Kleiner Blütenzauber

27.12.2009 um 14:20 Uhr

Schillers einfache Wahrheit

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Zitate, Friedrich, Schiller, bestehen, zusammen, loesen, Jungfrau, Orleans

Was nicht zusammen kann Bestehen,
tut am besten sich zu lösen.

ZItat: Friedrich Schiller
( Die Jungfrau von Orleans II, 2. )

Wie wahr ist dieser Satz doch.
Was könnten Menschen sich doch ersparen, an Kraft, Energie und an Herzeleid, wenn sie danach handeln würden.
Und doch versuchen manche es immer und immer wieder, obwohl sie es besser wissen sollten.
Und je mehr Energie sie hineingesteckt haben, umso schwerer fällt ihnen das lösen.

13.11.2009 um 00:46 Uhr

Liebe überbrückt die Kluft

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Zitat, Liebe, Blueten, Duft, Tod, Friedrich, von, Bodenstedt

Nur Liebe überbrückt die Kluft,
die zwischen Sein und Nichtsein droht,
dass wie gepflückter Blumen Duft,
doch etwas überlebt den Tod.

Zitat: Friedrich von Bodenstedt (1819 - 1892)

Klafft zwischen Sein und Nichtsein wirklich eine so tiefe Kluft. Oder erscheint es uns nur so, da wir von dem Übergang und dem sich daran anschliessenden nichts wirkliches wissen?
Die Liebe überbrückt viele Klüfte, tiefe und weniger tiefe im Leben. Können wir immer wieder sehen.
Auch hier, sie überdauert den Tod. Sie hebt ihn für den Bleibenden teilweise auf. Lässt den Gegangenen weiterleben, auf eine ganz besondere Art und Weise..Im Herzen, in Gedanken, im Inneren.

Wie gepflückter Blumen Duft.
Wir sind wohl mehr als, nur ein gepflückter Blumen Duft, dennoch ist es ein sehr schönes Beispiel, wie ich finde.
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15.09.2009 um 23:21 Uhr

Goethe und die Unsterblichkeit

Stimmung: gut

Den Beweis der Unsterblichkeit
muss jeder in sich selbst tragen,
ausserdem kann er nicht gegeben werden.
Wohl ist alles in der Natur Wechsel,
aber hinter dem Wechselnden ruht ein Ewiges.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( Zum Kanzler Müller )

Die Beschäftigung mit Unsterblichkeitsideen
ist für vornehme Stände und vor allem für Frauenzimmer, die nichts zu tun haben.
Ein tüchtiger Mensch aber, der schon hier etwas ordentliches zu sein gedenkt und der daher täglich zu streben, zu kämpfen und zu wirken hat, lässt die künftige Welt auf sich beruhen und ist tätig und nützlich in dieser.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( Zu Eckermann )

Nein, beweisen lässt sich eine Unsterblichkeit wohl nicht. Aber sehr schön sagt Goethe doch, dass hinter dem Wechselnden ein Ewiges steht.
Etwas erstaunlich die Aussage Goethes, die Unsterblichkeitsideen sei Sache der gehobenen Schichten und der Frauenzimmer.

Gut, mag ja sein, dass heute wie auch zu Goethes Zeiten, Menschen die hart arbeiten, sich über die Unsterblichkeit eher weniger Gedanken machen.
Ganz klar ist für mich selbst auch, wir sollten aus unserem Leben hier und jetzt versuchen das beste aller Leben zu machen.
Denn im Moment haben wir nur dieses, wie es danach weitergeht wissen wir nicht wirklich.

Es wäre wohl auch nicht der Sinn unseres Lebens, auf ein nächstes, ein besseres Leben, zu warten. Welches uns für dieses entschädigen soll, oder auf eine glückselige Ewigkeit. Denn was sollte uns dieses im heutigen Leben bringen?.
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12.08.2009 um 18:14 Uhr

Friedrich Schiller beschimpft das Publikum

Stimmung: gut

Es gibt nichts Roheres
als den Geschmack des jetzigen deutschen Puublikums, und an der Änderung dieses elenden Geschmacks zu arbeiten, ist der ernstliche Plan meines Lebens.

