Ausnahmsweise mal nicht Finanz.
Wann ist eigentlich Midlife und wann ist Krise? Vor, um und kurz nach einem Geburtstag scheinen die meisten Menschen prozentual in Löcher zu stürzen. Das scheint von Altersklasse zwanzig bis ca. sechzig zu gehen. Danach freut man sich meist über jedes Jahr, das es länger dauert. Sofern es noch Spaß macht, das Leben.
Aber was ist es, dass uns in Krisen stürzt? Die Zahl? Eine dreißig, eine vierzig? Die damit verbundenen möglichen grauen oder nicht mehr vorhanden Haare? Klischées? Die Reflektion über das eigene Alter und wo man wie steht oder sitzt oder liegt im Leben? Vermutlich eine Mischung aus allen Faktoren. Graue Haare, Bauchansatz und der Blick mit vierzig in den Spiegel der sagt: Ich sah eindeutig auch schon mal frischer aus. Das lanweilige oder chaotische Leben mit dreißig und die Erkenntis das die Anfang-Zwanziger in der Schule eigentlich doch die totalen Kinder waren. Und jetzt fahren sie Autos, heiraten und kriegen selber Kinder.
Mir scheint die halbe europäische Bevölkerung von zwanzig bis Mitte vierzig suhlt sich in Krisen. Und wenn es keine ernsthafteren Probleme gibt, dann eben Midlife. Schließlich ein guter Grund um mal völlig sinnlos ein Cabrio zu kaufen, sich bei Partnerbörsen einzutragen und seinen Marktwert zu testen. Sich die grauen Haare auf zwei Milimeter zu stutzen oder pink zu färben. Und fishing for compliments zu betreiben in dem man sich viel jünger schätzen lässt als man ist. Letzteres wunderbar. Letzte Woche sagte ein völlig fremder Mensch in hochgradigem Promillezustand zu mir: Ey, du bist doch höchstens siebzehn. Ja, mein lieber, wenn Du beide meiner Seiten die Du gerade siehst zusammen zählst, kommst du dem Ergebnis bedeutend näher, aber charmant ist es trotzdem. Und seien wir ehrlich: So lästig es früher war nicht in Diskos zu kommen, weil man zu jung war, so schön wenn man geschätzte zwanzig Jahre später nach dem Ausweis gefragt wird. Und vor allem: Von der Krise noch weit entfernt.
