The day after...

11.11.2010 um 13:32 Uhr

Let's go politics.

Mein Unwort des Jahres: Integrationsdebatte. Halleluja, was für ein Hype. Woher kommt denn das? In Deutschland schießt Herr Sarazin kometenartig an den Titel der Sachbuchbestsellerliste, fliegt aus dem Job und ist Thema jeder erdenklichen Talkshow und Zeitschriftentitelseite. Und das mit einem äußerst umstrittenen Mix aus Gen-Thesen, Polit-Forschung und hat er sich selbst ausgedacht. In Österreich will Inneministerin Maria Fekter Asylwerber mit roten Karten kennzeichnen und möglichst ausschließlich in bestimmten Arealen frei herumlaufen lassen. Und auch das lieber nur, wenn es sein muss. Denn diese Menschen sind böse. Sie wollen den Staat betrügen, ausnehmen und dem guten Bürger von nebenan Radkappen, Rolex-Uhr und eigentlich auch das Leben klauen. Und immer sind es die Muslime. Ach. Eigentlich sind es immer die Türken. Die bösen. Die sich nicht integrieren wollen. Mit ihrem miesepetrigen Koran, der sie wirklich immer zu Terroristen werden lässt. Die sollen doch bitte erst mal die Sprache lernen. Und einen ordentlichen Bildungsabschluss machen. Eigentlich sollen die doch bitte schön gleich mit Professoren-Titel, christianisiert, betend und Goethe intonierend hier ankommen. Warum kann man nicht einfach vernünftig miteinander leben? Warum muss man immer gleich draufhauen? Warum fühlt sich das alles gleich wieder so unglaublich radikal an, dass sich mir bei diesen Themen ständig die Nackenhaare aufstellen? Fremdes ist immer schwierig. Aber vielleicht kann man einfach mal versuchen einander zu verstehen. 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierentrinidad schreibt am 11.11.2010 um 14:08 Uhr:sehr gute frage. gleiches thema hier in der ch.
  2. zitierenJOblogt schreibt am 11.11.2010 um 15:55 Uhr:und das gilt ebenso für d.
  3. zitierenAquarius schreibt am 11.11.2010 um 17:55 Uhr:Ich glaube, das hat alles auch etwas mit dem "Wohlstand" zu tun. Geht es allen gut, gibt es genug Arbeit usw., dann ist das alles kein Thema. Werden jedoch Existenzängste mehr und mehr zum vordergründigen Thema, geht auch diese Diskussion über ausländische Mitbürger los. "Schwarze Schafe" gibt es überall und wird es auch immer geben, aber die Mehrheit integriert sich redlich , meiner Meinung nach, in den entsprechenden Kulturkreis.
  4. zitierenameamagao schreibt am 11.11.2010 um 23:04 Uhr:Institutioneller Rasissmus ist wirklich ein sehr schwieriges Thema... Es gibt verschiedene Beispiele dafür, und es wird nur relativ wenig dagegen getan.

    Vielleicht würde "Integration" aber auch ein wenig besser klappen, wenn man seine eigene Kultur reflektieren würde, verstehen würde, dass auch die eigene "Normalität" eine gewordene ist - und schlicht nicht "normal".
  5. zitierenMariaHilf schreibt am 12.11.2010 um 12:44 Uhr:...C a f f e e trink nicht so viiel Kaffee - sei doch kein Muselmann der das nicht lassen kann.....singen schon die Kinder....da haben wir alle wohl noch viel arbeit mit uns selbst...ob es Juden oder Türken sind - einer MUSS schuld sein....an was noch mal?...Ach! in den Gesellschaften, in denen wir leben läufts wohl nicht rund...da gibts Gewalt (die machen immer die anderen und am besten doch die, die fremd sind)....da gibts Armut (das sind auch die, die nicht hierher gehören und uns Arbeitsplätze klauen oder Sozialhilfe unberechtigt beiehen)...ja das Fremde tut weh....in uns und um uns rum....und wahrscheinlich gehört zum Verstehen, das wir uns wirklich zuhören...und das wir tatsächlich miteinander reden....

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