Kleiner Blütenzauber

23.12.2008 um 07:55 Uhr

Es fiel ein Reif, weder Glück noch Stern

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Reif, Glück, Stern, Zuccalmaglio, Knabe, Maegdelein, flohen, Grab

Stimmung: gut

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht.
Er fiel auf die zarten Blaublümelein,
sie sind verwelket,verdorret.

Ein Knabe hatte ein Mägdelein lieb,
sie flohen beide von Hause fort,
es wussten's nicht Vater noch Mutter.

Sie sind gewandert wohl hin und her,
sie hatten nirgends Glück noch Stern,
Sie sind verdorben, gestorben.

Auf ihrem Grabe Blaublümlein blühn,
umschlingen sich treu wie sie im Grab,
der Reif sie nicht welket noch dörret.

Ein Lied, ein trad. l aus der Zeit von vor 1838, aufgenommen in der Sammlung "Deutsche Volkslieder mit ihren Originalweisen" von Anton Wllhelm Zuccalmaglio um 1840.

Ob dieses Lied auf Tatsachen beruht, wie es damals ja so einige "Küchenlieder" taten?
Oder die Jugend davon abschrecken sollte, aus Liebe von zu Hause wegzulaufen, ich weiss es nicht.
Wenn man allerdings die letzte Strophe liest, "Umschlingen sich treu wie sie im Grab", dann könnte man sich fast wünschen, einer der beiden zu sein. Die aus Liebe wohl wanderten hin und her, nirgends Glück noch Stern hatten, doch letztendlich über den Tod hinaus für immer vereint umschlungen im Grabe liegen.

Der Herausgeber Zuccalmaglio machte sich Gedanken darüber, welche Blüte mit Blaublümelein gemeint war. Er dachte lange an Vergissmeinnicht, aber diese blühen nicht in der Frühlingsnacht, sondern erst im Hochsommer, könnten also nicht erfrieren, wie er einem Freunde mitteilte.
"Zuletzt entdeckte ich, dass die ' scylia bifolia ' die zweiblättrige Meerzwiebel im Siebengebirge Blaublümlein heisst, und dort am Drachenfels, als nördlichsten Standpunkte meines Wissens, im Rheinlande blüht. Und zwar fällt dessen Blütezeit in den April, oft schon in den Februar, so dass ich mich entsinne, diese schöne Blüte vom Reife welk gesehen zu haben..."

Vielleicht geschah diese Geschichte so oder ähnlich ja wirklich im Riesengebirge, am Drachenfelsen. Romantisch hört es sich auf alle Fälle an, diese Ballade der sich "In alle Ewigkeit Liebenden".

Ich mag ja Vergissmeinnicht, diese unscheinbare kleine Pflanze mit ihren vielen kleinen blauen Blütchen die im Winde schaukeln. Sie wachsen bei mir reichlich, säen sich vom Winde immer weiter aus. Nur meine ich, sie blühen auch schon im April.

18.09.2008 um 08:55 Uhr

Blogigo Boykott

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Blogigo, bloggen, Bugs, erreichbar, schreiben, 19, 09

Stimmung: gut

In diesem Blog wird bis einschliesslich Freitag den 19.09. nichts neues geschrieben.
Dieses als Protest gegen die zur Zeit schlechte Erreichbarkeit von Blogigo.


Ich hoffe dass der Blogigo Betreiber die bestehenden Bugs bald beseitigt.
.

01.08.2008 um 01:49 Uhr

Das Tor

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges

Das Tor ist fest verschlossen.

Der Riegel ruht verrostend

seit Jahren schon mit seiner Last.

Hält stand und unverdrossen

der Zeiten Lauf und Einsicht ab.

 

Weiss nicht, ob er sich noch mal öffnet,

in seines Lebens Lauf. 

Die Zeit sie schleicht behende 

und an der Tür, da fehlt der Knauf. 

13.06.2008 um 23:20 Uhr

Ewiges leben ?

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Leben, ewig, Tod, Winter, Fruehling

Stimmung: gut

Den Tod abzuschaffen..ewiges Leben besitzen, ich weiss nicht?

ich weiss aber, wie sehr der Verlust eines Menschen schmerzen kann, doch ewiges Leben würde ich wohl nicht wollen.  
Klar möchten wir alle alt werden, möglichst auch dabei gesund bleiben, aber für immer leben?

Ich kannte eine 98 jährige Frau, sie war noch gut beisammen, aber sie beklagte sich, dass der da oben sie noch immer nicht haben wollte. Ihr machte das Leben auch noch Spass, aber es war ihr einfach zu lang. Mit 100 durfte sie gehen. Und so traf ich einige die ähnliches sagten.

Ich glaube der Tod ist nicht das, was wir von ihm denken. Vielleicht ist er nur ein Winter, dem das Frühjahr folgt in einer uns unbekannten Art.

07.08.2007 um 17:17 Uhr

Luther und die deutsche Sprache

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Luther, Wittenberg, Bibel, Übersetzung, Sprache, Einfluss

Stimmung: gut

Luther ist uns bekannt als Reformator, als Übersetzer der Bibel, aber weniger aufgrund seines Einflusses auf die deutsche Sprache.
Er war nicht Übersetzer, sondern Sprachschöpfer. Da seine Schriften sich schnell verbreiteten, wurden auch seine Wortschöpfungen übernommen.
Selbst die kath. Kirche kam nicht umhin, die Sprache Luthers zu übernehmen.
Er hat seine Sprache selbst weiterentwickelt.

So schrieb er 1524
der herr ist meyn hirte, myr wirt nichts mangeln. Er lesst mich weyden da viel gras steht und furet mich zum wasser das mich erkulet.
Er erquickt meyne Seele er furet mich auff rechter straße umb seyns namens willen. Und ob ich schon wandert ym finstern tal, furcht ich kein ungluck denn du bist bey myr deyn stecken und stab trosten mich.

10 Jahre später, 1534 schrieb er es so:
DER HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auff einer grünen auen, und füret mich zum frisschen wasser. Er erquicket meine seele. Er füret mich auff rechter straße umb seines namens willen. Und ob ich schon wandert im finstern tal, fürchte ich kein unglück, denn du bist bey mir, dein stecken und stab trösten mich.

02.08.2007 um 18:46 Uhr

wusstet ihr schon..?

von: sternenschein   Kategorie: sonstiges   Stichwörter: Rübezahl, Renntier, Lindwurm, Windhund

Stimmung: gut

Das folgende Worte und Begriffe oftmals eine ganz andere Abstammung haben, als wir denken.

Rübezahl

( zahl aus zagel = Schwanz = Rübenschwanz)

Renntier
(nicht von rennen) aus dem nordischen hrein, englisch the rein, der Zügel, französisch la rène.

Lindwurm
aus dem mittelhochdeutschen lint=Schlange

Windhund
ist doppelt bezeichnet, denn mittelhochdeutsch ist wint = hund

So hört man Wörter, macht sich ein eigenes Bild dazu, welches manchmal mit der ursprünglichen Bedeutung nicht viel zu tun hat.