just another weblog

21.10.2013 um 19:31 Uhr

20

Habs versucht. Immerhin ging das etwas schneller als das Projekt 'Schuhe zeigen', das schwirrt immer noch im Hinterkopf rum.

1. montags esse ich nie in der Mensa/Cafeteria/Restaurant weil ich davon überzeugt bin, dass Reste serviert werden
2. ich spreche 6 Sprachen
3. ich schreibe meiner Oma noch richtige Briefe
4. weisse Hasen mit roten Augen finde ich suspekt
5. ich trinke meine Getränke nie aus
6. ich find meinen Bauchnabel total süss (?)
7. ich werd, trotz südländischer Herkunft, extrem langsam braun
8. ich hasse Sellerie
9. ich kann ganz schlecht rechnen, ausser es handelt sich um Geld
10. in der 1. Klasse habe ich wochenlang den Religionsunterricht geschwänzt, meine Mutter hats erst später erfahren
11. ich könnte in Erdnussbutter baden. Leider bekomm ich Pickel davon. Gnaa
12. no go: asiatische Männer
13. ich komm besser mit Männern als  mit Frauen aus
14. ich hab immer Deo dabei und schnuppere ab mittags zur Kontrolle an mir rum
15. ich nehm immer mein eigenes Popcorn ins Kino mit
16. ich liebe Bauernhöfe
17. als Kind hab ich intensivst Nägel gekaut und erst aufgehört, als ich das erste Mal an ein Konzert durfte. Hintergedanke: falls ich mich wehren muss :D
18. ich spiel immer am linken Ohrstecker rum, hab ich schon als Kind gemacht; aus den kaputten Steckern hab ich mir einen tollen Ring schmieden lassen. Nervöser Tick halt.
19. no go II: ungepflegte Zähne. Da kann ein Adonis daherkommen. Wenn die Zähne eklig sind, wars das.
20. in Rezepten ersetze ich Brühe ausnahmslos mit Bier

20.10.2013 um 18:38 Uhr

Ihr seid

ja kreativ, mir fallen beim besten Willen keine 20 besonderen Dinge ein bzw finde ich alle langweilig? Es regnet, ich löffle warmen Milchreis mit Ahornsirup und später gibts Wurst-Käsesalat und n Film. Morgen beginnt die 4. Woche am neuen Arbeitsplatz, die Zeit rast! Aber ich freu mich darauf, nur noch eine Woche 100% zu arbeiten. Ab November muss ich nur noch mo-do ins Büro. Ich muss dringend Schlaf nachholen. Gestern war der Meinige an einem Polterabend beteiligt und ich bin so dermassen auf dem Sofa weggeratzt, dass er mich gar nicht wecken wollte als er nach hause kan. So bin ich heute morgen vom Sonnenaufgang geweckt worden. Das ist das Geile an der neuen Wohnung: sie liegt im obersten Stock und wir haben eine tolle Aussicht. Jedenfalls: Schlaf. Darauf freu ich mich wirklich. Besonders, weil freitags der grosse Gemüsemarkt der Stadt stattfindet. Ich brauch noch Zierkürbisse für die Wohnung.

Ansonsten wundere ich mich, wie lange ein A4 Umschlag von hier nach Spanien braucht. Hab am 11. was losgeschickt und langsam zweifle ich, ob das Teil jemals ankommt. Ausserdem ist mir eingefallen, dass ich keinen Absender draufgemacht hab? Ich bin mir nicht mehr sicher. damn.

