The day after...

19.03.2010 um 16:27 Uhr

Hej.

Was für ein Freitag. Nur frei müsste er sein, dann wärs perfekt. Wunderwonnig sonnig, alles strahlt, sogar die grummeligsten Kollegen, alle sind wie angestochen. Kein Wunder, es frühlingt. Und alle machen mit. Auch ich. Habe schon heute viel von kurzen Hosen und T-Shirts gelesen, aber dem Frieden trau ich noch nicht. Wobei ich mir immerhin die Mütze fürs Fahrrad hätte schenken können. Und morgen? Da geht es zum Möbelschweden. Auch das ist bei Sonne schöner. Gucken ob die Online-Mobiiarien live halten, was der Klick verspricht. Mir gefällt ein pinkes Sofa. Sollte ich darüber entsetzt sein? Nö, ich glaube nicht. Frühling verträgt Farbe und der Schwede macht alle Bezüge austauschbar. Na dann, hejdå, wie lesen uns am Montag. Perfekt verkøtbullart und großzügig mit Daim-Torte verpflegt.

 

 

19.03.2010 um 09:58 Uhr

Did it.

Ich hab mich getraut. Mit zittrigen Händen, einem gefühlten Puls von 235 und randvollen Blase habe ich mein Gedicht zum Besten gegeben. Gestern. Beim Slam. Und es war nicht mal schlecht. Nach der ersten Runde sogar Rang eins, punktgleich mit zwei Konkurrenten. Der zweite Text hat dann immerhin noch zum Gewinn eines T-Shirts gereicht. Auf dem steht: 'In der Truhe liegt die Kraft.' Es sitzt ziemlich bauchfrei, was die Botschaft etwas doppeldeutig escheinen lässt. Aber: Getraut. Und überlebt. Und nicht von der Bühne gebombt. Na das ist doch schon mal was.

 

18.03.2010 um 16:27 Uhr

Poetry Slam – Gedichtet gedacht.

Soll ich? Oder soll ich nicht?
Ein Gedicht
habe ich noch im Ärmel.
Schüttelte es aus dem Handgelenk
genau auf ein Blatt Papier.

Aber ist grade hier
und heute
fette Beute
zu machen?

Bring ich Leute
zum Lachen
oder zum Gehen?
Bleiben sie sitzen
oder werden sie stehen?
Sich umdrehn'
meine Worte
wehen
sie
vor
sich
her.

Hach.
Ich bin unentschlossen.
Gedichte gegossen
auf Papier
auch auf ein virtuelles
machen noch kein Licht,
kein helles,
das auf einer Bühne besteht.
Mal sehen,
wie es mir dann heute Abend ergeht...

 

 

18.03.2010 um 08:13 Uhr

Frühling ist...

.... die Jacke offen lassen, wenn man aus der Haustür geht.

 

17.03.2010 um 09:37 Uhr

Chiffre.

Auf der Suche nach Möbeln bin ich gerade dabei nicht nur den üblich verdächtigen Möbel-Schweden zu konsultieren, sondern auch eine lokale Kleinanzeigenbörse. Die Angebote dort sind vielfältig und orthografische Fundgruben. Da findet man zum Beispiel 'paletten-bestickte Bettdecken' nebst einem 'gut erhaltetenen Kompiutertisch'. Außerdem eine 'Cauch', eine 'Kouch' und noch eine 'Drei-Sitzer-Couche'. Oder wie wäre es vielleicht mit einem 'schurlosen Dampfbügeleisen'? Einem 'Kapselnhalter für die Nespress-Maschine'? Oder einem 'gebrauhten französischem Doppelbett'?

Vielleicht wende ich mich doch besser wieder Billy, Malm und Co. zu. Die haben zumindest von vornherein nicht den Anspruch, das irgendjemand außerhalb Skandinaviens die Namensgebung tatsächlich versteht...

16.03.2010 um 17:17 Uhr

Der Burner.

Vor ein paar Tagen schrob ich diesen Eintrag hier, über die völlige Unzulänglichkeit der Maklerin unserer neuen Wohnung. Nach dem ganzen hin und her bekamen wir nun den Mietvertrag zugeschickt. Standardkram. Allerdings so standard, das es das Maklerbüro nicht mal für nötig befand Dinge wie Hausverwaltung (Hausverwaltung? In einem Zwei-Parteien-Haus?) zu ändern. Außerdem gab es ein paar hübsche gesetzeswidrige Klauseln. Heute dann also die Unterzeichnung. Mit einigem Ärger im Bauch ging es ins Büro. Frau Makel fiel dann auch sogleich auf, dass wir ja gar keine Hausverwaltung haben (Ach!) und das auch der Mieter in den Reperaturfond (welcher Reperaturfond?) gar nichts einzahlen müsse, da sowas ja gar nicht existiere (na sowas...). Was uns widerum sagte, dass Makel den Vertrag vor unserem Treffen gar nicht gelesen hat. Na bumm. Flux wurden etwaige Passagen mit Lineal und Fineliner korrigiert.

Dann die Krönung. 'Darf ich sie dann um die Provison in Höhe von xxx Euro bitten?' Meinem Liebsten fiel fast der Umschlag aus der Hand. Frau Makels Glanzleistung an diesem Tag: Ein Zahlendreher. 400 Euro weniger als vereinbart. 

