The day after...

30.01.2009 um 10:15 Uhr

Ausnahmsweise mal nicht Finanz.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Wann ist eigentlich Midlife und wann ist Krise? Vor, um und kurz nach einem Geburtstag scheinen die meisten Menschen prozentual in Löcher zu stürzen. Das scheint von Altersklasse zwanzig bis ca. sechzig zu gehen. Danach freut man sich meist über jedes Jahr, das es länger dauert. Sofern es noch Spaß macht, das Leben.

Aber was ist es, dass uns in Krisen stürzt? Die Zahl? Eine dreißig, eine vierzig? Die damit verbundenen möglichen grauen oder nicht mehr vorhanden Haare? Klischées? Die Reflektion über das eigene Alter und wo man wie steht oder sitzt oder liegt im Leben? Vermutlich eine Mischung aus allen Faktoren. Graue Haare, Bauchansatz und der Blick mit vierzig in den Spiegel der sagt: Ich sah eindeutig auch schon mal frischer aus. Das lanweilige oder chaotische Leben mit dreißig und die Erkenntis das die Anfang-Zwanziger in der Schule eigentlich doch die totalen Kinder waren. Und jetzt fahren sie Autos, heiraten und kriegen selber Kinder.

Mir scheint die halbe europäische Bevölkerung von zwanzig bis Mitte vierzig suhlt sich in Krisen. Und wenn es keine ernsthafteren Probleme gibt, dann eben Midlife. Schließlich ein guter Grund um mal völlig sinnlos ein Cabrio zu kaufen, sich bei Partnerbörsen einzutragen und seinen Marktwert zu testen. Sich die grauen Haare auf zwei Milimeter zu stutzen oder pink zu färben. Und fishing for compliments zu betreiben in dem man sich viel jünger schätzen lässt als man ist. Letzteres wunderbar. Letzte Woche sagte ein völlig fremder Mensch in hochgradigem Promillezustand zu mir: Ey, du bist doch höchstens siebzehn. Ja, mein lieber, wenn Du beide meiner Seiten die Du gerade siehst zusammen zählst, kommst du dem Ergebnis bedeutend näher, aber charmant ist es trotzdem. Und seien wir ehrlich: So lästig es früher war nicht in Diskos zu kommen, weil man zu jung war, so schön wenn man geschätzte zwanzig Jahre später nach dem Ausweis gefragt wird. Und vor allem: Von der Krise noch weit entfernt.

29.01.2009 um 13:51 Uhr

Do it yourself

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Küche

Gestern hab ich Kuchen gebacken. Zwei um genau zu sein. Ein Blech und einen in Springformat. Sorgsam die Rezepte herausgesucht, eingekauft, alles erledigt, es konnte los gehen. Zuerst: der Runde. Ein Kirschkuchen, blitzartig erledigt, sehr einfach und wirklich wunderbar gelungen. Dann das Blech. Mehr Zutaten insgesamt im Laufe des Backvorganges verteilt auf vier Schüsseln, viel Aufwand und kurz vor Ende eine vergessene Zutat: 250 g Gries. Der hätte schon ziemlich zu Anfang in die Mischung gehört, wurde aber aufgrund Multitasking-Schüssel-Management leider übersehen. Zum Glück gerade noch gemerkt. Zum Pech hat es leider grandios verhindert, das mein Kuchen aufgeht. Am Ende hatte ich also einen Spitzen-Kirschkuchen und leider einen etwas beton-anmutenden griechischen Honigkuchen. Immerhin, ein Stück reicht vom Sättigungsgehalt einer mittelgroßen Familie für zwei Wochen. Was lernen wir daraus? Lieber den einfachen Kram machen und später als kompliziert verkaufen, als Aufwand betreiben und dann doch als Depp da stehen.

28.01.2009 um 08:57 Uhr

An-, von und zu -dorra

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Garten

Da sag doch noch mal jemand die Medien tragen nur zur Verdummung bei: Heute im Radio gehört, Nicolas Sarkozy ist nicht nur Frankreichs Staatspräsident, sondern auch Oberhaupt von Andorra! Auch wenn er sich die Macht dort mit einem spanischen Bischhof teilen muss. Woher das kommt? Spanien und Frankreich haben sich kräftig um Andorra gestritten, die Macht geteilt, halbe halbe. Irgendwann wieder vertragen, Streitigkeiten vergessen und gesagt, ok, dann machen wir das eben gemeinsam. Kann man zur Not immer noch den anderen in die Schuhe schieben. So wurde Sarko quasi Prinz von Andorra. Ich glaube diese Anrede würde ihm durchaus gefallen.