Zitat: Friedrich Schiller
( in einem Brief an Fichte, Jena 03.08.1795 )

Damit nicht genug.

Die Genügsamkeit des Publikums
ist nur ermunternd für die Mittelmässigkeit, aber beschimpfend und abschreckend für das Genie.
(über die tragische Kunst )
Ich verspreche mir von der Dankbarkeit
des Publikums nicht viel; denn mit dem Guten gefällt man selten.

Zitat: Friedrich Schiller
( in einem Brief an Cotta, Jena 07.09.1795 )

Da erregte sich Schiller über sein, und über DAS Publkum im allgemeinen.
Was Schiller wohl heute zu unseren Fernsehprogrammen und dem heutigen Publikum sagen würde?
Schiller heute als Fernsehkritiker, dagegen könnte Reich-Ranicki wohl fast einpacken.
Ich glaube, es würde für sehr viele Sendungen ein Verriss ohnegleichen herauskommen samt ätzender Publkumsbeschimpfung.
Vielleicht würde Schiller im TV auch einen Niedergang der Kultur sehen, oder die Möglichkeiten dieses Mediums feiern. Ich weiss es nicht.

Dabei heisst es doch so schön, ein jeder lebe nach seiner Facon und werde damit glücklich.
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11.07.2009 um 18:09 Uhr

Vom Wollen und Können

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Michel, de, Montaigne, wollen, können, Gott, Unrecht, verurteilen, unmoeglich, Ziele

Stimmung: gut

Natürlich sind wir vor Gott nicht vollkommen;
wir können es auch vor uns selbst nicht werden. Unserem menschlichen Wollen ist es nie gelungen, die Ziele zu erreichen, die wir selbst uns gesteckt haben; und wenn es doch einmal gelungen wäre, würden wir wieder höheres von uns verlangen und diesem dann ebenso eifrig und vergeblich nachjagen.
Erfüllung ist uns nicht beschieden.
Was der Mensch selbst von sich verlangt ist unerfüllbar. Er ist eigentlich recht ungeschickt, seine Verpflichtungen zuzuschneiden nach dem geistigen Mass, das für ein anderes Wesen als den Menschen gilt: wem schreibt er das vor, was ja doch, wie er weiss keiner tun wird? Ist es ein Unrecht für ihn, wenn er nicht tut, was für ihn zu tun unmöglich ist? Die Gesetze, die uns dazu verurteilen, dass wir nicht können, verurteilen uns dann, weil wir nicht können.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Wahre Worte, die Montaigne da sagt.
Ich sage:
In seinem Denken mag der Mensch grenzenlos sein, in seinem Handeln jedoch nicht. Da werden dem Menschen seine Grenzen aufgezeigt.
Dieses mag sogar gut so sein, denn wenn es nicht so wäre, würde es die Welt wie wir sie kennen, vielleicht schon garnicht mehr geben.
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28.04.2009 um 16:31 Uhr

Franz von Gaudy sah eine Wasserrose

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Franz, von, Gaudy, Wasserrrose, Wald, Teich, Krone

Stimmung: gut
Musik:

Wasserrose

Im Wald geschützten Grunde
ein stiller Weiher ruht,
von Abendsonnenstrahlen glimmt
rosigroth die Fluth,
Viele breite Blätter,
die schwimmen auf dem Teich
und träumend schließt die Krone,
die Wasserrose bleich.

Zitat: Franz von Gaudy (1800 - 1840 )

Öfter schon sah ich sie ruhen, die Wasserrose im stillen Teiche im waldgeschützten Grund.
Doch diese Wasserrose, die Franz von Gaudy sah, ich hätte sie auch gerne gesehen.
Genau in dem Moment, in dem die Flut durch Abendsonnenstrahlen rosig rot erglimmt, und träumend schliesst die Krone,
die Wasserrose bleich.
Welch ein erhebender Anblick, welche Worte für das gesehene von Franz Gaudy.
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30.03.2009 um 15:05 Uhr

Die Welt besitzen

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Friedrich, Schiller, Welt, Mensch, Augenblicke, Schoepfung