Pokerface jetzt. Nichts anmerken lassen. Nein, nicht glucksen. Nein, wir haben keine Fragen mehr. Nein, vielen Dank. Schlüsselübergabe? Ja, Montag wäre toll. In Ordnung. Ach, sie haben eine neue Kollegin, die noch etwas schwer von Begriff ist? Ja, das ist natürlich blöd. Oh Gott, wo soll ich nur hingucken. Ja, Ihnen auch noch einen schönen Tag. Haha! Auf Wiedersehen! 

Fluchtartiges Gebäude-Verlassen. Ins Auto springen und Prusten. Unfassable. Sollte das tatsächlich unbemerkt bleiben bin ich versöhnt. Mit Frau Makel und der Welt als solcher. 

16.03.2010 um 14:11 Uhr

Hach.

Das Wochenende war wunderbar. Es war heiß und kalt, Schnee und Sauna, Sport und Entspannung, spitzenmäßiges Essen und gutes Wetter. Ja. Wirklich wonnig wunderbar. Und durchsetzt mit ein paar Erkenntnissen.

1. Ich liebe asiatische Schwitzbäder.

2. Bogner fire + ice Skijacken machen nicht unbedingt schöner.

3. Manche Teile eines Paares, vorwiegend der weibliche, vertreiben sich ihre Tage lieber mit Plüscheisbären als mit dem Männe. Was optisch durchaus verständlich erscheint.

4. Milchglasscheiben als Badezimmertrennwand sind zwar stylisch, aber nicht unbedingt praktisch.

5. Hotel-Ausflugstips können durchaus wunderlich sein.

6. Ein Virgin-Caipirinha schmeckt ausgezeichnet.

7. Kinder besitzen heutzutage sämtliches elektronisches Handspielzeug, mit dem sie gerne auf Hotelfluren herumlungern.  

8. Ich glaube ich fange an Listen zu mögen.

11.03.2010 um 15:17 Uhr

Countdown.

Er läuft. Für mein Wochenende.

10... ich muss dran denken meinen Rechner nachher ordentlich auszuschalten.

9.... Blumen gießen.

8.... Sonnenbrille einpacken.

7.... Ok, Sonnenbrille ist sehr optimistisch gedacht.

6.... Aber wo wären wir ohne Optimismus?

5.... Habe ich eigentlich schon Socken eingepackt?

4.... Und Shampoo?

3.... Ski und Skischuhe ins Auto werfen.

2.... Haustür abschließen.

1.... Houston, habe ich noch irgendein Problem?

0.... Das Zeit-Raum-Kontinuum verstellt sich schlagartig auf Wochenende und die Madame Mimm tauscht Besen und Tastatur gegen Ski und Stöcke. Hex, hex! 

 

11.03.2010 um 11:33 Uhr

Man, man, man.

Es ist eigentlich unglaublich. Vor kurzem, als ich noch auf facebook war, wurde ich mit einer Masseneinladung aufgefordert der Gruppe: 'Gegen Minarette' beizutreten. Interessehalber habe ich mal draufgeklickt. Was sich dort an rechter Dummheit sammelt ist nicht zu ertragen. Unglaublich zu welchem Stuss die Leute fähig sind. Kaum ein Satz ohne horrende Rechtschreibfehler, kaum einer ohne tiefste, rechte Hetze.

Heute, wie auch schon seit ein paar Tagen, habe ich mal auf einer lokalen Website Forumsbeiträge gelesen. Es ging um eine Bürgerinitiative, die eine gut integrierte Familie, die seit vier Jahren hier lebt vor der Abschiebung bewahrt hat. Vorläufig zumindest. Die Beiträge sind nicht auszuhalten. Gesetz ist Gesetz! Die müssen weg! Ich zahle ja schließlich für die! Wenn ich mal etwas falsch mache bekomme ich die ganze Härte (!) der Polizei zu spüren! Ja welche denn? 20 Euronen wegen zu schnell fahren? Ist das vergleichbar? Unfasslich. Wo sind denn bitte die ganzen klugen Leute? Die friedlichen? Die nicht hetzen und spinnen und meinen jeder Ausländer ist ein Alien (im besten Fall)? 

Furchtbar. Furchtbar dumm. Furchtbar gefährlich und fürchterlich Elend. Kann einem grad die Mittagspizza verderben.

10.03.2010 um 08:53 Uhr

Pack die Badehose ein.

Gestern habe ich angefangen meine Tasche fürs Wochenende zu packen. Für drei Nächte mit Ski fahren, Langlaufen, gut Essen und Wellness-Wonnen. Das sieht aus, als würde ich mal eben locker eine Weltreise antreten. Und zwar eine zweijährige. Klamotten für die Abfahrt, Klamotten fürs Langlaufen, Tonnen von langer Unterwäsche, Berge von Socken und jede Menge Mützen, Schals und Handschuhe. Man schwitzt ja schließlich beim Sport. Dazu die Jeans, vielleicht geht man ja mal an die Bar, watt Schickeres, schließlich kann ich mich ja schlecht in langer Unterwäsche ins Restaurant setzen und die üblichen Reiseverdächtigen wie T-Shirts, Pulli, Pyjama.

Vielleicht sollte ich einfach meinen Kleiderschrank frankieren und vorausschicken. Ganz ohne Stress. Dann hätte ich alles dabei, würde noch ein Rucksäckchen mit Sonnencreme und Buch packen und ganz entspannt auf den Berg düsen. Hach, das wäre es doch. Warum hat sowas eigentlich noch niemand erfunden?