28.01.2009 um 08:52 Uhr

Oh happy day.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gerade festgestellt: Nicolas Sarkozy hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich. Ob ich mit 54 Jahren auch irgendwo Staatspräsident(in) bin? Ob ich dann ein männliches, singendes Super-Model an der Seite habe? Ob ich das will? Nö. Ich glaub nicht. Vielleicht sitze ich mit 54 Jahren irgendwo am Meer, in meinem Häuschen, Selbst-Verwirklichung, Kinder, Materielles, alles erledigt und denke: Mensch Sarko, alter Franzose, wahrscheinlich würdest DU jetzt mit mir tauschen wollen. Ja, so stell ich mir das vor.

27.01.2009 um 13:07 Uhr

Ride on

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich mir den Soundtrack zur TV-Serie Californication gegönnt. Obwohl eigentlich Fernseh-fast-Verweigerer und Kabel-Nicht-Besitzer, hat mich die erste Staffel erreicht. Geliehenerweise auf DVD. Ist nur Englisch, aber das stört Dich eh nicht, oder? So die Ansage. Nein, störte tatsächlich nicht, auch wenn ich manche Szenen dreimal anhören musste, um alles mitzuschneiden. Insgesamt sehr abgedrehte Geschichten mit meist sehr abgefahrene Schauspielern. Und David Duchovny liegt diese versoffene, frauen-flachlegende Rolle so gut, dass eigentlich nicht alles gespielt sein kann. Mal googeln und, oh, siehe da, in einem früheren Leben auch schon mal in anderen Metiers unterwegs gewesen. Hab ich's doch gewusst.

Aber zurück zum Soundtrack: Sehr zu empfehlen. Das war es, was ich eigentlich sagen wollte.

26.01.2009 um 13:06 Uhr

Yes.

Mein Blog hat den Frühling. Farblich zumindest. Wenn das grün mal nicht frisch ist, dann weiß ich auch nicht.

26.01.2009 um 12:17 Uhr

Free to tell.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Garten

Ich mag Status-Meldungen im Skype. Das sind diese netten kleinen Nachrichten, die man für jeden Kontakt hinterlassen kann. Offensichtlich für jeden und eine ganz eigene Art der eingeschränkten Kommunikation. Die Nachrichten reichen von 'Ich esse gerade .... (Pizza, meinen Goldfisch, die Reste von The day after)' über Formelwirrwarr und Hirnwindungen von Programmierern bis hin zu Kundtaten sämtlicher Gedankgengänge des Tages. Mir gefällt das. Eine freiwillige Art der Mitteilung. Was bei mir gerade steht? Please close the window. It pulls like fishsoup. Hach, ich mag das.

26.01.2009 um 10:03 Uhr

Kopf --> Tisch

Gestern mitgeschnitten: Der Papst will vier exkommunizierte Bischhöfe wieder in die Kirche holen, darunter einen, der rechtsradikale Ansichten öffentlich vertritt.

Und nochmal, sonst glaubt man es nicht: Der Papst will vier exkommunizierte Bischhöfe wieder in die Kirche holen, darunter einen, der rechtsradikale Ansichten öffentlich vertritt.

Der Mitgliederschwund scheint stärker zu sein als angenommen. 

 

25.01.2009 um 09:37 Uhr

Kinder, Kinder.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern war Wetten dass....? Normalerweise zieht dieser Kelch an mir vorüber, aber wenn man etwas derangiert im Bett liegt und ständig durchzappt bleibt man hin und wieder einfach an dieser nicht mehr ganz blonden Locke hängen.