Stimmung: gut

Es gibt Augenblicke im Leben,
wo wir aufgelegt sind, jede Blume und jedes entlegene Gestirne, jeden Wurm und jeden geahnten höheren Geist an den Busen zu drücken -- ein Umarmen der ganzen Natur gleich unsrer Geliebten....
Der Mensch, der es so weit gebracht hat, alle Schönheit, Grösse, Vortrefflichkeit im Kleinen und Grossen der Natur aufzulesen und zu der Mannigfaltigkeit die grosse Einheit zu finden, ist der Gottheit schon sehr viel näher gerückt. Die ganze Schöpfung zerfliesst in seine Persönlichkeit.
Wenn jeder Mensch alle Menschen liebte, so besässe jeder einzelne die Welt.

Zitat: Friedrich Schiller ( philosophische Briefe )

Welch grosse Worte von Schiller:

Wenn jeder Mensch alle Menschen liebte, so besässe jeder einzelne die Welt.

Können wir dieses, alle Menschen lieben?

Wir sind nicht Gott, vielleicht gelingt es uns deshalb nicht.
Es heisst, liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.
Dafür muss man sich erst einmal selbst lieben, um den nächsten lieben zu können.
Was aber, wenn der nächste sich nicht selbst liebt, und somit auch die anderen Menschen nicht?

Ein Umarmen der Natur, gleich einer Geliebten, ja.
Aber ein Lieben aller Menschen, egal wie sie sind, was sie gemacht haben, nein. Das kann ich nicht.
Ich kann, zum Beispiel, nicht die Roten Khmer lieben, die Millionen von Menschen auf schändlichste Art und Weise töteten. Wohl ohne jeden Skrupel und Reue.

Somit werde ich nicht die Welt besitzen, da ich nicht alle Menschen lieben kann. Nun ja, Ich bin ja auch nicht Gott. Der könnte es wohl, trotz allem.

03.12.2008 um 18:25 Uhr

Schiller und die Ungeduld

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Ungeduld, Reinbeck, Ungemach, Erde, dreht, taeglich

Stimmung: gut

Wenn ich mal ungeduldig werde,
Denk' ich an die Geduld der Erde,
Die, wie man sagt, sich täglich dreht
Und jährlich so wie jährlich geht.
Bin ich denn für was andres da? -
Ich folge der lieben Frau Mama.

Zitat: Schiller

Überstandenes Ungemach hat einen eigentümlichen Reiz.

Zitat: Schiller ( zu Reinbeck )

Zwei Schiller Zitate, passend zur momentanen Blogigo Situation. Hoffen wir, dass das Ungemach des nicht einloggen können, bald ein Ende hat und seinen eigentümlichen Reiz entfaltet.;-)

26.11.2008 um 16:08 Uhr

Michel de Montaigne und die Anmut

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Michel, de, Montaigne, Anmut, zart, verborgen, gekuenstelt, Auge

Stimmung: gut

Was anmutig ist,
bemerken wir nur, wenn es überspitzt, geschwollen, verkünstelt auftritt:
geht es im einfachen Kleid der Selbstverständlichkeit einher, so wird es von einem groben Blick, wie wir ihn haben, leicht übersehen;
das Schöne daran ist zart und verborgen; um dieses heimliche Licht zu sehen, braucht man ein scharfes, gut gereinigtes Auge.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

Ich hoffe, mein Auge ist immer gut genug gereinigt, denn ich möchte lieber diese heimlichen Lichter wahrnehmen, als dieses oftmals so offensichtlich und übertrieben daherkommende.
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27.09.2008 um 20:36 Uhr

Der Weise

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Weise, Johann, Wolfgang, von, Goethe, Schein, sein

Stimmung: gut

Der Weise sagt --
der Weise war nicht klein --:
Nichts scheinen, aber alles sein.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( Hanswursts Hochzeit )

Sehr kluge Worte von Goethe.
Wieviel mehr wert ist doch das Sein als der Schein. Wieviel verlässlicher, direkter. Der Schein, er trügt so oft. Manchmal wird er uns aber auch ohne eigenes Zutun auferlegt. Durch Fehlinterpretation von anderen. Indem sie ihr denken, ihre Wünsche und Ängste auf uns übertragen.