16.10.2013 um 11:43 Uhr

Woche 3

Puh 
Mittlerweile bin ich die dritte Woche hier im neuen Amt und ich kapier jeden Tag weniger. Naja, ganz so schlimm ist es natürlich nicht. Aber als Aussenstehender sieht man immer Mängel etc, die man aber so übernehmen muss. So läufts in grossen Mühlen. Jedenfalls bin ich momentan an 2 Orten anzutreffen. Einerseits im zentralen Büro, wo alle Geschäfte erledigt werden. Andererseits im externen Institut, der eben hier integriert werden soll. Weil: alles, was hier zentral gemacht wird, kostet die Externen nix. Das finden sie grundsätzlich gut. Weniger gut finden sie die Tatsache, dass sie logischerweise Kompetenzen abgeben müssen. Gewisse Prozesse sollen bis Ende Jahr gänzlich zentral abgewickelt werden, andere Prozesse wollen sie behalten. Gestern jedenfalls wurde ich von einem Prof des externen Instituts schon mal mit den Worten begrüsst: "Ach, Sie sind jetzt die vom zentralen Büro?! Was nehmen Sie uns nun alles weg?" Ich so: Oo Im Moment noch nix. (Sie Spast) 
Witz: die 'Übernahme' wurde schon lange von der Faku*ltat beschlossen, in dem Sinne: don't shoot the messenger. Gut habe ich mal in einer Anwalts*kanzlei gearbeit, dort laufen in der Regel viel grössere Löcher des Arsches rum, von daher können diese lustigen Infor*matiker einpacken. Ich gucke mir jetzt das noch eine Weile an, versuche soviel wie möglich zu sehen, damit ich überhaupt beurteilen kann, wie der Wechsel sinnvoll und effizient gemacht werden kann, und dann werd ich mich mit der Geschäftsführung hier zusammensetzen. Grundsätzlich habe ich ja keine Entscheidungskompetenz, sondern nur Ausführungskompetenz, und da werd ich kaum dulden, dass mir ein beleidigter, selbstbeweihräuchender Prof reinredet. Seine querliegenden Fürze kann er mit der Leitung besprechen. 

Aber Leute, ich könnte ständig schlafen. Ich bin so saumässig müde, obwohl ich eigentlich nur vor dem PC sitze und mich in die wunderbare Welt des S*A*P und Konsorten vertiefe. *not* Ich freu mich jedenfalls auf den Moment, wo ich selbständig arbeiten kann und nicht ständig alle fragen muss oder eingeführt werde. Vor allem mag ich es gar nicht, den ganzen Tag mit einer Person verbringen zu müssen. Leider kann ich mich aber nicht einfach abseilen, es wird schon erwartet dass man sich integriert und zumindest am Anfang bei jeder Kaffeepause und Lunch dabei ist. Und mir ist das zuviel Nähe, zuviel menscheln, abends geh ich heim und möcht nur noch ins Bett, nachdem ich mich mit Schweinereien vollstopfe. Am meisten hasse ich es, ins externe Büro zu müssen. Das ist erstens in Hinterarschingen (für meine Verhältnisse halt, ich wohne hier wirklich sehr zentral, alles was über 5 Tramhaltestellen entfernt liegt, ist für mich schon Ausland. Aber das externe Institut liegt wirklich ne gute halbe Stunde entfernt!), zweitens ist das Gebäude zwar relativ modern, aber trotzdem irgendwie muffelig, drittens ist die Kundschaft dort nicht ganz so schön anzusehen wie hier im Hauptgebäude. Die gucken alle so streng, als hätten sie zu wenig Ballaststoffe gegessen. 

Nun denn, wird ja nicht ewigs dauern, die Phase. Immerhin muss ich so nicht an andere Löcher des Arsches denken ;) 

09.10.2013 um 16:58 Uhr

On the bananatrain to cuckooville

Ohmann. Jetzt gehe ich mir mittlerweile selbst auf die Nerven. Ich muss einen Weg finden, gewisse Gedankengänge zu durchbrechen. Denn nun treiben sie seltsame Blüten. Warum schaue ich mir auf fb gewisse Leute an? Was will mir mein Unterbewusstsein sagen?
Was bezwecke ich damit? Die Gedanken kreisen in meinem Kopf herum und ich bin sogar schon auf die Idee gekommen, dass es nur einen Weg gibt diese zu stoppen: ich muss nochmal so richtig auf die Fresse fallen, nochmal so richtig verletzt werden von dieser Person, damit ich endlich loslassen kann. Verrückt, oder? Im Sommer habe ich noch gedacht, dass ev meine Schilddrüse nicht richtig eingestellt ist, was bekanntermassen zu Gedankenkarussel führen kann. Das hat sich aber nicht bestätigt, ich könnt nicht besser eingestellt sein.