Die gestrigen Gäste, chronologisch und ohne Anpruch auf Vollständigkeit: Als erster Jörg Pilawa. Hat der später eigentlich auch noch mal was gesagt? Dann Tom Cruise und der passende deutsche Akteur, dessen Name ich mir nicht gemerkt habe. Tom ist ja nun nicht der größte und mir kam es fast so vor als sei die Kamera angewiesen worden durch geschickte Winkel diesen kleinen Mann länger zu zaubern. Definitiv nicht möglich war es das Grinsen noch zu verbreitern: "Oh, i love Germany. Oh, i saw you swim. Love that. Oh, i never heard of Stauffenberg before, but i think it was a great story!" Autsch. Danach Gery Hall und Tony Garn. Gottschalk dazu ausnahmsweise mal nicht so übergriffig wie sonst, vielleicht weil das junge Model erst sechzehn war und Geri die Obergrenze seines Grabschtriebes schon überschritten hat? Wer weiß. Dann Desiree Nick. Frau Nick! Was für ein Auftritt! Zuerst philosophisch humanistische Bandwurmsätze herunterrattern, denen Gottschalk kaum folgen kann und hinterher bei verlorener Wette mit den rosa Funken aufzutreten? Wir nähern uns definitiv Privatsender-Niveau. Dann musste Tommy Boy leider gehen, es kam in ziemlichem Anschluss ein aufgedrehter Michael Mittermeier, der gleich mal alles aufs Korn nahm, was der Saal her gab. Cruise, Nick übers Dschungelcamp, Obama und Merkel, die zwar nicht da waren, aber trotzdem, und das ZDF pauschal. Hinterher noch eine Britta Steffen (oder vorher?) die kurz in den Saal schwamm und danach mit Tom verschwand. Und am Ende, wie schon gesagt, Nick mit den rosa Funken.

Wir haben also alle relevanten Zielgruppen angeschossen gestern. Männlein, Weiblein, Tom Cruise Fans, Tom Cruise Hasser, und dazu alles von sechzehn bis Scheintod jeglicher sexueller Ausrichtung. Und Musik von Coldplay bis Peter Maffay.

Wie sagte die Nick gestern so schön? Im Dschungel ist die ganze Bandbreite der Kinder Gottes versammelt. Bei Wetten dass...? definitv auch.

23.01.2009 um 09:45 Uhr

Wörter des Jahres, Teil II

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Dachboden

Nachgetragen noch ein paar Wörter des Jahres 2008...

Finanzkrise (Deutschland)
Rettungspaket (Schweiz)
Steueraffäre (Liechtenstein)
Lebensmensch (Österreich)

... und Unwörter gleicher Länder 2008:

Notleidende Banken (Deutschland)
Europhorie (Schweiz)
EU-Betrugsabkommen (Liechtenstein)
Gewinnwarnung (Österreich)

Was sagt uns das? In Österreich wird noch auf andere Werte gesetzt und vor Gewinn gewarnt. In Deutschland stehen Banken und Krisen im Vordergrund. Liechtenstein funktioniert ohne Worte und die Schweiz wird in absehbarer Zeit wohl kein Euro-Land. Wieder was gelernt.

 

 

22.01.2009 um 18:59 Uhr

Na Logo!

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Garten

Wie legitim, passend, sinnvoll, abgefahren ist die Illustration eines lächelnden Kuhkopfes als Logo für eine Metzgerei? Und was will uns der Künstler damit sagen?

22.01.2009 um 12:22 Uhr

Macht Glücksspiel glücklich?

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Garten

Gestern habe ich Lotto gespielt. Online. Das ist so einfach, das sogar ich manchmal auf den großen Zufall hoffe einmal im Leben richtig Knatter abzusahnen. Gestern also gespielt. Großspurig verlauten lassen: Macht Euch gefasst drauf, Leute, morgen knacke ich den Jackpot. Die 19 Mille sind meine!

Heute Morgen, ein Blick in die Mailbox: Sie haben im Lotto gewonnen! Ich schwöre, ich bin fast vom Sitz gekippt. Mail mit zittrigen Fingern geöffnet. Laden. Länger Laden. Ungeduld.

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, das sie im Spiel 77 die letzte Endziffer richtig haben. Herzlichen Glückwunsch!

Möchte jemand wissen, wie viel Geld das war? Zwei Euro fünfzig. Und was der Schein gekostet hat? Ich glaub darüber möchte ich nicht reden.

Am Samstag liegen 21 Mio. im Jackpot. Ob ich vielleicht trotzdem...?

