an dein Ego.
  4. zitierenLyriost schreibt am 17.12.2015 um 14:16 Uhr:Mein Ego ist viel bescheidener als deines. Es bedankt sich trotzdem für die Grüße.
  5. zitierentao schreibt am 17.12.2015 um 14:31 Uhr:Die größten Egos sind die, die sich für bescheiden halten.
  6. zitierenLyriost schreibt am 17.12.2015 um 15:22 Uhr:Du hörst mir nicht zu: Ich habe nicht gesagt, mein Ego sei bescheiden, sondern ich habe gesagt, mein Ego sei bescheidener als deines. Das ist etwas ganz anderes.
  7. zitierentao schreibt am 17.12.2015 um 16:59 Uhr:Je bescheidener das Ego ist, desto gefährlicher.
  8. zitierenLyriost schreibt am 17.12.2015 um 22:59 Uhr:Nein, gefährlich sind die Egos, die sich für etwas ganz Besonderes halten. Also eigentlich alle.
  9. zitierentao schreibt am 17.12.2015 um 23:04 Uhr:Gefährlich ist es nur, sich damit zu identifizieren.
  10. zitierenVincentos schreibt am 23.01.2016 um 03:28 Uhr:
    Lyriost:"Es hängt also alles von mir ab." Schöne Grüße vom Ego. ;-)

    Wissen taugt nur zur Info.
    Zum Leben erwecken kann man es nur durch Leben. Da liegt das einfachste und schwerste sehr sehr dicht beieinander.
    Was bringt es schon wenn man von der Unendlichkeit gehört hat, sich aber nicht in sie einfädeln tut, weil da das Ego im weg ist ?


  11. zitierentao schreibt am 23.01.2016 um 18:43 Uhr:Wo die Angst ist, ist der Weg.
  12. zitierenLyriost schreibt am 31.01.2016 um 20:28 Uhr:Ich täte mich ja einfädeln ins Nadelöhr der Unendlichkeit ich könnte das sicher, Vincentos. Aber ich weiß, daß das gar nicht nötig ist, denn ich bin ja kein Kamel. Ich weiß auch, daß besonders dann das Ego im Weg ist, wenn man es nicht wahrnimmt. ;-)
  13. zitierentao schreibt am 01.02.2016 um 01:55 Uhr:Was machen wir hier eigentlich im Hinblick auf den Weg in die Unendlichkeit? bzw.: Wieviele Kamele gehen durch ein Nadelöhr?
  14. zitierenLyriost schreibt am 01.02.2016 um 08:09 Uhr:Auf mittlere Sicht alle, lieber tao. ;-)
  15. zitierentao schreibt am 02.02.2016 um 01:11 Uhr:Wissensvermittlung durch Selbsterfahrung – Spezifische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

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