Ich treffe mich morgen zum Abendessen mit M. Vielleicht hat es damit zu tun? Er ist das letzte Bindeglied. Aber die Gedankengänge kreisen auch dann, wenn kein Treffen ansteht. Von daher kann es nicht zwingend daran liegen. Normalerweise hilft Sport, aber momentan scheint auch das nichts zu bewirken.
Wilde Vermutung: Kann es sein, dass ich die Trennung etc erst jetzt verarbeite? Ich spreche von U, falls es nicht eindeutig ist. Bis 2011 war der Kontakt da, auf recht engem Level. 2011 war dann für mich ein Wendepunkt, einige von Euch werden wissen worauf ich mich beziehe. Dass ich es nach wie vor nicht öffentlich sagen kann zeigt, wie sehr es mich in meinen Grundfesten erschüttert hat. Soviel: es war eine familiäre Angelegenheit. Jedenfalls ist U in der Zeit mit seiner jetzigen zusammengekommen und ich hatte da dermassen andere Prioritäten, dass ich mich überhaupt nicht damit befasst habe. Aber im Grunde war es für mich ein Schlag ins Gesicht, oder besser gesagt der endgültige point of no return. Nun hat sich die Situation beruhigt, die Sorgen weichen langsam von mir, und vielleicht kommen jetzt deshalb alte Gefühle zum Vorschein. Es gibt Abende, da hab ich tatsächlich Liebeskummer. Dann stehe ich in der Dusche und weine um etwas, was nicht mehr ist. Schon so lange nicht mehr. Schlimm ist vor allem, dass ich vordergründig ja überhaupt keinen Grund habe, niedergeschlagen zu sein. Und ich will es insbesondere auch nicht, denn objektiv weiss ich ja, dass ich, hätte ich U zurückgewollt, viele Gelegenheiten dazu gehabt hätte. Also warum zum Teufel fühle ich mich jetzt so? Und vor allem, wie werde ich das wieder los? Am Ende dieser Gedankengänge komme ich zum Schluss, dass ich mich neu verlieben muss, um U zu vergessen. Und dann schrecke ich hoch, denn, bin ich jetzt demnach nicht verliebt?

08.10.2013 um 07:50 Uhr

Wer A sagt...

Kurz nachdem ich den gestrigen Post publiziert hatte, setzte sich der Meinige zu mir und erklärte sich. Es habe ihn sehr getroffen, dass ich einen anderen Mann für den Tanzkurs in Betracht ziehe. Deshalb sei das Gespräch danach so dermassen ausgeartet. Er hat sich entschuldigt und wir konnten endlich mal andere Themen anschneiden. Er tut sich wahnsinnig schwer über sich und die Beziehung zu reden - das ist nichts Neues. Aber ich habe ihm klar gemacht, dass es ohne einfach nicht geht, weil wir sonst gegen eine Wand laufen und es nur eine Frage der Zeit ist, bis einer keinen Bock mehr hat und geht. Da hat er mir immerhin Recht gegeben. Mal gucken. Babysteps.

07.10.2013 um 19:40 Uhr

Wessen glorreiche Idee

war das nochmal, mit dem Meinigen zu sprechen? Es ist nicht gut gelaufen, wie der erste Satz schon vermuten lässt. Wir sind gar nicht weit gekommen.

Ich hab mit der Frage angefangen, ob es ihn stört wenn ich mit dem Bauingenieur zum Tanzkurs gehe.

