The day after...

10.02.2009 um 10:41 Uhr

Berauscht und Meer.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich Daniel Glattauers neues Buch fertig gelesen. Wer "Gut gegen Nordwind" mochte wird auch das neue "Alle sieben Wellen" lieben. Noch ein E-Mail-Roman, gleich spannend wie sein erster. Ich habe es gefressen. Und was habe ich geseufzt.

"Emmmmmmmmmmi, ich bin betrunken. Und ich bin einsam. Schwerer Fehler. Nie beides sein. Entweder einsam oder betrunken, aber nie beides gleichzeitig. Schwerer Fehler."

Genau für solche Weisheiten lohnt es sich diese Buch. Und für die vielen Lächler, die es ins Gesicht zaubert, manchmal Spiegebilder. Gibt es in diesem Universum vielleicht noch so ein männliches Exemplar für eine Mail-Brief-Schreibfreundschaft? Interessiert? Eloquent? Ironisch? Und ein bißchen Optik wie George Clooney? Dann, mein Lieber, hier bin ich! Warte auf Nachricht und Foto und seufze noch ein bißchen vor mich hin.

 

30.01.2009 um 10:15 Uhr

Ausnahmsweise mal nicht Finanz.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Wann ist eigentlich Midlife und wann ist Krise? Vor, um und kurz nach einem Geburtstag scheinen die meisten Menschen prozentual in Löcher zu stürzen. Das scheint von Altersklasse zwanzig bis ca. sechzig zu gehen. Danach freut man sich meist über jedes Jahr, das es länger dauert. Sofern es noch Spaß macht, das Leben.

Aber was ist es, dass uns in Krisen stürzt? Die Zahl? Eine dreißig, eine vierzig? Die damit verbundenen möglichen grauen oder nicht mehr vorhanden Haare? Klischées? Die Reflektion über das eigene Alter und wo man wie steht oder sitzt oder liegt im Leben? Vermutlich eine Mischung aus allen Faktoren. Graue Haare, Bauchansatz und der Blick mit vierzig in den Spiegel der sagt: Ich sah eindeutig auch schon mal frischer aus. Das lanweilige oder chaotische Leben mit dreißig und die Erkenntis das die Anfang-Zwanziger in der Schule eigentlich doch die totalen Kinder waren. Und jetzt fahren sie Autos, heiraten und kriegen selber Kinder.

Mir scheint die halbe europäische Bevölkerung von zwanzig bis Mitte vierzig suhlt sich in Krisen. Und wenn es keine ernsthafteren Probleme gibt, dann eben Midlife. Schließlich ein guter Grund um mal völlig sinnlos ein Cabrio zu kaufen, sich bei Partnerbörsen einzutragen und seinen Marktwert zu testen. Sich die grauen Haare auf zwei Milimeter zu stutzen oder pink zu färben. Und fishing for compliments zu betreiben in dem man sich viel jünger schätzen lässt als man ist. Letzteres wunderbar. Letzte Woche sagte ein völlig fremder Mensch in hochgradigem Promillezustand zu mir: Ey, du bist doch höchstens siebzehn. Ja, mein lieber, wenn Du beide meiner Seiten die Du gerade siehst zusammen zählst, kommst du dem Ergebnis bedeutend näher, aber charmant ist es trotzdem. Und seien wir ehrlich: So lästig es früher war nicht in Diskos zu kommen, weil man zu jung war, so schön wenn man geschätzte zwanzig Jahre später nach dem Ausweis gefragt wird. Und vor allem: Von der Krise noch weit entfernt.

28.01.2009 um 08:52 Uhr

Oh happy day.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gerade festgestellt: Nicolas Sarkozy hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich. Ob ich mit 54 Jahren auch irgendwo Staatspräsident(in) bin? Ob ich dann ein männliches, singendes Super-Model an der Seite habe? Ob ich das will? Nö. Ich glaub nicht. Vielleicht sitze ich mit 54 Jahren irgendwo am Meer, in meinem Häuschen, Selbst-Verwirklichung, Kinder, Materielles, alles erledigt und denke: Mensch Sarko, alter Franzose, wahrscheinlich würdest DU jetzt mit mir tauschen wollen. Ja, so stell ich mir das vor.

