Kleiner Blütenzauber

25.04.2010 um 12:49 Uhr

Ratschläge einer Mutter

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Carl, Marx, Student, Mutter, Brief, Ordnung, Haushalt

Auch der 1818 in Trier geborene Carl Marx hatte eine Mutter. Sie machte sich wie wohl viele Mütter Sorgen und Gedanken um ihren Sohn.

So schrieb sie ihrem Sohn, als er als Student in Bonn weilte:

"Nun kannst du mir's garnicht
als eine Schwäche unseres Geschlechts ansehen, wenn ich neugierig bin, wie Du Deine kleine Haushaltung eingerichtet, ob die Ökonomie auch eine Rolle spielt, was bei grossen wie bei kleinen Haushaltungen eine unerläßliche Notwendigkeit ist. Dabei erlaube ich mir zu bemerken, lieber Carl, dass Du deine Reinlichkeit und Ordnung nie als Nebensache betrachten mußt, denn davon hängt Gesundheit und Frohsinn ab.
Halte pünktlich darauf, dass Deine Zimmer öfters gescheuert werden. Und scheuere Du, mein lieber Carl wöchentlich mit Schwamm und Seife"

Ratschläge einer Mutter, Frohsinn durch das wöchentliche Scheuern der Zimmer mit Schamm und Seife. Aber dennoch liebevoll gemeint.

Vielleicht musste sich die Mutter ja auch Sorgen um ihren Carl machen.

Etwas anders und härter schreibt da schon der Vater Marx:

"Ordnungslosigkeit, dumpfes Herumschweben
in allen Teilen der Wissens, dumpfes Brüten bei der düsteren Öllampe; Verwilderung im gelehrten Schlafrock statt der Verwilderung bei dem Bierglase, zurückscheuchende Ungeselligkeit mit Hintenansetzung allen Anstandes"

So sieht der Vater seinen studierenden Sohn, der die Vorlesungen kaum besuchte, aber dennoch mit 23 Jahren in Jena über ein philosophisches Thema promovierte.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Nasoetwas schreibt am 16.05.2010 um 09:29 Uhr:Karl Marx Vater war verbittert weil Karl nicht dem Willen des Vaters gehorchte.
    Der Vater wollte mit aller Macht durchsetzen, dass Karl Jura studiert.

    Der Junge Marx hatte es nicht nötig, diese oder jene Vorlesungen zu besuchen. Er schaffte trotzdem alle Prüfungen. Das beste Studium ist das wahre Leben und Karl verstand es zu genießen. Und was seinen Ordnungssinn angeht -
    Nur der Kleingeist hält Ordnung.

    Irgendwie ähnelt er in manchen Dingen dem Sokrates ;-)

    nasoetwas
  2. arinna schreibt am 01.08.2010 um 12:32 Uhr:ich glaube, da ist was dran, dass man öfters (wöchentlich) seine zimmer scheuern sollte und ab und zu sich selbst. mich macht chaos orientierungslos, und nie kommt man zur ruhe.

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