Schwankendes Meer von Meinungen
Stimmung: gut
Soll das heißen: wir sollen uns dem schwankenden Meer von Meinungen eines Volkes oder Fürsten anschließen, die mir die Gerechtigkeit so vielfarbig malen und so vielgestaltig umdeuten, wie sie von wechselnden Leidenschaften beherrscht werden?
Ich kann mich in meinem Urteil nicht so biegen. Was ist an einer Sache dran, wenn man gestern hat an sie glauben können und wenn sie morgen nicht mehr gilt?
Und wenn sie zu einem Verbrechen wird, sobald ich über einen Fluß fahre? Was an der Wahrheit, die nur bis zum Gebirge gilt und für die Menschen auf der anderen Seite zur Lüge wird?
Zitat: Michel de Montaigne , 1533 - 1592
Diese Worte von Montaigne galten wohl nicht nur zu seiner Zeit. Wenn ich mir überlege, wie wandelhaft die Gesetze im Deutschland, der letzten hundert Jahre waren.
Es gab Zeiten, da wurden Menschen, wegen des Diebstahls eines Brotes zum Tode verurteilt. Ausländische Radiosender hören wurde mit Zuchthaus bestraft. Homosexuelle eingesperrt. Männer die ihre Frauen und Kinder schlugen, handelten Rechtens.
Noch vor etwa 15 Jahren, war der Empfang von ausländischen Sendern, über Satellit bei uns verboten.
Ebenso vor etwa 18 Jahren, der Anschluss eines Akustikkopplers oder Modems ans Telefonnetz, um in Datenboxen oder ins entstehende Internet zu gehen.. Viele machten es trotzdem, dann eben illegal.
Ja, was sind Gesetze wert, wenn jenseits der Grenzen ganz andere Regeln gelten?
Das die Erde sich um die Sonne bewegt, dass allerdings darf man heute sagen, dafür wird man nicht mehr hingerichtet.