Wahrscheinlicher ist dieses Zitat von Goethe aber eher als Aufruf zum Understatement gedacht. Nichts scheinen, und dennoch alles sein. Mehr zu sein, mehr zu können, als der erste Blick vermuten lässt.
Nicht mit seinen Fähigkeiten hausieren gehen, um dann bei näherer Betrachtung mit ihnen zu überraschen.

07.09.2008 um 00:20 Uhr

Da irrte Schiller

Stimmung: gut

Wo Selbständigkeit ist, da fehlt die Weiblichkeit, wenigstens die schöne.

Zitat: Friedrich Schiller
in einem Brief an W.v.Humboldt 17.12.1705

Ich denke da irrt Friedrich Schiller.
Wieso sollte allen Frauen die selbständig sind die Weiblichkeit fehlen? Die schöne.
Wird eine Frau erst weiblich schön, wenn sie sich von einem Mann abhängig macht. Sich kleiner macht als sie ist?

Ich kenne etliche Frauen, die sehr selbständig sind und dennoch sehr weiblich, dazu noch schön.

Diese Meinung Schillers über selbständige unabhängige Frauen, dieses, sein Frauenbild wird wohl auch eher seiner Zeit geschuldet sein.
Oder herrscht auch heute noch diese Meinung allgemein vor?
Ausserdem ist Schillers Satz sehr verallgemeinernd. Könnte oder sollte man ihn in dieser Form noch heute gelten lassen?

14.08.2008 um 19:10 Uhr

Morgenstunde

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Morgenstunde, Richard, Dehmel, Gedicht, Dichter, Träume, Lilie, Morgenstern

Stimmung: gut

Morgenstunde
Ob du wohl auch so schlaflos liegst
Und dich in wachen Träumen wiegst,
Vor Glück, wie sehr die Sehnsucht brennt!
Ich starr ins dunkle Firmament:
Der Morgenstern, in grossen Bogen,
Ist langsam längst heruntergezogen
Und lässt mich lächelnd fühlen, was uns trennt.

Vor meinem schwachen Augen
- Nun weiss ich doch zu was sie taugen -
Strahlt er, je höher her, je flimmernder.
Weihnächtig glänzt die graue Stille.
Oh zögre, Alltag! Ohne Brille
Sieht man die Welt unendlich schimmernder.

Schon aber glitzert sein Gezitter blasser;
Nun steh' ich auf und geb' der Lilie Wasser
Die du mir gestern heimlich brachtest.
Und wenn du mich dafür auslachtest:
Sanft nehm' ich sie von ihrer Stätte
Und leg' sie auf mein warmes Bette
Und fühle lächelnd, wie du nach mir schmachtest.

Richard Dehmel (1863 - 1920 )

Richard Dehmel war ein Freund Liliencrons.
Dehmel war ein Grübler, dem man einen Mangel an Poesie, Lüsternheit, Unnatürlichkeit, Künstelei vorwarf.
Aber seine Gedankenfülle, sein Bemühen nach einem seiner Persönlichkeit entsprechenden dichterischen Ausdruck wurde auch anerkannt.
Richard Dehmel gestaltete seine Werke, im Laufe seiner Entwicklung des öfteren noch um.

Dieses Gedicht " Morgenstunde" empfinde ich als ein sehr schönes Werk, in dessen Worten man wahrlich eintauchen kann. Ein Gedicht welches berührt und in dem man die geschilderte Situation einer heimlich gebrachten Lilie, gepaart mit Sehnsucht nach dem gerade vergangenen und dem noch kommenden, förmlich wahrnimmt.

08.07.2008 um 21:56 Uhr

Das verlassene Mägdlein

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Gedicht, Mägdlein, verlassen, Eduard, Moerike, Flammenschein, Träne

Stimmung: gut

Das verlassene Mägdlein

Früh, wenn die Hähne krähen,
Eh` die Sternlein verschwinden,
Muss ich am Herde stehen,
Muss Feuer anzünden.

Schön ist der Flammenschein,
Es springen die Funken;
Ich schaue so darein,
In Leid versunken.

Plötzlich, da kommt es mir
Treuloser Knabe,
Dass ich die Nacht von dir
Geträumet habe.

