The day after...

02.02.2012 um 14:59 Uhr

Versuchsanordnung.

Jetzt habe ich es also doch mal versucht. Mit einer Bewerbung. Meine Referenzen sind top, mein Ausbildung und Qualifikation wirklich gut, kein Ding. Und dann saß ich da, in dieser Agentur, die ist, wie Agenturen so sind (licht, schickes Mobiliar, freundlich, teuer), mit einem Agenturchef, der ist, wie Agenturchefs ebens so sind (mittvierzig zumindest optisch, bißchen gelackt, betohnt légèr mit Jeans und Jackett, sehr überzeugt von sich und seiner Welt, Porsche Cayenne hinter dem Haus) und ich war deplaziert. Also nicht grundsätzlich. Grunsätzlich finden sie mich toll, wollen mich haben. Wollen aber jemanden, der per Sklavendasein perfekte Produktetiketten produziert, vermutlich am Fließband und bitte nicht selbst denkt. Das geht irgendwie nicht mehr. Und irgendwie kann ich wohl, zumindest in nächster Zeit, nicht für jemanden arbeiten, der damit beschäftigt ist gut auszusehen und Eigenwerbung zu betreiben. No way. Egal, was die Dinge in nächster Zeit so bringen, die Zeichen stehen wohl volle Kanne auf Selbständigkeit ab Mitte Jahr. Auch gut irgendwie, wenn man mit so einer Erkenntnis aus einer Agentur rausmarschiert.

 

01.02.2012 um 16:24 Uhr

Fragen die geklärt werden wollen.

* Hatten Tierdokus und Rosamunde Pilcher-Filme eigentlich schon immer den gleichen Soundtrack?

* Überholen wir modisch demnächst alle Schlussverkäufe, so dass wir pünktlich zum Frühling 2014 die Mode von 2015 kaufen können?

* Und gibt es ein Leben nach dem Dschungelcamp?

Das fragt sich die Madame, während sie sich langsam aufmacht das Auto aus sibirischen Eis- und Schneemassen auszugraben.

 

19.01.2012 um 16:07 Uhr

Weitergehen.

Irgendwie ist es recht schwer, nach solch einem Bruch wieder Anschluß ans halbwegs normale Bloggen zu finden. Vielleicht geht es so. Einfach mal erzählen, was sonst noch so los ist. Außer Wetter. Wetter ist trist und grau und überhaupt nicht winterlich, was es mir widerum erschwert, mich im Kleiderschweden für neu aufgehängte Frühlings-Ware zu interessieren. Für mich war noch gar nicht korrekt Winter. Wie soll denn da jetzt schon wieder Frühling sein? Aber ich kenne mich. Lass die Dinger in hellen Knall-Farben, gelb und grün und bunt noch eine Weile da hängen, ich kauf sie schon. Schlimm, wenn man selbst so durchschaubar ist. Unabhängig von Wetterkapriolen freue ich mich aber aufs Wochenende. Durch verschiedene Umstände und spontane Entschlusskraft werde ich nämlich Wellnessen gehen. Will heißen, nett essen, nett Körperteile kraulen lassen, nett nix tun. Und zwar allein. Ich glaube, nach den letzen Ereignissen brauche ich das. Und es wird gut tun. Und dafür sorgen, das sich meine Körperform verändert, ich sach nur 7-Gänge-Wahlmenü am Abend. Und damit sind wie wieder beim Kleiderschweden. Spätestens nach diesem Wochenende brauche ich dann wohl neue Klamotten, passt der aufgerundete Hintern anschließend doch nur noch in L. Im Moment bin ich aber doch unschlüssig, ob knallgelb die Farbe der Wahl für Presswurst-in-Pelle-Mode ist. Wir werden sehen.

 

10.01.2012 um 10:40 Uhr

Weiter.

Es ist erstaunlich wie schnell sich nach großen, dramatischen Ereignissen der Alltag breit macht. Plötzlich ist er wieder da mit all seiner Langeweile, seinem Ärger, seinen kleinen guten Momenten und seiner Unabwendbarkeit. Das ist gleichzeitig gut und fürchterlich. Eine Zeit lang herrscht totaler Ausnahmezustand. Körperlich, emotional, Achterbahn. Dann eine Runde Zusammenklappen. Und dann, ganz langsam, stellt man sich wieder hin. Und stellt fest, das die Schonzeit ganz schön kurz ist. Und das Alltag immernoch Alltag ist, allerdings unter einer merkwürdigen nebligen Käseglocke. Ich kann die Dinge noch nicht ganz fassen. Und mich kann ich momentan auch nicht fassen. Verrückte, sonderbare Welt.

 

05.01.2012 um 12:15 Uhr

Nicht zu begreifen.

Am Freitag, dem 23. Dezember ist nach langer Krankheit, aber trotzdem überraschend, mein Vater verstorben. Vielleicht kann ich darüber irgendwann einmal mehr schreiben, vielleicht auch nicht. 

"Das sind die Starken, die unter Tränen lachen,
eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen."