27.01.2009 um 13:07 Uhr

Ride on

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich mir den Soundtrack zur TV-Serie Californication gegönnt. Obwohl eigentlich Fernseh-fast-Verweigerer und Kabel-Nicht-Besitzer, hat mich die erste Staffel erreicht. Geliehenerweise auf DVD. Ist nur Englisch, aber das stört Dich eh nicht, oder? So die Ansage. Nein, störte tatsächlich nicht, auch wenn ich manche Szenen dreimal anhören musste, um alles mitzuschneiden. Insgesamt sehr abgedrehte Geschichten mit meist sehr abgefahrene Schauspielern. Und David Duchovny liegt diese versoffene, frauen-flachlegende Rolle so gut, dass eigentlich nicht alles gespielt sein kann. Mal googeln und, oh, siehe da, in einem früheren Leben auch schon mal in anderen Metiers unterwegs gewesen. Hab ich's doch gewusst.

Aber zurück zum Soundtrack: Sehr zu empfehlen. Das war es, was ich eigentlich sagen wollte.

25.01.2009 um 09:37 Uhr

Kinder, Kinder.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern war Wetten dass....? Normalerweise zieht dieser Kelch an mir vorüber, aber wenn man etwas derangiert im Bett liegt und ständig durchzappt bleibt man hin und wieder einfach an dieser nicht mehr ganz blonden Locke hängen.

Die gestrigen Gäste, chronologisch und ohne Anpruch auf Vollständigkeit: Als erster Jörg Pilawa. Hat der später eigentlich auch noch mal was gesagt? Dann Tom Cruise und der passende deutsche Akteur, dessen Name ich mir nicht gemerkt habe. Tom ist ja nun nicht der größte und mir kam es fast so vor als sei die Kamera angewiesen worden durch geschickte Winkel diesen kleinen Mann länger zu zaubern. Definitiv nicht möglich war es das Grinsen noch zu verbreitern: "Oh, i love Germany. Oh, i saw you swim. Love that. Oh, i never heard of Stauffenberg before, but i think it was a great story!" Autsch. Danach Gery Hall und Tony Garn. Gottschalk dazu ausnahmsweise mal nicht so übergriffig wie sonst, vielleicht weil das junge Model erst sechzehn war und Geri die Obergrenze seines Grabschtriebes schon überschritten hat? Wer weiß. Dann Desiree Nick. Frau Nick! Was für ein Auftritt! Zuerst philosophisch humanistische Bandwurmsätze herunterrattern, denen Gottschalk kaum folgen kann und hinterher bei verlorener Wette mit den rosa Funken aufzutreten? Wir nähern uns definitiv Privatsender-Niveau. Dann musste Tommy Boy leider gehen, es kam in ziemlichem Anschluss ein aufgedrehter Michael Mittermeier, der gleich mal alles aufs Korn nahm, was der Saal her gab. Cruise, Nick übers Dschungelcamp, Obama und Merkel, die zwar nicht da waren, aber trotzdem, und das ZDF pauschal. Hinterher noch eine Britta Steffen (oder vorher?) die kurz in den Saal schwamm und danach mit Tom verschwand. Und am Ende, wie schon gesagt, Nick mit den rosa Funken.

Wir haben also alle relevanten Zielgruppen angeschossen gestern. Männlein, Weiblein, Tom Cruise Fans, Tom Cruise Hasser, und dazu alles von sechzehn bis Scheintod jeglicher sexueller Ausrichtung. Und Musik von Coldplay bis Peter Maffay.

Wie sagte die Nick gestern so schön? Im Dschungel ist die ganze Bandbreite der Kinder Gottes versammelt. Bei Wetten dass...? definitv auch.

