29.06.2009 um 11:27 Uhr
29.06.2009 um 09:43 Uhr
Fleisch.
Sommerzeit ist Grill(fest)zeit. Ständig gibt es irgendwo Termine diesem archaischen Brauch durchführend rohes Fleisch auf die Feuerstelle zu packen und gemeinsam zu essen. Wie in Neandertalerzeiten. Die Damen bringen nach Sammler-Art Salat und Kuchen, die Jäger erlegen das Tier zwar nicht mehr eigenhändig, aber die Zubereitung liegt völlig in ihrer Hand. Sie stehen Grüppchenweise am Grill, links die Wendezange, rechts das Bier, während das andere Geschlecht am anderen Ende des Gartens über die Machart von Grill-Saucen und Salat-Dressings diskutiert.
Das kann nett sein. Muss aber nicht. Vor allem ist das Grillen grundsätzlich unlustig für Vegetarier. Zucchini auf dem Rost ist einfach nicht sexy. Auch tragisch ist der Abend, wenn dein Kartoffelsalat am Buffet vollkommen ignoriert wird. Was passiert eigentlich mit den ganzen Überbleibseln? Kompost? Solange, bis die Schnitzel selber wachsen? Bio-Müll? Essen für den Tag danach?
Ich mag das hin und wieder ganz gerne, das Grillen. Aber jedes Sommer-Wochenende vor dem Feuer stehen und den Helden für seine Steaks loben muss nicht sein. Dazu bin ich wahrscheinlich zu wenig Neandertaler.
26.06.2009 um 10:42 Uhr
King of Drama.
Michael Jackson ist tot. Mit dieser Nachricht wurde ich heute morgen geweckt. Die Hauptschlagzeile im Radio. Das tut mir leid. Für die Familie, für Menschen die ihm Nahe standen, für das abgefahrene Pop-Business.
Aber jetzt wird es erst richtig tragisch. Jetzt wird er duch alle Medien geschleift werden. Sein Leben, seine Lieben, sein Wirken und alles andere auch. Es wird einen Michael-Jackson-Todes-Gedenktag geben, jedes Jahr. Es wird Sondersendungen geben, Sonderberichte, Sondergimmicks. Die Best-of-Industrie reibt sich die Hände. Und das ist die eigentliche Tragik des heutigen Tages.
25.06.2009 um 13:58 Uhr
Sprachlos.
24.06.2009 um 07:51 Uhr
Arbeitsladen.
23.06.2009 um 16:21 Uhr
Anekdötilein.
Südtirol ist ja nun prädestiniert fürs Rad fahren. Gradeaus und flach oder heftig kräftig bergauf. Je nach Wunsch ist nichts unmöglich. Oft ist es auch hilfreich mit dem Zug ein Ziel anzupeilen und den Rückweg zu radeln. Oder umgekehrt.
Jedenfalls begab es sich, dass wir den Zug nutzen um hin zu kommen und den Rückweg zweiradig zurück legten. Dazu braucht man ein Ticket. Die gibt es am Bahnhof. Dort steht in einem Fahrkartenautomatenraum ein Fahrkartenautomat. Und der lässt bei richtiger Betätigung ein Ticket raus, das, korrekt entwertet, die Zugfahrt erlaubt. Sowohl der Ticket- als auch der Entwerterautomat bedürfen liebevoller und korrekter Betätigung, sonst reagieren sie beleidigt und strafen Dich mit Fehlermeldungen. Touchscreen-gewohnte Menschen kommen mit den Geräten definitv leichter klar als die knapp 105jährige Pensionistin.
Zwei Tage später. Wieder am Bahnhof. Zug verpasst, eine Stunde Wartezeit. Ich saß auf einer Bank vor dem Ticketautomatenraum. Ein Touristenehepaar betritt den Bahnsteig. 'Schau, Schatz, da gibt es Tickets!' Tür auf, das Paar tritt in den Raum. Keine zwei Minuten später. Tür wieder auf. 'Ähm, Entschuldigung, haben sie das schon mal gemacht hier mit den Fahrkarten?' Aber natürlich. Bitte gerne. Wo wollen sie denn hin? Beide? Mit Rädern? Und zurück? Gut. Alles erledigt, ich setze mich wieder vor den Raum.
Das nächste Paar erscheint. Ich grinse. Dieses mal dauerte es keine Minute, bis der Kopf in der Tür fragt, ob ich wohl wüsste, wie diese ***-Kiste da drin funktioniert. In der Wartezeit von einer knappen Stunde habe ich bestimmt vier Paare und eine Reisegruppe abgefertigt. In deutsch, englisch und français for runnaways. La et retour? Deux personnes? Avec Fahrräder?
