Kleiner Blütenzauber

16.07.2007 um 16:43 Uhr

Schrift und Sprache

von: sternenschein   Stichwörter: Schrift, Sprache, Runen, Lateinschrift

Stimmung: gut

Die älteste germanische Schrift war die Runenschrift.
Die Runen ( got. runa= Geheimnis ) dienten ursprünglich, in Stäbchen ( Runenstäbe ) eingeritzt, religiösen Zwecken, erst später wurden sie eigentliche Schriftzeichen. Sie sollen aus dem Alphabet der ältesten römischen Kaiserzeit gebildet worden sein.
Das Christentum verdrängte sie dann. Die gotische Schrift, die Wulfila auf der Grundlage der griechischen Schrift geschaffen hatte, ging mit den Goten unter. Die althochdeutschen und mittelhochdeutschen Schriften sind in der lateinischen Schrift geschrieben. Sie war die Schrift des christlichen Abendlandes überhaupt.
Seit dem 13. Jahrhundert wurde es üblich, die Rundung der lateinischen Schrift zu brechen, so dass eine eckige Schrift ( Fraktur aus dem lateinischen frangere = brechen ) entstand.
Zur Zeit Gutenbergs war sie im ganzen Abendlande üblich geworden und ging nun auch in den Druck über. Allerdings kehrten die meisten Staaten zur Lateinschrift zurück. Nur Deutschland, teilweise Dänemark und Schweden blieben bei der Fraktur, die man deshalb auch - nicht ganz mit Recht - deutsche Schrift nennt.

Unsere Schrift ist ein sehr unvollkommenes Mittel zur Darstellung der Sprache. Die Buchstaben reichen nicht für alle Laute aus, auch geben sie die Laute nicht immer genau wieder, schließlich folgt die Schrift, der Entwicklung der Sprache und Aussprache sehr langsam nach. Auffallend ist auch in der Rechtschreibung eine gewisse Willkür.

Entnommen: Die neue Volkshochschule
Erschienen 1926, Leipzig Verlagsbuchhandlung E.G.Weimann

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