Ich gebe zu, ich gehöre zu den ca. 98% weiblicher Weltbevölkerung die George Clooney sexy finden. Wirklich. Noch mehr, seit ich das erste mal einen der Nespresso-Werbespots gesehen habe. Ein Star der sich selbst auf die Schippe nimmt? Und dann gleich so wunderbar? George, jetzt hast Du den Salat, ich steh tatsächlich auf dich. Schmacht. In der Nacht nach diesem ersten Werbespot-Kontakt habe ich geträumt. Nicht dieses schusselige Model steht an der Kaffeebar, sondern ich. Und wer kommt da durch die Tür? Er. Ich halte mich kurz an der Theke fest um nicht schlagartig völlig unerotisch vom Barhocker zu sausen. Setze mein coolstes Gesicht auf, im Traum funktioniert das wunderbar, sonst eher nicht, werfe meine wallenden Haare, die ich eigentlich nicht habe, nach hinten und einen hinreißenden Blick in Richtung Tür. Er sieht mich. Kommt auf mich zu. Geht an mir vorbei und bestellt einen Kaffee. Lächelt mich an. Hi, sagt er. Hi, sage ich. Kennen wir uns? fragt er. Du kennst mich nicht, aber ich kenne Dich, sage ich. Auch einen Kaffee? fragt er. Ich will keinen Kaffee, sage ich, und die Verwunderung über meinen geträumten Kommentar sollte gleich in Entsetzen ausarten, denn ich höre mich sagen: Ich will keinen Kaffee, ich will auch keine Gage, aber George, deinen Hintern, den würde ich schon nehmen.
Aufwachen. Schlagartig sitze ich senkrecht. Checke das Handy, steht da irgendwo George drin? Puh. Und dann, schade. Ich denke kurz nach. Das Internet bietet heutzutage ungeahnte Möglichkeiten mit Prominenz in Kontakt zu treten.
Vor noch längerer Zeit habe ich beispielsweise um vier Uhr nachts den Computer angeworfen, der Promillepegel entsprach ungefähr der Uhrzeit und fand schon den Startbildschirm von Yahoo zum totlachen. Dann bin ich über die Website von Dieter Nuhr gestolpert. Eine Mail-Adresse. Die Ansage: Ich schreibe nicht immer zurück, aber ich lese alles. Na klar, dachte ich und schrieb eine Mail im Sinne von: Du antwortest doch sowieso nicht und da sitzt bloß nur ein schlechtbezahlter Praktikant der bestimmt höchstens mit zwei Fingern tippen kann. Aber meine Freundin, die hat schon mal von Paulo Coelho eine Antwort gekriegt. Pah. Geschrieben, gesendet, vergessen.
Ein paar Tage später eine Mail in der Box. Absender: Dieter Nuhr. Nur ein Satz: Was der Paulo kann.... Ich war perplex. Da saß ich nun vor dem Rechner, aufgewacht aus der Clooney-Nespresso-Geschichte und überlegte. Ob ich vielleicht.... Ob der vielleicht auch?.... Nein. Kiste aus, Thema vergessen. Aber so ein kleines bißchen von der Idee schwebt noch in meinem Hinterkopf. Vielleicht kommten ja irgendwann der rechte Promillepegel und Kollege Zufall zusammen und ich schicke wieder peinliche E-Mails an die Prominenz dieser Welt. Wenn das passiert werde ich natürlich garantiert darüber berichteten. Außer vielleicht George lädt mich zum Date. Das behalte ich dann doch lieber für mich.