20.01.2009 um 09:42 Uhr

Holt Sie raus und wenn es geht bitte gleich

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich nicht TV geschaut. Ich habe nicht, wie scheinbar 5,58 Mio. Menschen das Dschungel-Camp, Folge 11 gesehen. Trotzdem weiß ich fast alles, was passiert ist, dank ausführlicher Medienberichterstattung. Wie kann es bitte sein, dass in eigentlich seriös geltenden Nachrichtenmagazinen jede Folge dieses kostenintensiven Kindergeburtstages so ausführlich behandelt wird? Ich will das nicht. Nicht sehen, nicht lesen. Dieser Mist hat einfach keine Publicity verdient. Deshalb ist mir selbst mein Ärger hier gerade mal ein paar Zeilen wert.

19.01.2009 um 16:17 Uhr

Grau in grau

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern war Regen. Trüb und Melancholie-förderlich. Ein Tag mit Tee, dicken Socken, Bettdecke und im Halbschlaf. Keinen Milimeter aus der Tür bewegt, Frühstück um drei Uhr Nachmittags und ein zweites um sechs am Abend. Kann auch mal richtig gut sein, sowas.

18.01.2009 um 17:03 Uhr

Am Anfang war die Neugier

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich mein Buch fertig gelesen, die letzten fünfhundert von fünfhundertfünfzig Seiten. Normalerweise entscheide ich was ich lese anhand des ersten Satzes. Mein Lieblings-erster-Satz ist: Als Katagiri in seine Wohnung kam, wartete dort ein riesenhafter Frosch auf ihn. Wunderbar. Man stelle sich diese Situation bildlich vor. Ich öffne die Tür und dann das. So etwas muss gelesen werden. Frosch mag es übrigens nicht, wenn man ihn Herr Frosch nennt und beauftragt Katagiri mit der Rettung Tokyos, es wird also nicht weniger quer.

Mein gestriges Buch begann folgendermaßen: Es wiederholte sich alljährlich. Ok, ein Wackelkandidat. Nächster Satz: Der Empfänger der Blume feierte seinen zweiundachtzigsten Geburtstag. Danke, überzeugt. Er erhält eine Blume, keinen Strauß. Ein älterer Herr erhält üblicherweise keine Blumen, also was ist da im Busch? Mein Hirn sagt lesen. Und es hat sich gelohnt. Definitiv.

Jetzt hab ich die Auswahl zwischen drei neuen ersten Sätzen:

(1) Claire: Es ist schlimm, wenn man zurück gelassen wird.

(2) Am Nachmittag des 12. Oktober 1990 betrat mein Zwillingsbruder Thomas die Stadtbücherei von Three Rivers, Connecticut, zog sich in eine der hinteren Lesenischen zurück und betete, Gott möge das Opfer annehmen, das er zu bringen bereit war.

(3) Zehntausend sind wir. (Ok, das war wirklich kurz, wir nehmen den zweiten hinzu) Waren wir, sollte ich besser sagen, denn im Wasser um mich herum sind immer weniger Artgenossen auszumachen.

Oh, eindeutig, das wird Nummer drei. Artgenossen? Im Wasser? Jawoll, liebe Autorin, du hast mich gepackt.

 

14.01.2009 um 17:31 Uhr

Meta-Ebenen und Zimmerpflanzen

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Man sagt, mit der Zeit werden sich Herrchen und Hund immer ähnlicher. Wie steht es mit Zimmerpflanzen? Lässt sich nicht anhand von Pflegezustand, Grünintensität und Staubablagerung auch ein Rückschluss auf den Besitzer ziehen? Einer völlig verdorrten Zimmerpflanze in einem Büro können da gleich mehrere Bedeutungen beigemessen werden: Ich arbeite so viel, das keine Chance besteht mich auch noch um das Grünzeug zu kümmern! Oder: Mein Geisteszustand sieht genau so aus! Oder: Ich habe zuhause keine Pflanzen, ich will auch hier keine haben. Außerdem bin ich Revoluzzer und begehre auch gegen Pflanzen auf. Egal, Hauptsache dagegen.

Und vielleicht hilft es bei der Partnerwahl? Der glückliche Riesenbenjamin nebst hochgewachsener Yukka-Palme lässt zumindest erahnen, das er ein gutes Händchen hat und lebenen Wesen liebevolle Pflege angedeihen lassen kann. Bei einem ganzen Orchideenhain: Er pflegt viel zu gerne. Evenutell enormer Kinderwunsch. Am liebsten gleich sofort. Zumindest üben. Keine Pflanzen? Unsozial. Oder er steht eher auf pink denn auf grün.