21.01.2009 um 12:46 Uhr

Unwörter, Unthemen und unter uns

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Dachboden

"Notleidende Banken" sind das Unwort des Jahres 2008 und ich muss gestehen ein bißchen gegluckst hab ich schon über diesen Wortverschnitt. Banken, die Not leiden, wie sieht das aus? Eingefrorene Fenster, kurz vor dem Exitus, also der Abrissbirne, irgendwo wehen noch verlorene Dollarscheine durch die leeren Gänge, Safes stehen offen, Staub überall... So ungefähr stell ich mir das vor. "Finanzkrise", auch so ein Wort. Wie können Finanzen in der Krise sein? Und wie groß wäre sie, hätten sich früher die Moralapostel zu Wort gemeldet, die jetzt auf Börsianer, Banker und Liechtenstein schimpfen. Hätte vorher jemand mit Macht und Zügeln in den Händen Rabatz gemacht. Und hätten Medien früher über solche Dinge berichtet als über Dschungel-Camp, Boris-Becker-dann-doch-nicht-Hochzeit und Fußballer-Transfer-Kosten. Würde ich zuhause die Prioritäten so sonderbar setzen hätte ich keine Wohnung mehr, weil Miete und Strom zahlen weit hinter Spülmaschine ausräumen und Socken bügeln stünde.

21.01.2009 um 11:31 Uhr

Obwohl Obama II

Stelle fest: Ich habe über Obama geschrieben. Jetzt bin ich wohl Mainstream.... Komisches Gefühl.... Wäre interessant zu wissen ob eine ähnlich Masse Leute über Obama geschrieben hat wie Zuschauer die vorgestern das Dschungel-Camp angeschaut haben. Ein unglaublicher Apfel-Birnen-Vergleich. Und grammatikalisch irgendwie  vollkommen falsch formuliert, glaub ich. Trotzdem spannend.

21.01.2009 um 10:03 Uhr

Obwohl Obama

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Garten

Ausnahmsweise mal heute weil es in Amerika ja eigentlich schon gestern ist... Egal. Ich habe heute morgen einen kurzen Bericht über Obama im Radio gehört und gedacht: Boah, echt stressig. Rockkonzert-Vereidigung mit Stehplatzklatschern, eigentlich reicht mir die Obama-Hysterie. Ist schließlich auch nur ein Mensch. Und das sich Moderatoren über die rhetorischen Fertigkeiten ereifern und dabei fast vor Wonne vom Stuhl kippen, insgesamt doch sehr übertrieben.

Aber dann kam ein Ausschnitt der Rede kurz und knapp aus meinem Autoradio. Gänsehaut. Das Gefühl von Authenzität. Von Kraft und dem Willen das Ding durchzuziehen. Vielleicht ist ja doch was dran an der Obama-Mania. Obwohl, ich bleibe skeptisch. Denn Wunder zu vollbringen ist noch mal eine ganz andere Liga als Menschen zu begeistern.

20.01.2009 um 09:42 Uhr

Holt Sie raus und wenn es geht bitte gleich

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich nicht TV geschaut. Ich habe nicht, wie scheinbar 5,58 Mio. Menschen das Dschungel-Camp, Folge 11 gesehen. Trotzdem weiß ich fast alles, was passiert ist, dank ausführlicher Medienberichterstattung. Wie kann es bitte sein, dass in eigentlich seriös geltenden Nachrichtenmagazinen jede Folge dieses kostenintensiven Kindergeburtstages so ausführlich behandelt wird? Ich will das nicht. Nicht sehen, nicht lesen. Dieser Mist hat einfach keine Publicity verdient. Deshalb ist mir selbst mein Ärger hier gerade mal ein paar Zeilen wert.

19.01.2009 um 16:17 Uhr

Grau in grau

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern war Regen. Trüb und Melancholie-förderlich. Ein Tag mit Tee, dicken Socken, Bettdecke und im Halbschlaf. Keinen Milimeter aus der Tür bewegt, Frühstück um drei Uhr Nachmittags und ein zweites um sechs am Abend. Kann auch mal richtig gut sein, sowas.

19.01.2009 um 12:35 Uhr

Je mehr Vermutung desto Theater

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Bad

Frauen neigen dazu unsicher zu sein. Bin ich schön? Kann mich jemand mögen, wie ich bin? Sollte ich anders sein? Andere Einstellungen haben? Andere Freunde? Ein anderes Leben? Und oft neigen wir noch dazu nicht darüber zu reden, sondern zu vermuten.

