Kleiner Blütenzauber

08.07.2008 um 21:56 Uhr

Das verlassene Mägdlein

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Gedicht, Mägdlein, verlassen, Eduard, Moerike, Flammenschein, Träne

Stimmung: gut

Das verlassene Mägdlein

Früh, wenn die Hähne krähen,
Eh` die Sternlein verschwinden,
Muss ich am Herde stehen,
Muss Feuer anzünden.

Schön ist der Flammenschein,
Es springen die Funken;
Ich schaue so darein,
In Leid versunken.

Plötzlich, da kommt es mir
Treuloser Knabe,
Dass ich die Nacht von dir
Geträumet habe.

Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder;
So kommt der Tag heran -
Oh ging` er wieder.

Dieses Gedicht schrieb Eduard Mörike ( 1804 - 1875 )
Mörike war ein in sich gekehrter Mensch.
Er besass eine fast schon als Naivität zu bezeichnende
Empfänglichkeit, für so gut wie alles, was ihm in der
Natur oder in seinem Leben begegnete.So setzte er seine
Beobachtungen oder Erlebnisse in Poesie um. Nahm alles
als Anregung was er sah.
Mörike war beeinflusst von Goethe.
Über Mozart schrieb er eine frei erfundene Novelle:
" Mozart auf der Reise nach Prag "

Eduard Mörike wurde 1804 in Ludwigsburg geboren,
war Pfarrer in Cleversulzbach bis 1843, und starb
1875. Lange Zeit blieb er als Lyriker unbeachtet.