Und um noch mal kurz auf die Hund-Herrchen-Sache einzugehen: Bei Online-Partnerprofilen mit Boxer, Pekinese oder Mops ist vorsicht geboten. Und wenn man doch das Risiko fährt und sich trifft, dann lieber Schokolade mitbringen als Pflänzchen, da kann man nicht soviel falsch machen.

12.01.2009 um 18:00 Uhr

Ein Kleid ist ein Kleid ist ein Kleidungsstück

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern wurden die Grammys verliehen. Ein Blick auf die üblichen Verdächtigen der Gazetten bietet folgendes Bild: Jaja, Kate Winslet hat da wohl abgesahnt und irgendwas mit Indien, aber hast du gesehen, was die anhatte? Ein pinkes Kleid! Sah aus wie ein Knallbonbon. Die andere dagegen im roten kaum zu überbieten. Soooo sexy. Und die nächste sah in dem pfirsichfarbenen Hängerchen echt voll blass aus. Fast schon grün im Gesicht. Na passt wenigstens zum Pfirsich.

Was fällt auf?

Es wird nicht über einen Anzug gelästert. Nicht über eine schlecht sitzende männliche Frisur. Nicht über ein paar Herrenschuhe. Gibt es einen speziellen Grund warum die Männer von dieser Art der Bewertung auf Glamour-Großveranstaltungen grundsätzlich ausgenommen sind? Was müsste ein Mann tun, damit er mit seiner Kleidung in die Schlagzeilen kommt? String ohne Zubehör tragen? Ob das reicht?

Und wer bitte schreibt diese Artikel?

Ich stelle mir das in etwa so vor. Da trifft sich entweder A) eine Damenrunde à la Desperate Housewives auf Prosecco und in Manolo Blaniks zum Lästerabend und schreibt unter Pseudonym bösartige Kleidungskritiken für die Bunte. Oder B) eine Herrenrunde in Jogginhosen, mit Kasten Bier und passendem Bauch sitzt vor dem Fernseher und sagt: Ey guck ma die Alte da, ey, die sah auch schon ma bessa aus, echt. Einer der Jungs ist getarnter Adonis, der heimlich für den Spiegel diese Bilder rezensiert. Na vielleicht doch eher Variante A). Anders kann ich mir das wirklich nicht erklären. Und... um was ging es da bei den Grammys noch mal gleich?

11.01.2009 um 22:21 Uhr

E-Mails ganz ohne Prominenz

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich keine E-Mails bekommen. Nicht eines. Nicht einmal Spam! Keine Viagra-Verkaufsangebote, keine Damen, die unbedingt mit mir in Kontakt treten wollen und meist blond und drall sind, keine italienischen Lotteriegewinne. Nichts. Ich habe fünfmal auf senden und empfangen gedrückt. Dann habe ich mir ein Test-Mail geschrieben. Das kam an, kein technischer Fehler also. Fühlt sich komisch an. Einsam irgendwie. Als ob alle virtuellen Freunde und Feinde beschlossen hätten mich von einem Tag auf den anderen zu meiden. Und unglaublich wie verrückt man sich macht. Keine Nachricht? Irgendwas stimmt nicht. Wie war das eigentlich in offline-Zeiten? Wie viele Briefe waren tatsächlich persönlich? Keine Werbung, keine Rechnungen, kein Spam? Und hat es mich gestört, wenn der Kasten leer war? Eigentlich nicht. Vielleicht ist doch alles ein bißchen hektischer und anstrengender geworden seit den digitalen Zeitaltern. Aber irgendwie auch kommunikativer. Und trotzdem ist eine völlig leergefegte Mailbox extrem elend.