Ich frage ihn: Findest du mich schön? Und er sagt: Ja, schon. Ich frage: Warum? Er sagt: Na weil Du bist wie Du bist. Hm. Eigentlich eine perfekte Antwort. Aber irgendwie auch oberflächlich. Und die einfache Variante. Findet er mich also global hübsch oder war es nur die ausweichende Antwort um gröberen Diskussionen aus dem Weg zu gehen? Warum wird er nicht konkret? Wahrscheinlich mag er mich gar nicht. Will nur das eine. Nicht aber das andere. Natürlich. Ich hätte es gleich wissen sollen. Und meine Freunde mag er auch nicht. Die findet er alle doof. Und bestimmt hat er auch was an meinem Kaffee auszusetzen. Und an meiner Katze. Und meiner Haarfarbe. So ein Idiot.

– Schnitt –

Wir erinnern uns. Er hat gesagt, er findet mich schön. Ich lehne mich zurück, schaue meinem Kopf beim Denken zu und beschließe mich selbst ein bißchen doof zu finden. Denn wer würde sich nicht schlicht über einen solchen Satz freuen? Also. Und damit basta. Komische Kopfdiskussion. Und überhaupt, mit wem rede ich da eigentlich?

18.01.2009 um 17:03 Uhr

Am Anfang war die Neugier

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich mein Buch fertig gelesen, die letzten fünfhundert von fünfhundertfünfzig Seiten. Normalerweise entscheide ich was ich lese anhand des ersten Satzes. Mein Lieblings-erster-Satz ist: Als Katagiri in seine Wohnung kam, wartete dort ein riesenhafter Frosch auf ihn. Wunderbar. Man stelle sich diese Situation bildlich vor. Ich öffne die Tür und dann das. So etwas muss gelesen werden. Frosch mag es übrigens nicht, wenn man ihn Herr Frosch nennt und beauftragt Katagiri mit der Rettung Tokyos, es wird also nicht weniger quer.

Mein gestriges Buch begann folgendermaßen: Es wiederholte sich alljährlich. Ok, ein Wackelkandidat. Nächster Satz: Der Empfänger der Blume feierte seinen zweiundachtzigsten Geburtstag. Danke, überzeugt. Er erhält eine Blume, keinen Strauß. Ein älterer Herr erhält üblicherweise keine Blumen, also was ist da im Busch? Mein Hirn sagt lesen. Und es hat sich gelohnt. Definitiv.

Jetzt hab ich die Auswahl zwischen drei neuen ersten Sätzen:

(1) Claire: Es ist schlimm, wenn man zurück gelassen wird.

(2) Am Nachmittag des 12. Oktober 1990 betrat mein Zwillingsbruder Thomas die Stadtbücherei von Three Rivers, Connecticut, zog sich in eine der hinteren Lesenischen zurück und betete, Gott möge das Opfer annehmen, das er zu bringen bereit war.

(3) Zehntausend sind wir. (Ok, das war wirklich kurz, wir nehmen den zweiten hinzu) Waren wir, sollte ich besser sagen, denn im Wasser um mich herum sind immer weniger Artgenossen auszumachen.

Oh, eindeutig, das wird Nummer drei. Artgenossen? Im Wasser? Jawoll, liebe Autorin, du hast mich gepackt.

 

17.01.2009 um 15:21 Uhr

Das Tier kann nichts dafür.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Bad

So. Es ließ mir keine Ruhe und ich habe es gegoogelt: Was hat die Gattung der Felidae mit meinem Zustand am Tag nach dem Vollrausch zu tun? Warum heißt es einen "Kater" haben? Die Antwort: Nicht die Tiere sind schuld, sondern die Sachsen. Denn die sächsische Aussprache hat aus dem Wort Katarrh – Wikipedia: eine Entzündung der Schleimhäute, (...) die mit einer vermehrten Absonderung wässrigen oder schleimigen Sekretes verbunden ist – einen Kater gemacht. Fortan ward das Tier nicht nur arm und schwarz, sondern auch zuständig für Kopfweh, rote Augen und Sätze wie: Ich trinke nie, nie wieder. Eigentlich hat man den Bock zum Gärtner gemacht. Wo das schon wieder herkommt? Ich google ein anderes mal, versprochen.