-sidekick-

Ich liebe Tanzen. Salsa, Disco, Standarttänze. Alles. Der Meinige nur im angeheiterten Zustand. Seit ich mit ihm bin, ist "komm wir gehn mal tanzen" inexistent. Jedenfalls möchte ich schon seit Ewigkeiten richtig ins Tanzen einsteigen, am liebsten mit einer Gruppe, bei der man aufbauen kann und allenfalls an Wettkämpfen teilnehmen kann. Der Meinige hasst Tanzkurse. Er sagt, er lerne nicht gerne bzw lasse sich nicht gern vorschreiben, wie er zu tanzen habe. 

Am Samstag haben wir bei einer Einweihungsfete von einem bekannten Pärchen einen Typen kennengelernt, dem sein Ruf voraus eilte: er sei ein Grabscher. Ich hab mich über eine Stunde mit ihm unterhalten, der wusste zu erst gar nicht, dass ich vergeben war, von Grabschen keine Spur. a) Mich wollte er vielleicht nicht begrabschen? b) vielleicht ist er gar nicht so schlimm wie alle tun? Jedenfalls erzählte er mir, dass er ein Jahr in Argentinien gelebt hat vor seinem Studium und dort Tango gelernt hat. Das hat ihm so gefallen, dass er zurück in der Heimat einer Tanzgruppe beigetreten ist. Mit der Zeit musste er diese aus Zeitgründen wieder aufgeben. 

-sidekick ende-

Wenn ich schon einem Mann über den Weg laufe, der gerne tanzt und auf den ersten Blick kein Psycho ist, dann kommt bei mir recht schnell der Gedanken: der könnt mein Tanzpartner werden! Nun, der Meinige fand das eine totale Schnapsidee. Seine erste Frage war, ob ich denn nun nicht mehr der Singschule beitreten wolle. Das ist ein anderes Projekt von mir - all diese Dinge konnte ich bisher nicht tun, weil->studileben=niet geld! Warum sollte ich nicht beides machen können?  Einerseits nölt er rum, dass ich keine Hobbies hab (sic!), andererseits belächelt er alles. Ich brauch seinen Segen nicht, dass er das noch nicht kapiert hat beweist, wie wenig er mich kennt. Ich hab wesentlich mehr Eier als er, nur scheint das noch nicht zu ihm durchgedrungen zu sein. Jedenfalls hat er sich ob meiner Idee empört, warum ich ausgerechnet mit dem Grabscher tanzen wolle. Meine Antwort, dass es mitnichten der Typ sein muss, dass ich aber keinen Bock mehr darauf habe auf Dinge zu verzichten, die mir Spass machen, nur weil er diese nicht teilt. An diesem Punkt bin ich dazu übergangen zu erklären, dass mir im Moment die Beziehung nicht viel Freude mache, da wir nichts unternehmen. Seine übliche Antwort: er sei offen für Vorschläge. Ich erinnerte ihn an den Muschelabend, aber - wie konnte es anders sein - das war natürlich was anderes. Er möge das Lokal nicht und das Ambiente sei ihm zu szenig, er gehe O-Ton "zu dem blöden Muschelessen" nur mir zuliebe. Oo 

Oo

??? Wie blöd bist du bitte? Das habe ich leider nur gedacht, gesagt habe ich indes, dass er das doch bitte früher sagen solle, weil es mir wahrhaftig keinen Spass macht, mit einem nörgeligen Typen dort zu sitzen. Ich fasste zusammen: meine Vorschläge sind allesamt blöd. Deine Vorschläge? 

Von hier aus sind wir - ich weiss es beim besten Willen nicht mehr, wie - zum Thema Putzen und Haushalt gekommen. Sein allerliebstes Thema. 