10.01.2009 um 17:25 Uhr

Prominenz und peinliche E-Mails

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Ich gebe zu, ich gehöre zu den ca. 98% weiblicher Weltbevölkerung die George Clooney sexy finden. Wirklich. Noch mehr, seit ich das erste mal einen der Nespresso-Werbespots gesehen habe. Ein Star der sich selbst auf die Schippe nimmt? Und dann gleich so wunderbar? George, jetzt hast Du den Salat, ich steh tatsächlich auf dich. Schmacht. In der Nacht nach diesem ersten Werbespot-Kontakt habe ich geträumt. Nicht dieses schusselige Model steht an der Kaffeebar, sondern ich. Und wer kommt da durch die Tür? Er. Ich halte mich kurz an der Theke fest um nicht schlagartig völlig unerotisch vom Barhocker zu sausen. Setze mein coolstes Gesicht auf, im Traum funktioniert das wunderbar, sonst eher nicht, werfe meine wallenden Haare, die ich eigentlich nicht habe, nach hinten und einen hinreißenden Blick in Richtung Tür. Er sieht mich. Kommt auf mich zu. Geht an mir vorbei und bestellt einen Kaffee. Lächelt mich an. Hi, sagt er. Hi, sage ich. Kennen wir uns? fragt er. Du kennst mich nicht, aber ich kenne Dich, sage ich. Auch einen Kaffee? fragt er. Ich will keinen Kaffee, sage ich, und die Verwunderung über meinen geträumten Kommentar sollte gleich in Entsetzen ausarten, denn ich höre mich sagen: Ich will keinen Kaffee, ich will auch keine Gage, aber George, deinen Hintern, den würde ich schon nehmen.

Aufwachen. Schlagartig sitze ich senkrecht. Checke das Handy, steht da irgendwo George drin? Puh. Und dann, schade. Ich denke kurz nach. Das Internet bietet heutzutage ungeahnte Möglichkeiten mit Prominenz in Kontakt zu treten.

Vor noch längerer Zeit habe ich beispielsweise um vier Uhr nachts den Computer angeworfen, der Promillepegel entsprach ungefähr der Uhrzeit und fand schon den Startbildschirm von Yahoo zum totlachen. Dann bin ich über die Website von Dieter Nuhr gestolpert. Eine Mail-Adresse. Die Ansage: Ich schreibe nicht immer zurück, aber ich lese alles. Na klar, dachte ich und schrieb eine Mail im Sinne von: Du antwortest doch sowieso nicht und da sitzt bloß nur ein schlechtbezahlter Praktikant der bestimmt höchstens mit zwei Fingern tippen kann. Aber meine Freundin, die hat schon mal von Paulo Coelho eine Antwort gekriegt. Pah. Geschrieben, gesendet, vergessen.

Ein paar Tage später eine Mail in der Box. Absender: Dieter Nuhr. Nur ein Satz: Was der Paulo kann.... Ich war perplex. Da saß ich nun vor dem Rechner, aufgewacht aus der Clooney-Nespresso-Geschichte und überlegte. Ob ich vielleicht.... Ob der vielleicht auch?.... Nein. Kiste aus, Thema vergessen. Aber so ein kleines bißchen von der Idee schwebt noch in meinem Hinterkopf. Vielleicht kommten ja irgendwann der rechte Promillepegel und Kollege Zufall zusammen und ich schicke wieder peinliche E-Mails an die Prominenz dieser Welt. Wenn das passiert werde ich natürlich garantiert darüber berichteten. Außer vielleicht George lädt mich zum Date. Das behalte ich dann doch lieber für mich.

10.01.2009 um 15:54 Uhr

Chatten in Zeitlupe

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich gechattet. Nicht in irgendeinem Finde-einen-Freund-Forum sondern über Skype. Mit einem guten Bekannten. Normalerweise erzählt er Geschichten in Lichtgeschwindigkeit. Die Gedanken überschlagen sich und finden blitzartig den Weg auf die locker liegende Zunge, die sogleich artikuliert und Wortschwälle auswirft. Manchmal ist mein Ohr gar nicht so schnell wie sein Redefluss. Gestern also der Chat. Ich, natürlich 10-Finger-Schreibmaschinen-geschult: Hallo, wie geht's? Das man Dich hier mal online sieht? – Pause – Nach gefühlten 10 Minuten: Ja, eher selten. Ich: Geht's Dir gut? Erwartet man ja gar nicht, das Du so viel auf einmal schreibst! *breitgrinsendessmilie* – Pause – Gefühlte 20 Minuten später – Er: Stimmt. Ich: Sag mal bist Du krank? So viele Worte machst Du doch normalweise mit einem halben Augenzwinkern! – Pause – 30 Minuten – Stimmt, bin langsam im Tippen, deshalb chatte ich eigentlich nicht. Halleluja. Den Satz: Das hätte sogar ein toter Blinder ohne Krückstock gerochen hab ich mir gerade so verkniffen. Ob langsames Tippen auch das Denken bremst? Gibt es da Erfahrungsberichte? Anmerkungen bitte in die Kommentare, ich bin sehr gespannt.