Träne auf Träne dann
Stürzet hernieder;
So kommt der Tag heran -
Oh ging` er wieder.

Dieses Gedicht schrieb Eduard Mörike ( 1804 - 1875 )
Mörike war ein in sich gekehrter Mensch.
Er besass eine fast schon als Naivität zu bezeichnende
Empfänglichkeit, für so gut wie alles, was ihm in der
Natur oder in seinem Leben begegnete.So setzte er seine
Beobachtungen oder Erlebnisse in Poesie um. Nahm alles
als Anregung was er sah.
Mörike war beeinflusst von Goethe.
Über Mozart schrieb er eine frei erfundene Novelle:
" Mozart auf der Reise nach Prag "

Eduard Mörike wurde 1804 in Ludwigsburg geboren,
war Pfarrer in Cleversulzbach bis 1843, und starb
1875. Lange Zeit blieb er als Lyriker unbeachtet.

17.05.2008 um 01:31 Uhr

Selbständigkeit und Wille

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Brief, Goethe, Selbständigkeit, Natur, Wille

Stimmung: gut

Wie sind wir doch mit aller unsrer geprahlten Selbständigkeit an die Kräfte der Natur angebunden, und was ist unser Wille, wenn die Natur versagt!

Zitat: Schiller, aus einem Brief an Goethe, 29.02.1795

Zu Zeiten der Postkutsche bzw. des Fussmarsches, vielleicht noch mehr als heute.
Aber auch heute ist es mit unserer Selbständigkeit nicht weit her, wenn die Natur uns einen Strich durch die Rechnung macht. Das kann sie immer noch ganz gut.

29.04.2008 um 17:03 Uhr

Friedrich Schiller, ein Narr ?

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Friedrich, Schiller, Narr, Zitat, Wolzogen

Stimmung: gut

Wenn ich mündlich ein Narr bin,
so werde ich schriftlich wohl nicht viel weiseres sein?

Zitat: Friedrich Schiller
( in einem Brief an Henriette von Wolzogen )

Sind wir nicht alle mal mündlich ein Narr, närrisch eben?
Besonders wohl wenn wir verliebt sind.
Und wie sieht es dann schriftlich aus?
Sind wir da besser, weil wir die Gedanken sammeln können?

19.04.2008 um 18:38 Uhr

Den Tod nicht zu verneinen

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Tod, verneinen, verbringe, Zeit, auskosten, boese, Tage, Zeitvertreib, Michel, de, Montaigne

Stimmung: gut

Ich habe meinen besonderen Wortgebrauch:
ich " verbringe " mein Zeit, wenn sie schlecht und unerfreulich ist; wenn es aber eine gute Zeit ist, will ich sie nicht " verbringen ", sondern sie auskosten, mich an sie klammern: über die bösen Tage muss man hinwegeilen, bei den guten verweilen.
Die übliche Wendung " Zeitvertreib " und " sich die Zeit vertreiben" ist ein Ausdruck dafür, wie es vorsichtige Menschen machen: sie denken, ihr Leben könnten sie nicht besser anwenden, als wenn sie es vergehen und verstreichen lassen, es verbiegen und vertun;
sie wollen, soweit es ihnen möglich ist, nichts davon wissen und nichts damit zu tun haben, als wenn es etwas langweiliges und verächtliches wäre.
Aber ich weiss: das Leben ist anders; ich finde es wertvoll und recht nett, sogar im letzten Teil seines Ablaufes, wie ich es jetzt habe;
die Natur, die uns das Leben anvertraut hat, hat ihm vielerlei Chancen gegeben, so dass wir nur uns selbst es zuzuschreiben haben, wenn es auf uns lastet und wenn es uns ungenutzt entgleitet.

"Das Leben des Toren ist unfruchtbar und unruhig; alles wird in der Zukunft gesucht"
Und doch richte ich mich darauf ein, dass ich mich zu gegebener Zeit leidlos von ihm trennen kann; aber deshalb, weil das Leben seinem Wesen nach vergänglich, nicht weil es mir lästig und widerwärtig ist.