-sidekick-

Meine Mutter hatte früher einen Putzfimmel. So richtig mit hysterischen Schüben, mehrmals hat sie alle meine Puppen aus dem Fenster in den Garten geschmissen, oder mein gesamtes Pult mit einer Handbewegung (genau wie im Film!)  leergewischt, weil ich einfach nicht aufgeräumt habe. Pädagogisch war das eher ungeschickt, weil ich dann als Studentin jahrelang ein ausgesprochenes Chaos hatte. Rebellion, sage ich nur. War das herrlich, jahrelang keine Nörgelei! Wie das so ist, erlebt man in den verschiedenen WG's allerhand und so kommt es, dass man mit der Zeit die rebellische Phase hinter sich lässt und merkt, dass man es auch gerne ordentlich und sauber mag.

-sidekick ende-

Ich hab keinen Putzfimmel. Aber ich habs gerne ordentlich und sauber. Lieber sauber als ordentlich. Ich bin aber nicht Sklave jedes Staubkorns und mein "chi" wird nicht dadurch gestört, dass die Schlafzimmertüre offen oder geschlossen ist. Der Meinige hat einen Putzfimmel. (merkt ihr was? Ich bin mit meiner Mutter zusammen. Das sollte ich mal meiner Psychologin erzählen) Und ich meine so richtig. Wir wohnen seit knapp 2 Monaten in dieser neuen Wohnung, wovon 1 Monat ich gar nicht hier war. Jedes 2. Weekend verbringe ich bei meinen Eltern, tagsüber ist die Wohnung leer. Wir haben nur die nötigsten Möbel und keine Staubfänger. Bzw lediglich seine Staubfänger, Schnapsflaschen etc. Jedenfalls hat er sich gestern so richtig aufgeregt, mit vom Tisch Aufstehen und rotem Kopf und Fuchteln (?why?) , dass er mir ständig hinterher putzen müsse! Dass es respektlos von mir sei, einfach Wegzufahren, während im Geschirrspüler das saubere Geschirr liegt! Dass meine Bettdecke auf seiner lag! Leider durfte ich nicht antworten, denn während er mir was von respektlos erzählte, schnitt er mir das Wort mit diesem schönen Zeichen aus den Filmen ab, wo man dem anderen signalisiert "halt die Fresse", in dem man seine eigene Hand mit einer Reisverschlussbewegung (versteht Ihr, was ich mein?) vor den Mund bewegt.

Was soll ich sagen. Ab da war Polen offen. Ich bin wirklich ein geduldiger Mensch (oder gleichgültig? Solange man mich in Ruhe lässt, lass ich dem anderen seinen Freiraum, ich red keinem rein) aber wenn du mir mit irgendwelchen "Fresse"-Zeichen kommst, dann reiss ich dir deinen erbärmlichen Hintern auf. Ende der Geschichte: ich hab ihn stehenlassen und bin meinen Dingen nachgegangen. Geschlafen habe ich im Gästebett mit dem Vorwand, dass ich heute viel früher als er raus muss (was auch stimmt). 

Puh. Wie die Amis sagen: "it's wrong on so many levels", ich weiss nicht mal wo anfangen. Dass er nicht fähig ist, objektiv zu bleiben. Dass wir so nie dazu kommen, die wirklichen Probleme anzusprechen. Dass er sich über Details so dermassen echauffieren kann. Dass er von Respekt redet, wenn er nicht mal weiss wie man das Wort schreibt. Dass er nicht genug Weitsicht besitzt um zu sehen, dass ich während seiner langjährigen Prüfungszeit den gesamten Haushalt (samt Hemden bügeln) übernommen habe. Dass er auch Dinge tut, die mich nerven, ich mich aber davon nicht fremdbestimmen lasse. Dass er selber nie Unternehmungsvorschläge macht, von mir aber welche fordert (bin ich ein Zirkus?).

