Kleiner Blütenzauber

25.09.2007 um 07:30 Uhr

Schwankendes Meer von Meinungen

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Gesetze, Meinungen, Änderungen, Urteil, Wahrheit, Montaigne

Stimmung: gut

Wir sollen also die Gesetze unseres Landes befolgen.

Soll das heißen: wir sollen uns dem schwankenden Meer von Meinungen eines Volkes oder Fürsten anschließen, die mir die Gerechtigkeit so vielfarbig malen und so vielgestaltig umdeuten, wie sie von wechselnden Leidenschaften beherrscht werden?
Ich kann mich in meinem Urteil nicht so biegen. Was ist an einer Sache dran, wenn man gestern hat an sie glauben können und wenn sie morgen nicht mehr gilt?
Und wenn sie zu einem Verbrechen wird, sobald ich über einen Fluß fahre? Was an der Wahrheit, die nur bis zum Gebirge gilt und für die Menschen auf der anderen Seite zur Lüge wird?

Zitat: Michel de Montaigne , 1533 - 1592

Diese Worte von Montaigne galten wohl nicht nur zu seiner Zeit. Wenn ich mir überlege, wie wandelhaft die Gesetze im Deutschland, der letzten hundert Jahre waren.

Es gab Zeiten, da wurden Menschen, wegen des Diebstahls eines Brotes zum Tode verurteilt. Ausländische Radiosender hören wurde mit Zuchthaus bestraft. Homosexuelle eingesperrt. Männer die ihre Frauen und Kinder schlugen, handelten Rechtens.

Noch vor etwa 15 Jahren, war der Empfang von ausländischen Sendern, über Satellit bei uns verboten.
Ebenso vor etwa 18 Jahren, der Anschluss eines Akustikkopplers oder Modems ans Telefonnetz, um in Datenboxen oder ins entstehende Internet zu gehen.. Viele machten es trotzdem, dann eben illegal.
Ja, was sind Gesetze wert, wenn jenseits der Grenzen ganz andere Regeln gelten?

Das die Erde sich um die Sonne bewegt, dass allerdings darf man heute sagen, dafür wird man nicht mehr hingerichtet.

09.09.2007 um 15:57 Uhr

Hyperions Schicksalslied

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Hölderlin, Schicksal, Licht, Boden, Augen, Wasser, Klippe

Stimmung: gut

Ihr wandelt droben im Licht
Auf weichem Boden, selige Genien;
Glänzende Gotteslüste
Rühren euch leicht,
Wie die Finger der Künstlerin
Heilige Saiten.

Schicksallos wie der schlafende
Säugling, atmen die Himmlischen,
In bescheidener Knospe,
Blühet ewig
Ihnen der Geist
Und die seligen Augen
Blicken in stiller
Ewiger Klarheit.

Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhen;
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahrelang ins ungewisse hinab.

( Hölderlin, 1770 - 1843 )

Hölderlin, war ein Schwabe, der zu Schwermut und Einsamkeit neigte.
Er erträumte sich ein ideales Land der Schönheit.
Er lebte im Zwiespalt, zwischen Wirklichkeit und Ideal, was seine lyrische Dichtung prägte.
Im Jahre 1843 starb er im Wahnsinn.

Wieder frage ich mich, was mag Hölderlin gedacht, gefühlt haben, als er diese schönen Verse schrieb?

04.09.2007 um 17:47 Uhr

Natur und der Mensch

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Natur, Schopenhauer, Wohlsein, Laotse, Frieden

Stimmung: gut

Wer dem Walten der Natur sich am innigsten anschmeigen kann,
hat Frieden gewonnen und kommt der Vollkommenheit am nächsten.

( Zitat: Laotse )

Der Natur, liegt nur unser Dasein am Herzen.

Um's Wohlsein muss man sich selber kümmern.

( Zitat: Schopenhauer )