Den Tod nicht zu verneinen, steht eigentlich nur denen wohl an, die das Leben bejahen.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 - 1592 )

02.03.2008 um 03:41 Uhr

... was ist der Wille

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Emil, Goett, Edelwild, Allein, Gedicht, Liebe, Mitleid, Gott

Stimmung: gut

Allein? Ein wenig mühevoller Sucher
Und Niemalsfinder - wenn die Liebe nicht,
Sein göttlich Gegenwesen , ihm begegnet!
O, in die letzte Hütte treten können
Und licht in lichte, feuchte Augen tauchen.
Ehrfürchtiger Liebe voll, von Mitleid schwimmend,
Mitleid mit mir, dass nur die Allmacht fehlt,
Um Gott zu sein, und alles gut zu machen....

Zitat: Emil Gött ( 1864 - 1908 )
aus seinem Gedicht"Edelwild"

Emil Gött entstammte aus einer bäuerlichen Umgebung. Befasste sich mit den Fragen des Lebens und der Kultur. Dabei blieb er einsam und unbeeinflusst von anderen. Immer auf der Suche und grübelnd.
Gött fand erst nach seinem Tode Beachtung und Würdigung auch als Dramenscheiber.

Wären wir nicht auch manchesmal gerne Gott, um alles gut zu machen.
Es ist wohl ein Glück, dass wir es nicht sind. Aber manchmal würde man es sich eben wünschen, wenn es für andere zu hart ist.
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26.02.2008 um 16:32 Uhr

Auszug aus die Braut von Messina

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Liebe, Verwandtes, Wahl, Himmel, Mensch

Stimmung: gut

Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
Der in die Seele schlägt und frisst und zündet,
Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet,
Da ist kein Widerstand und keine Wahl,
Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.

( Zitat: Schiller )

Es stimmt, manchmal schlägt die Liebe wie ein Blitz ein, ein Blick nur, ein Wort genügt. Und es ist geschehen.

26.02.2008 um 16:28 Uhr

Triumph der Liebe

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Schiller, Zitat, Liebe, Natur, Silberbach, Nachtigall, Spiegel

Stimmung: gut

Liebe, Liebe lächelt nur
Aus dem Auge der Natur
Wie aus einem Spiegel.
Liebe rauscht der Silberbach,
Liebe lehrt ihn sanfter wallen;
Seele haucht sie in das Ach
Klagenreicher Nachtigallen;
Liebe, Liebe lispelt nur
auf der Laute der Natur.

( Zitat: Schiller )

Wie wir sehen, hat die Liebe auch schon zu Schillers Zeiten, die Fantasie von Dichtern und Denkern angeregt. Zu so schönen Höhenflügen getrieben.

28.12.2007 um 13:26 Uhr

Die Quelle alles Edlen und Guten

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Quelle, Edel, Gut, düster, Seelen, Vergangenheit, Zukunft

Stimmung: gut

Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle
alles Edlen und Guten, das Grösste und Schönste, was je geschah, floss aus solch einer Stimmung.
Kleine düstere Seelen, die nur die Vergangenheit betrauern und die Zukunft fürchten, sind nicht fähig, die heiligsten Momente des Lebens zu fassen, zu geniessen und zu wirken, wie sie sollten.
Erinnerung scheint ihnen nicht süsse und Zukunft nicht tröstend.

( Zitat: Schiller )

Ist es wirklich so, wie Schiller es sagt? Kommt das Grösste und Schönste nur aus einem heiteren Gemüt? In der Kunst, wurden auch unvergleichliche Werke geschaffen, von Künstlern deren Gemüt nicht gerade heiter war. Sonst hätten sie sich Beispielsweise kein Ohr abgeschnitten.
Über den Holztisch samt Hut, wird Joseph Beuys wahrscheinlich selbst gelacht haben. Aber ob es ein grosses Werk war, bezweifel ich.
Wie sieht es in den anderen Bereichen, in der Politik, Naturwissenschaft, Architektur usw. aus? Recht hat Schiller aber wohl, wenn er sagt, wer die Vergangenheit betrauert und die Zukunft fürchtet, der kann die heiligen Momente des Lebens nicht erfassen. Denn die Scheuklappen ihres Denkens, würden diese Möglichkeiten nicht erkennen können, nicht erfassen und verstreichen lassen.