Unmut.
Manchmal passieren Dinge, die sind fast unglaublich. Aktuell bin ich arbeitstechnisch mit einem firmentinernen Fußballturnier eingedeckt. Nicht organisatorisch, aber damit Schildchen für Kabinen zu drucken, Wegweiser zu basteln, etc. Vielleicht muss man dazu sagen, dass dieses ganze Spaßturnier äußerst frauenunfreundlich abläuft: Mitspielen dürfen sie nicht, aber bitte zum Fancontest in am liebsten knappste Kleidchen schmeißen und die Herren der Schöpfung anfeuern. Gerne mit Pompoms. Wahrscheinlich wären gewisse Firmenstellen auch einem Wet-T-Shirt-Wettbewerb gegenüber nicht abgeneigt. Warum aufregen, ist doch lustig. Ich könnte kotzen. Im Strahl. Und in diesem Zusammenhang begab es sich, das ich ein E-Mail von ganz oben erhielt, doch bitte auf ausdrücklichen Wunsch der obersten Stelle ein spezielles Schild auszudrucken. Es solle aussehen, wie die 'Umkleideraum'-Schilder, aber draufstehen solle: Bunga-Bunga. Kleben sollte es dann auf einer Tür, dahinter ein leerer Raum. Weil Bunga-Bunga ist ja so ein lustiges geflügeltes Wort in Italien und hihihi, hohoho, was für ein gelungener Witz.
Mit Verlaub, ich glaube es hackt.
Zuerst wollte ich es ignorieren. Dann ging mein Temperament mit mir durch und ich dachte: Ok, ich mache ein Schild. Aber ich schreibe drauf: Ficken --> hier. Oder eines auf dem steht: Anmeldungen für Budapest eine Tür weiter. Dann zählte ich bis ungefähr 100 und hatte anschließend meinen Puls soweit im Griff, um zu entsprechender Stelle zu gehen und zu fragen, ob das Ernst gemeint sei. Ob eine derartige Geschmacklosigkeit nicht vielleicht problematisch werden könnte, sollte sie in die Presse geraten. Ob man nicht drüber nachgedacht hätte, das nach dem fünften Bier der erste männliche Kollege käme um zu fragen, ob man nicht Lust auf Bunga-Bunga hätte. Ob der E-Mail-Schreiber einen an der Klatsche habe, ob er seinen Posten zugelost bekommen habe und ob ich gleich kündigen soll, fragte ich nicht.
Zorn kann ganz schön kreativ machen, ich bin gespannt, wohin er mich noch katapultiert. Karamba.

so sind sie, die Vertriebler.