Let's go politics.
Mein Unwort des Jahres: Integrationsdebatte. Halleluja, was für ein Hype. Woher kommt denn das? In Deutschland schießt Herr Sarazin kometenartig an den Titel der Sachbuchbestsellerliste, fliegt aus dem Job und ist Thema jeder erdenklichen Talkshow und Zeitschriftentitelseite. Und das mit einem äußerst umstrittenen Mix aus Gen-Thesen, Polit-Forschung und hat er sich selbst ausgedacht. In Österreich will Inneministerin Maria Fekter Asylwerber mit roten Karten kennzeichnen und möglichst ausschließlich in bestimmten Arealen frei herumlaufen lassen. Und auch das lieber nur, wenn es sein muss. Denn diese Menschen sind böse. Sie wollen den Staat betrügen, ausnehmen und dem guten Bürger von nebenan Radkappen, Rolex-Uhr und eigentlich auch das Leben klauen. Und immer sind es die Muslime. Ach. Eigentlich sind es immer die Türken. Die bösen. Die sich nicht integrieren wollen. Mit ihrem miesepetrigen Koran, der sie wirklich immer zu Terroristen werden lässt. Die sollen doch bitte erst mal die Sprache lernen. Und einen ordentlichen Bildungsabschluss machen. Eigentlich sollen die doch bitte schön gleich mit Professoren-Titel, christianisiert, betend und Goethe intonierend hier ankommen. Warum kann man nicht einfach vernünftig miteinander leben? Warum muss man immer gleich draufhauen? Warum fühlt sich das alles gleich wieder so unglaublich radikal an, dass sich mir bei diesen Themen ständig die Nackenhaare aufstellen? Fremdes ist immer schwierig. Aber vielleicht kann man einfach mal versuchen einander zu verstehen.

Vielleicht würde "Integration" aber auch ein wenig besser klappen, wenn man seine eigene Kultur reflektieren würde, verstehen würde, dass auch die eigene "Normalität" eine gewordene ist - und schlicht nicht "normal".