Respekt.
Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich den Anfall auf unserem Balkönchen – den Namen Balkon verdienen die drei Quadratmeter nicht – Kräuter und Tomaten anzupflanzen. In diesen typischen Hängekästen, in die der Bayer gerne Geranien hängt. Gesagt getan, der Sommer ward gut, alles gedieh prächtig.
Dann ward Urlaubszeit und ich schloss meine Tomaten, die gemeinhin als empfindliche Pflänzchen gelten, an ein Bewässerungssystem an. Wer ein Aquarium hat, der kennt die Technologie: Oben steckt ein Dingens in der Erde, unten ein Schlauch im Wassereimer und das Grünzeug trinkt quasi von allein. Zwei Wochen. Man mag mich skeptisch nennen, aber nach durchschnittlich 32 Grad in dieser Zeit ging ich davon aus zuhause höchstens Trockentomaten vorzufinden. Pustekuchen. Meine Tomaten standen wie 'ne Eins.
Dann kam der Herbst. Gefühlt. Seit nunmehr zwei Wochen schüttet es wie aus Kübeln, Hagelschlag und Sturmböen fegen über das Balkönchen, die Pflanzen pendeln im Wind. Blumenstützen, wer braucht das schon. Ich habe jeden Tag geguckt und mit Tomatensauce und Knickstängeln gerechnet. Oder damit, dass das Grünzeug auf das darunter parkende Auto fällt. Wieder Pustekuchen. Meine Tomaten hängen an den Stängeln, als könnte sie kein Wässerchen – und auch kein Wasserfall – trüben, und reifen in aller Ruhe vor sich hin.
Ich glaube ich habe die erste Sommerharte-Goretex-Tomatensorte dieser Welt gezüchtet. Darauf gleich ein Glas Barilla. Prost.

Wenn sie dann endlich geerntet werden können, brauchst du hoffentlich keine Kettensäge für die Haut?!?!