Franz Grillparzer

Mach's gut Papa.

 

21.12.2011 um 11:52 Uhr

Hach.

Das war er also nun, der Termin mit dem neuen Chef plus dem weiteren neuen Chef plus zwei Personaltanten aus der Schweiz. Und? Nix. Irgendwie hänge ich weiterhin in der Luft. Mitte nächsten Jahres ist es hier definitv aus mit dem Büro, mit nach Salzburg gehe ich nicht – trotzdem hat man mir der Form halber einen formschönen Folder mit lauter schönen Dingen die man in Salzburg tun und lassen kann in die Hand gedrückt – und was die Selbständigkeit betrifft wollen / können / dürfen sie keine Zusage machen. Hübsch ins Knie gefickt. Ich kann also nicht kalkulieren. Nicht mit, nicht ohne sie. Das heißt wohl für den Frühling: Zwei Pläne machen. Mit Firma und ohne Firma. Und ich dachte wenigstens zu Weihnachten würden sie mal was fallen lassen. Müssen ja nicht gleich Riesengeschenke sein. Aber so ein klitzefutzikleines bißchen. Hmpf. Da sitz ich nun, ich armer Tor, blabla.

Und gefrühstückt habe ich auch noch nicht. Scheißtag. 

 

15.12.2011 um 13:56 Uhr

Bad hair day.

Protokoll des Tages bisher:

_ Stress mit dem Liebsten gleich nach dem Aufstehen.
_ Grundschlechte Laune.
_ Wasserglas im Büro umgeworfen. Natürlich über alle wichtigen Unterlagen.
_ Dem Chef den Allerwertesten hinterhergeräumt.
_ Mehrfach.
_ Geärgert darüber, weil die Abläufe hier einfach für eben den Allerwertesten sind.
_ Festgestellt, das ich kein Handtuch dabei habe.
_ Blöd, weil heute Abend Weihnachtsfeier im Trainigsanschluss.
_ Festgestellt, das ich nicht dran gedacht habe mir etwas essbares fürs Training zu besorgen.
_ Werde also stinkend und schlecht gelaunt Weihnachtsfeiern.
_ Ein Tag zum korrekt vergessen. Und das kurz nach Mittag. 

Aber, immerhin:

_ Ich hab die Haare schön. 

 

 

13.12.2011 um 14:45 Uhr

Schubiduwah.

Ich finde dieser Welt fehlt unbedingt ein Song mit dem Titel:

"Immer wenn Du Zeit hat, sehe ich scheiße aus."

Die Restmelodie wäre mit ladadi, ladadum schnell erledigt, das wäre doch mal was. Die Idee kam mir grade spontan, wie Ideen nun mal so sind. Ich habe einen eben, spontanen, Geschäftstermin mit einem Kollegen und immer, wirklich immer, wenn ich den mal sehe, was ca. einmal pro Halbjahr der Fall ist, sehe ich scheiße aus. Morgens keine Zeit, keine Lust gehabt zum Duschen, während des Tages vor dem Rechner nicht schöner geworden, die Klamotten gleichen dem Gesicht, beide sind zerknittert. Ich könnte die Uhr danach stellen: Immer dann, wenn ich mich am gruseligsten fühle, kommen die Termine. Das ist jetzt kein Drama, denn McDreamy isses nicht, auch sonst ist es nicht wirklich wichtig, das man sich hübsch präsentierte, aber ein komischer Zufall ist es schon. Darauf noch ein gepflegtes ladadidadum und hop, schon bin ich raus aus der Tür.  

07.12.2011 um 15:32 Uhr

Kapiert ihr die Krise?

Ich nicht. Ich kapiere da überhaupt nichts. Und ich glaube ich möchte das auch gar nicht verstehen, weil mir dann schlecht wird. Da geht es um Beträge, die ich mir nicht mal vorstellen kann, Schulden, in unglaublichen Höhen, Kredite, die Investoren irgendwelchen Staaten leihen (by the way, wer zum Geier ist das außer China?), damit die noch mehr Schulden machen können, damit Merkel ihren Job behält. Oder so ähnlich. Gestern habe ich das erste mal überhaupt eine Info gehört, was die Krise für einen Teil der Normaloverbraucher bedeutet: Die Bauzinsen sind direkt an die Staatsschulden bzw. -zinsen gekoppelt. Baukredite dödeln da also lustig mit rauf und runter im Zuge der Eurokrise. Aber sonst? Kann ich morgen keine Milch mehr kaufen? Muss ich sparen? Muss ich mein Geld am besten raushauen, weil es übermorgen sowieso nix mehr wert ist? Ich weiß es nicht. Und ich glaube diejenigen, die einen schlauen Gipfel nach dem anderen abhalten haben auch keinen Plan. Äußerst ernüchternd das.

 

02.12.2011 um 12:52 Uhr

13° Celsius. Gefühlt 20°C.

Mittagspause draußen im T-Shirt. Ich glaube morgen kommt der Sommer.