Ich glaube sie haben diese Automaten nur zur Verkürzung der Wartezeit eingerichtet. Mir jedenfalls hat es geholfen. Und ich habe mir in der Stunde mindestens die goldene Bahnhofswärter-Ehrenmütze verdient.
23.06.2009 um 09:19 Uhr
Nass.
21.06.2009 um 11:04 Uhr
Knock out.
Gestern habe ich versucht mir den Boxkampf Klitschko gegen Tschagajev (Chagaev?) im Fernsehen anzuschauen. Ich habe es nicht geschafft. Nach etlichen Stunden ultrazähem Vorprogramm, inklusive Nazan Eckes, die erklärt wie viel Sushi in der Schalke-Arena verspeist worden ist, inklusive Mando Diao, die sich ihren Song umschreiben haben lassen, inklusive einer missglückten ukrainischen Trompeten-Hymne, ging es bald endlich tatsächlich wirklich los. Nicht ohne Michael Buffer. Nicht ohne unendlich polemischer Vorspots von Wladimir Klitschko, den man Pott-tauglich noch schnell auf Dr. Steel Hammer umgetauft hat. Um was ging es noch mal gleich? Ach ja, boxen. Also. Endlich der Gong, erste Runde. Zwei Minuten abtasten der Kontrahenten. Dann wieder Gong. Und blitzartig wurde zur Werbung umbeschaltet. In jeder Rundenpause. Sowas halte ich nur ganz schwer und normalerweise nicht ohne Tobsuchtsattacken aus. Bis zur fünften Runde habe ich mich durchgeschlagen. Danach war Ende im Gelände. Oder um in der Tonalität von gestern zu bleiben: Schicht im Schacht.
Heute vormittag habe ich dann schnell online nachgeschaut. Herr Doktor Klitschko hat gewonnnen. Alles andere wäre nachdem Tamtam und Rambazamba um seine Person auch die Überraschung des Abends geworden. Wie viele Zuschauer aufgrund völlig mieser Vorprogramm-Gestaltung vorab schon das Handtuch geworfen haben ist vermutlich nicht dokumentiert.
19.06.2009 um 18:24 Uhr
Shortcut
Da bin ich wieder. Aus dem Urlaub zurück und glücklich fit braun gebrannt. Größtenteils zumindest. Hier ein Kurzresümee:
Fünf Tage geschwitzt, heute klatschnass geworden dank Wetterumschwung.
Ein der Hitze geschuldeter verbogener Fahrradhelm, das Plastikzeug an der Oberkante steht einfach nicht auf Temperaturen jenseits der dreißig Grad, vor allem nicht im Auto.
Ich mag Murmeltiere, Steinböcke und wild behaarte Ziegen. Wild behaarte Männer mag ich nicht so.
Spatzen baden gern in Hotelpools und trinken Orangensaft aus zu vollen Gläsern, wenn man sie lässt.
Größere Vögel wie Adler, Geier und Milane findet man auch, allerdings eher in Flugshows und die machen dann die ansässigen Tauben nervös.
Eine ordentliche Brettljause kann genauso glücklich machen wie ein fünf-Sterne-Menü.
Ich kann gut schlafen. Sogar in einem Zelt unter einem Lautsprecher aus dem volle Pulle AC/DC kracht. Zumindest nach fünf Bier.
Ich kann nicht gut hungrig zu lange auf das Abendessen warten.
Und last but not least: Die Südtiroler und -innen sind wirklich nett, außer einer.
11.06.2009 um 12:43 Uhr
See you later, aligator.
10.06.2009 um 09:15 Uhr
09.06.2009 um 14:50 Uhr
Markiert.
Ich sehe pinkelnde Männer. Ständig und überall. Ich glaube ich habe unwissentlich meine Optik konditioniert. Kaum bin ich abseits ausgetretener Pfade unterwegs stehen sie an Weges- und Waldrändern und schiffen was die Blase hergibt. Völlig ungeniert keine zwei Meter entfernt. Muss das sein? Könnt ihr nicht wenigstens ein Stück weiter hinten einen ordentlichen Sichtblock suchen? Ästethisch ist das nämlich nicht. Überhaupt nicht.
Ist das Revier-Markierungs-Verhalten? Zeigt Mann, wie viel Kraft der Strahl hat? Oder lässt er sich dabei einfach gerne zuschauen? Fragen über Fragen. Aber Männer sind ja auch vom Mars und Frauen von der Venus.
08.06.2009 um 11:20 Uhr
Holterdipolter.
