Familienbande.
Gestern war Kino. Normalerweise meide ich diese Riesen-Cine-Multi-Plexxe, in denen sich tausende von Teenies Popcorn und Nachos werfend ihre Abende mit seichtem Hollywood-Flimmern vertreiben. Aber gestern war ich trotzdem. Unter Frauen. Wir wollten Kitsch. Aber so richtig. In welchen Film geht man da zur Zeit? Genau: "Australia". Vom Winde verweht in Neuauflage, mit vielen bunten Rottönen, Nicole Kidman und Hugh Jackman, Taschentüchern und Seufzern. "Australia" lief in diesem riesigen Kinokomplex gestern genau um siebzehn Uhr. Zur Erinnerung: Gestern war Dienstag. Wer bitte kann dienstags um fünf ins Kino gehen?
Egal, wir haben umdisponiert. Die Wahl zwischen Brad und Angelina fiel auf die Dame und wir fanden uns in "Der fremde Sohn" wieder. Und ich muss sagen, ich war bass erstaunt. Die Geschichte, Sohn wird entführt, falsches Kind wird zurück gebracht, klingt zunächst, naja, nach vielen Tränen, viel Sehnsucht und einer langsam durchdrehenden Mutter. Zu diesen Dingen gesellte sich aber tatsächlich eine hochspannende weitere Erzähllinie, die mich teilweise mit schon abgeschraubtem Mineralwasserdeckel in der einen, der geöffneten Flasche in der anderen Hand und offenem Mund sitzen lies. Lange nicht mehr passiert im Kino. Falls jemand Brad Pitt Vergleichswerte hat, bitte in die Kommentare, trotzdem sei Madame Jolie hiermit jedem wärmstens empfohlen.
