Taoistische Reflektionen

28.07.2015 um 03:30 Uhr

Wu Wei - Die Kunst des Handelns ohne zu handeln.

von: tao

iDer Taoismus ist eigentlich keine Religion im üblichen Sinn, sondern eigentlich nur eine Ansicht über die Welt, wie wir sie vorfinden. Es gibt hier keinen Gott, den man anbeten soll und auch sonst keine Handlungen, die zu tun oder zu lassen sind. Es ist einfach eine Grundhaltung, die der Natur abgeschaut ist. Der interessanteste Abschnitt in dieser Quasi-Religion ist das WU-WEI. Eine Grundhaltung, die einfach zu beschreiben, aber nicht ganz so einfach umzusetzen ist.
Wir schwätzen ständig in Gedanken mit uns selber. Wir denken in Worten, führen einen inneren Dialog und bewerten alle Handlungen nach unseren inneren Werten und Programmen. Wir nehmen irgendetwas wahr. Sofort benennen wir es mit Worten und Attributen. Gut-schlecht; schön-häßlich; stark-schwach; angenehm-unangenehm. Wir treffen dabei eine Bewertung: "Das ist aber schön", so entsteht aus dieser Bewertung heraus das Gegenteil, daß etwas anderes häßlich sein muß. Es entstehen die Gegensätze in der Welt, weil wir diese innerlich selbst erzeugen.
Im WU-WEI werden diese "Dinge, die existieren" einfach wahrgenommen und nicht bewertet, nur erkannt. Dies bringt uns unserem wahren Naturell viel näher, als man auf den ersten Blick meint. Oder ein anderes Beispiel: Probleme! Wir sehen eine schwierige Aufgabe. Sofort bewerten wir diese nach unseren inneren Programmen und Erfahrungen. Der taoistische Ansatz ist, diese Probleme nur neutral zu betrachten, keinerlei Bewertungen vorzunehmen, einfach nur anzusehen, von allen Seiten zu betrachten und so zu lassen. wie es ist.
Der wahre TAOIST lebt im Hier und Jetzt. Er strebt nicht nach äußeren
Statussymbolen, sondern orientiert sich nach seinen wahren Bedürfnissen und Fähigkeiten. Er lebt, ruht in seiner Mitte. Er ist frei, und führt doch ein reiches und erfülltes Leben. Da er alle seine Aufgaben gerne ausführt, führt er sie gut aus. Er lebt in Harmonie mit seinem inneren Wesen. Er kann Freude vorurteilsfrei empfangen und geben. Er ist ein großes Kind, offen für Neues und frei von Beschränkungen.


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