Heute morgen war ich dann entsprechend fit. Ich hab letzte Woche meine neue Stelle angefangen und bin auch einfach müde. Das Unverständnis ist so dermassen stossend, dass mir wahrhaftig sogar die Lust vergangen ist, überhaupt mit ihm darüber zu sprechen. Fest steht: so will ich nicht Leben. Wenn ihm klinische Sauberkeit wichtiger ist als alles andere, dann kann er das natürlich haben. Das Leben ist wirklich zu kurz, um sich darüber aufzuregen. Aber dann muss er halt alleine wohnen. Ich jedenfalls hab grosse Lust zu Leben und dazu gehört für mich nun mal nicht, jeden Tag mit dem Staubtuch durch die Wohnung zu düsen.  Abgesehen davon, dass er mir damit den Eindruck gibt, die letzte Schlampe zu sein, obwohl das wirklich nicht zutrifft. 

Es gibt nicht viel zu sagen. Ich muss mich jetzt ein paar Wochen  auf die neue Arbeit konzentrieren und dann muss ich hier raus, wie soll das jemals wieder was werden? Reden bringt nur dann was, wenn beide dazu bereit sind. Und hier ist das offenkundig nicht der Fall.

03.10.2013 um 15:35 Uhr

Hat Schweineleber schon immer gestunken?

Da ich hier nicht mehr so viele Freiheiten wie am alten Arbeitsplatz geniesse, muss ich tricksen um die (vorerst) öden Stunden hinter mich zu bringen. Ich schreibe mir selber eine Email, welche ich dann bei Gelegenheit kopiere und auf blogigo lade. 
Es ist halt wirklich noch nicht viel los, bis ich meine eigentliche Aufgabe anpacken kann. Ich bin guter Dinge, dass ich ab nächster Woche mehr zu tun habe. Ansonsten vertreibe ich mir mit Gängen zum Örtchen die Zeit. Nicht AUF dem Shicehaus, sondern auf dem Weg dorthin. Der Vorteil hier ist, dass wir von der gesamten neuen Infrastruktur der Unität profitieren können. Also keine gemischte Toilette mehr, sondern endlich schöne grosse! Überall stehen Kaffeeautomaten rum, überall wuseln die armen Studis rum, man freut sich, nicht mehr verwirrt durch die Gänge zu latschen und Hörsääle zu suchen. Nachteil: ich muss jetzt zwangsl äufig an all den Stellen vorbei, an denen U und ich damals rumgehängt sind. Er wohnte damals in einem Studentenhaus, 5min von hier entfernt. Ich bin nach der Vorlesung oder dem Sport auf dem Campus immer zu ihm rüber. Oder wir haben ganze Nachmittage auf der Terrasse des Uni-Cafés verbracht. Vielleicht hab ich auch den Herbst-Blues, wie Lady gestern erzählte. Es sind einerseits tolle Erinnerungen, andererseits kann ich diese nicht vollends geniessen ohne daran zu denken, dass es das nicht mehr gibt. 

cut. 

Ich hab grad festgestellt, dass ich ne saugeile Aussicht habe von meinem Platz aus. Unser Büro befindet sich im obersten Stock, man sieht von hier aus die ganze Stadt! 

cut. 