Polterabende sind tradtionell die letzte Abschussbasis für den Bräutigam. Meist verbunden mit wunderbaren, netten Spielchen, die sich die wunderbaren, netten Kollegen so ausgedacht haben. Vorgestern war ich auf dem Weg zu einer Wohnungseinweihungsfeier und lief einer solchen Runde über den Weg. Ob ich Zeit hätte. Na wenn ich schon mal stehe, ok. Ob ich dem Bräutigam einen Wunsch erfüllen möchte. Aber unbedingt. Ob ich dazu vielleicht einen Zettel aus dem Kuvert ziehen möge, um laut vorzulesen, was ich ihm gutes tun kann. Sicher.
'Der Bräutigam ist sado-masochistisch veranlagt. Bitte gib ihm zwei kräftige Sheriffs (Brustwarzen-Dreher).'
Jippie. Das wollte ich doch schon immer mal tun, fremden Männern in Rosa-XS-T-Shirts mit der Auschrift: Ich heirate morgen, an den Brustwarzen herumfuhrwerken. Nun gut. Der Gefallen ward getan und der arme Mann sprang schon bei der Erstberührung vier Meter zurück, ich hatte eiskalte Hände. Den Rest hat es gefreut, ich bekam einen Schnaps und durfte die Runde verlassen.
Sonderbare Rituale irgendwie. Aber andererseits verstehe ich Karneval auch nicht. Vielleicht bin ich einfach nicht gemacht für solche Bräuche.
08.06.2009 um 10:19 Uhr
Grey.
Heute morgen habe ich mein erstes graues Haar gefunden. Jetzt fängt der Verfall also auch bei mir an. Wobei. Vielleicht ist es auch ein Zeichen für Reife. Für Weisheit. Und für Gelassenheit. Viel Om und Ruhe. Ein nicht umkehrbarer Prozess. Also annehmen und zulassen. Andere färben sich Strähnchen, bei mir kommen sie von alleine. Und vielleicht muss ich dann in Zukunft nicht mehr meinen Ausweis zeigen, wenn ich Wodka kaufe. Das wäre doch was.
05.06.2009 um 10:48 Uhr
Postman.
Ich mag Päckchen. Nein, ich liebe Päckchen! Vor allem die, die unvermutet vor meiner Haustür landen. Überraschungen aller erster Sahne. Und dann auch noch spitzenmäßgien Inhalt haben. Schöner geht es nicht.
Ich mag allerdings auch selbstgeschickte Päckchen. Amazon-Bestellungen. Eduscho. Oder andere Order. Hat immer ein bißchen was von Weihnachten und Geburtstag. Dieses Auspacken. Schon zu wissen was drin ist, aber nicht ganz genau. Und dann zu testen. Und: Das Zurück-senden geht auch in Ordnung. Geburtstag mit der Möglichkeit Ungewolltes ganz unkompliziert und ohne Befindlichkeiten zu verletzen wieder in den Orbit schicken. Wunderbar.
Ich verstehe schon, warum die Amis pleite gegangen sind.
05.06.2009 um 09:54 Uhr
UTFSM.
Utimini damnata machina quaesitoria.
Hach. Ich kann kein Latein. Aber manchmal ist es einfach herrlich so richtig geschissen intellektuell zu spielen. Vor allem wenn die Antwort der Frage schon mitgeliefert wird.
03.06.2009 um 15:31 Uhr
Emesis.
Eine Freundin schickte mir jüngst Urlaubsfotos. Darunter ein Bild aus dem Flieger. Motiv: Eine Kotztüte. Aufschrift: Take it with a smile. Damit möchte ich mein Büro tapezieren.
Normalerweise bin ich ein wirklich gelassener Mensch. Ruhig, nett, manchmal zu nett, mit hoher Frustrationstoleranz. Die ist heute, mit Verlaub gesagt, im Arsch. Ich mag nicht mehr. Ständig wird anders entschieden. Ja. Nein. Vielleicht. Doch lieber ja. Aber warten wir morgen ab, dann wird alles anders. Nein, die Information von gestern ist nicht korrekt. Hab ich das nicht erwähnt? Nein. Haben Sie nicht. Erwähnt. Eigentlich spricht hier niemand mehr mit irgendwem. Eine Firma von Telepathen.
Das wäre mal ein Kommunikationskonzept. Wir reden nicht mehr, wir raten nur was der andere denkt. Und handeln danach ohne zu fragen. Auch gerne mit der Idee im Hintergrund den eigenen Hintern zu retten. Nicht etwa team-orientiert. Das ist doch völlig out. Solidarität. Wo gibt es denn sowas? Nur noch beim Zuschlag.
Na wenigstens scheint die Sonne und ich kann Freitag zum Frisör. Lichtblicke nebst dem Arbeitstrübsal. So einfach bin ich zufriedenzustellen.