09.01.2009 um 10:00 Uhr

Jahreshoroskop: Ihr Leben wird hauswirtschaftlich.

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Gestern habe ich mein Jahreshoroskop gelesen. Das normale. Will heißen eines von den zwölf üblicherweise verwendeten Sternzeichen. Heutzutage muss man das schon erwähnen, denn es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Möglichkeiten der Zukunftsvorhersage: Das chinesische Sternzeichen, das indianische Horoskop, Berechnung nach Elementen, nach Zahlen, Kaffeesatz oder Münzwerfen. Außerdem strukturiert in zeitliche Abschnitte wie Tages-, Wochen-, Jahres-, oder Stundenhoroskop. Dazu noch das Horoskop in der Brigitte, in der Vogue, in der Hörzu, im Stern. Auswahl über Auswahl. Ich wär da mal für etwas ganz Profanes. Etwas alltäglich brauch- und deutbares: Das Haushaltshoroskop. Sternzeichen: Waschmaschine. Deutung: Sie werden mächtig ins Schleudern kommen und sollten bei zu großer Hitze darauf achten nichts rotes zu tragen. Sternzeichen: Bügeleisen. Heiße Zeiten stehen Ihnen bevor, trotzdem läuft alles glatt. Sternzeichen: Kühlschrank. Ohne Worte. Sternzeichen: Toaster. Sie sollten aufpassen, dass Sie sich in Zukunft nicht die Finger verbrennen. Im nächsten Urlaub ist außerdem Lichtschutzfaktor 30+ angesagt, sonst könnte es böse Verbrennungen geben. So oder so ähnlich könnte ich mir das vorstellen. Mein Horoskop (Sternzeichen: Wassermann, Zeitdauer: Jahr, Quelle: Brigitte) besagt übrigens, das ich 2009 viel Zeit damit verbringen werde mich selbst zu finden und das auf unkonventionellen Wegen. Nur Beziehungen mit Waschmaschinen sollte ich tunlichst vermeiden. Ich denke, das kriege ich hin.

08.01.2009 um 13:17 Uhr

Wie und womit man einen Blog anfängt

von: Mdm_Mimm   Kategorie: Wohnzimmer

Soweit ist es also, ich schreibe einen Blog. Worüber? Na über den Tag danach. Denn Tage danach gibt es immer. Und die Tage danach sind immer die, an denen man darüber nachdenkt, das der vorherige ganz schön Bockmist war. Oder ganz schön schön. Je nachdem. Meine letzten day after Tage waren mittelprächtig. Weihnachten, Sylvester, alles hübsch erledigt und schon wieder gelaufen. Geht das eigentlich jedes Jahr so schnell? Manchmal hab ich den Eindruck die Feiertage können gar nicht schnell genug durchrutschen und katapultieren einen blitzartig wieder in den schnöden Alltag. Ätsch. Und schon sitzt man wieder vor der Rappelkiste. Mit guten Vorsätzen oder auch nicht und neuen Rundungen dank Omas Keksen, jedenfalls meistens, und der Idee dieses Jahr alles anders zu machen. Wie auch schon im Jahr davor. Nicht mehr rauchen. Weniger essen. Nix essen. Mehr fürs Äußere tun. Sich selbst lieben. So gut das halt geht. Und die Welt freundlich beurteilen. Wobei alte Männer mit Hut im Mercedes vor mir davon definitiv ausgenommen sind. So long, ein erster Eintrag voller Wahrheiten. Auf das es spannend weitergeht mit den Tagen danach. Prost.