Wir sind diese Woche Katzenadoptiveltern. Wie füttern/bespassen die zwei Katzen einer Nachbarin. Und tja. Sie wohnt seit 25 Jahren in dieser Wohnung. Es ist nicht dreckig, sie hat 2x pro Woche ne Putzfau. Aber meine Güte, es gibt keine freie Stelle mehr, keine halbleere Schublade, kein ordentlicher Schrank. Das Katzenfutter räumt sie in den Backofen. Das Teilt sieht aus, als hätte sie seit ebendiesen 25 Jahren nichts darin gebacken. Die Frau ist grad erst pensioniert worden und war bei einer Privatbank tätig, die hat gut und gerne 150'000 Jahresgehalt abgesahnt, sie ist also eine gebildete Frau mit ordentlich Mitteln. Es ist mir ein Rätsel, wie man seine Wohnung so zufüllen kann. Man hat praktisch keine Luft zum Leben. Und alles alles ist auf die Katzen ausgerichtet. Überall liegt Spielzeug rum, auf jedem Sofa mehrere Kissen, eigentlich überall, nicht nur auf den Sofas. Die Katzen wohnen dort, und halten sich eine Menschenfrau als Dosenöffner. Vielleicht kuriert das den Meinigen von seiner tiefen Überzeugung, ich verbreite Unordnung? ;) Aber gut, das alles ist bei weitem nicht so schlimm, wie die Fütterungsangewohnheiten. Sie gibt jeder Katze morgens einen Beutel Feuchtfutter und abends je rund 150gr kleingeschnippelte Schweineleber. Ich bin heilfroh, dass abends eine andere Frau dafür zuständig ist, mir kommt ohne Witz das kalte Kotzen, wenn ich rohe Leber nur rieche. Theoretisch müssten wir morgens die Schälchen von den Leberresten reinigen und frisches Feuchtfutter geben. Da es morgens aber so dermassen bestialisch nach Leber riecht, haben wir kurz vorm Schlafengehen den Katzen noch n Besuch abgestattet, um die Lichter auszuschalten und das halb angefresse Lebergedöns schon zu entsorgen, damit es nicht die ganze Nacht vor sich hinstinkt. Ich habe ja noch die Unmengen an Trockenfutter nicht erwähnt, welche an strategischen Stellen der Wohnung platziert sind. Die Katzen müssen eindeutig nicht hungern, weshalb ich kein schlechtes Gewissen habe, ihr Abendessen schon recht früh zu entsorgen. Ich weiss nicht mal, ob das überhaupt so gesund ist? Wäre eine Scheibe magerer Schinken nicht besser für Wohnungskatzen? 

02.10.2013 um 16:23 Uhr

Hat jemand "Fusspilz" gesagt?

2. Tag im neuen Büro geschafft. Da ich innerhalb der Unität eine neue Stelle angenommen habe, ist nicht alles völlig unbekannt. Trotzdem ist momentan mehrheitlich Rumsitzen, Reglemente studieren und Kopfkratzen angesagt. Insbesondere Kopfkratzen, zumal meine erste Aufgabe schon ein ordentliches Projekt beinhaltet, was keiner wirklich durchschaut. Es geht darum, ein ursprünglich fakultätsfremdes Institut zu absorbieren, entsprechend muss die ganze Verwaltung, Studierendengeschäfte und -betreuung an die hiesigen Gepflogenheiten angepasst werden. Klingt relativ unkompliziert, wären da nicht alle Extrawüste, die das vergleichsweise kleine Institut bisher pflegte. Die fallen nun schlagartig alle weg und das wird teilweise von der (alteingesessenen) Institutsleitung nicht goutiert. Meine Aufgabe ist es nun, das zu koordinieren/anpassen/festsetzen und zwar möglichst effizient, schonend, unkompliziert für die Studis und schmerzlos für die Institutsleitung. Das sollte bis Ende Jahr gemacht sein, sodass ab dem neuen Jahr auch der Internetauftritt, Korrespondenz und sämtliche Merkblätter/Formulare angepasst und auf mich umgeschrieben werden können. Lustig auch, dass die Studis dort bisher so schöne Stammkarten hatten, bzw alle Daten wurden physisch erfasst, statt elektronisch. Zur Zeit heisst es noch, dass bestehende Stammkarten beibehalten werden, neue Studis jedoch nur noch elektronisch erfasst werden. Das kann sich aber schnell ändern, weil diese Mühle hier nunmal drunter und drüber läuft. 
Wir harren der Dinge Oo 

Ansonsten ist nicht viel zu vermelden. Die neue Wohnung ist cool, die neuen Kollegen sind bisher durchaus angenehm. U schwirrt mir immer noch im Kopf rum und der Meinige entzieht sich geschickt den Gesprächsversuchen. Neulich hat er mich getadelt, weil ich n Kaffeel öffel in der Spüle liegenlassen hab; die Spülmaschine stehe gleich daneben, warum ich es nicht schaffe immer gleich alles reinzustellen, statt in die Spüle zu legen. 

W 
T 
F 
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