Ein Kleid ist ein Kleid ist ein Kleidungsstück
Gestern wurden die Grammys verliehen. Ein Blick auf die üblichen Verdächtigen der Gazetten bietet folgendes Bild: Jaja, Kate Winslet hat da wohl abgesahnt und irgendwas mit Indien, aber hast du gesehen, was die anhatte? Ein pinkes Kleid! Sah aus wie ein Knallbonbon. Die andere dagegen im roten kaum zu überbieten. Soooo sexy. Und die nächste sah in dem pfirsichfarbenen Hängerchen echt voll blass aus. Fast schon grün im Gesicht. Na passt wenigstens zum Pfirsich.
Was fällt auf?
Es wird nicht über einen Anzug gelästert. Nicht über eine schlecht sitzende männliche Frisur. Nicht über ein paar Herrenschuhe. Gibt es einen speziellen Grund warum die Männer von dieser Art der Bewertung auf Glamour-Großveranstaltungen grundsätzlich ausgenommen sind? Was müsste ein Mann tun, damit er mit seiner Kleidung in die Schlagzeilen kommt? String ohne Zubehör tragen? Ob das reicht?
Und wer bitte schreibt diese Artikel?
Ich stelle mir das in etwa so vor. Da trifft sich entweder A) eine Damenrunde à la Desperate Housewives auf Prosecco und in Manolo Blaniks zum Lästerabend und schreibt unter Pseudonym bösartige Kleidungskritiken für die Bunte. Oder B) eine Herrenrunde in Jogginhosen, mit Kasten Bier und passendem Bauch sitzt vor dem Fernseher und sagt: Ey guck ma die Alte da, ey, die sah auch schon ma bessa aus, echt. Einer der Jungs ist getarnter Adonis, der heimlich für den Spiegel diese Bilder rezensiert. Na vielleicht doch eher Variante A). Anders kann ich mir das wirklich nicht erklären. Und... um was ging es da bei den Grammys noch mal gleich?
