GUTEN MORGEN
und
es tat garnicht weh...
Ich freue mich, dieses Interview auch hier online stellen zu können/ dürfen/ wollen.
Vielen Dank an Euch
♥
Cora Wegner
über ihren Debut-Roman
"Angel without wings"
(ISBN: 3865167438, Verlag „Mein Buch" 2006)
Das Interview führte die Regisseurin,
Dramaturgin und Leseratte Karla Kunstwadl.
(Alle Rezis usw. ab sofort hier !)
(Vor dem Interview-Termin hat sich Karla
das Buch in ihrer Lieblingsecke bei Keksen
und Kerzenschein zu Gemüte geführt.)
Karla Kunstwadl:
Cora,
dein erstes Buch „Angel without wings" ist im September 2006
erschienen, riecht also noch ganz frisch nach Druckerei. Lass uns ein
bisschen in die Vergangenheit zurückblicken! Wann ist dir zum ersten
Mal die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben, wie bist du auf das Thema
der Geschichte gekommen und wie lange hat die Arbeit am Buch gedauert?
Cora:
Die
Idee kam mir zum ersten Mal 1998, als ich einen Film sah (City of
Angels mit Meg Ryan und Nicolas Cage). Außerdem spielte der Verlust
einer nahestehenden Person eine wichtige Rolle. Die Geschichte hatte
zwar zu dem Zeitpunkt schon einen Inhalt, und ich wusste, wo ich hin
wollte, dennoch war es schwierig, überhaupt mit dem Schreiben zu
beginnen. Nicht nur einmal hätte ich am liebsten den Stift in die Ecke
geworfen. Die Geschichte selbst habe ich zwischen 2001 und 2002
geschrieben. Bis zur endgültigen Veröffentlichung im Jahr 2006 habe ich
noch sehr viel daran gebastelt. So richtig loslassen konnte ich nicht.
Könnte ich wohl noch immer nicht, wenn ich mir nicht den Ruck gegeben
hätte, es endlich einmal zu verschicken.
Karla Kunstwadl:
Wir
wollen nicht allzu viel über den Inhalt der Geschichte verraten.
Schließlich soll der Roman gekauft und gelesen werden. Kann man den
Plot so umreißen, dass nicht die gesamte Handlung preisgegeben, aber
das Interesse potentieller Leser und Leserinnen doch geweckt wird? Ein
Spagat – aber vielleicht magst du's einfach mal mit einem Exposé versuchen?
Cora :
Exposé
klingt so schwierig. Eine Aufgabe, die man für die Präsentation
erfüllen muss! Wie soll ich eine Geschichte, zu der ich circa 260
Seiten benötige, in so wenige Worte zusammenfassen? Ein wenig banal
wäre vielleicht, einfach zu sagen: es geht um DAS LEBEN. Obwohl dies
natürlich ein großer Teil der Geschichte ist. Ebenso der Tod. Das
Verlassen, das Lieben. Hassen und Loslassen müssen. Ich wollte wohl
versuchen, meine Ängste mit meinen Gefühlen zu vereinbaren. Das,
worüber ich mich nicht traue zu sprechen, wollte ich aufschreiben. Ob
es mir gerade mit dieser Geschichte gelungen ist, weiß ich nicht. Es
wird sich sicherlich herausstellen.
Karla Kunstwadl:
Aus
der Schule kennen wir noch alle die Literatur-Interpretationen, die uns
von nervigen Lehrern abverlangt wurden. Motto „Was wollte uns die
Dichterin damit sagen?" respektive „Welche Intentionen verfolgt die
Autorin mit diesem Text?" Gibt es in „Angel without wings" ebenfalls
eine Botschaft, die der Leserschaft „überbracht" werden soll? Oder
schreibst du rein aus Freude am sprachlichen Gestalten, ohne dabei eine
besondere Mission – außer natürlich der Unterhaltung – zu verfolgen?
Cora Wegner:
Sicherlich
gibt es einen Grund, warum diese Geschichte entstanden ist. Zum einen,
um mich von meinen Ängsten rund um den Tod zu befreien. Um mir selbst
vielleicht ein wenig einzureden, das es mehr gibt als nur dieses eine
Leben. Zum anderen ist es wohl auch der Wunsch, Dinge die im Leben
schief gelaufen sind, rückgängig zu machen. Eine zweite Chance zu
erhalten. Wenn man in sich hineinschaut, dann findet man immer etwas,
was man verändern möchte. Dennoch, man sollte es akzeptieren, dass es
eben so gelaufen ist und nicht anders. Wenn ich weiter so darüber
nachdenke, ist es einfach eine Geschichte, die ich für mich geschrieben
habe, um die Personen festzuhalten, am Leben zu erhalten, wenn man so
will, die bereits nicht mehr bei mir sind. So einfach ist es halt
nicht, Menschen loszulassen.
Karla Kunstwadl:
Das
stimmt. Aber ist es nicht so, dass alle Menschen solche Erfahrungen
machen? Jeder hat schon einen geliebten Menschen verloren – oder wird
es früher oder später tun. Mit zunehmendem Alter häufen sich diese
Verlusterfahrungen dann ganz fatal. Und doch schreibt nicht jeder
gleich ein ganzes Buch darüber. Hast du dir Gedanken darüber gemacht,
warum für dich ausgerechnet Schreiben eine Daseinsbewältigung darstellt?
Cora:
Sicherlich
machen alle Menschen diese Erfahrungen. Aber, jeder Mensch geht auch
anders mit der Verarbeitung um. Einer verkriecht sich in der Musik, ein
anderer feiert. Ich habe für mich entdeckt, dass ich mich, wenn es mir
nicht gut geht, zurückziehe. Dann möchte ich mit meinen Gedanken allein
sein und teilweise sind sie so nervig, das ich sie aufschreiben muss.
Denn nur, wenn ich sie aufschreibe, sie dann sozusagen aus mir heraus
sind, dann lassen sie mich auch in Ruhe. Ansonsten würde ich wohl den
ganzen Tag mit mir selbst erzählen.
Karla Kunstwadl:
Du
schreibst im Internet häufig – und sehr anschaulich – über das
Schreiben. Man kann dort erfahren, (ich gebe deine Ausführungen jetzt
sinngemäß wieder) dass es bei dir Phasen gibt, in denen du einfach
alles aufschreiben musst. In solchen Phasen treten äußere Umstande in
den Hintergrund. Du vergisst, du essen, zu schlafen; auch die jeweilige
Tages- oder Nachtzeit ist dir einerlei. In solchen kreativen Perioden
sind deine Gedanken schneller als deine Finger, die fieberhaft auf die
Tastatur einhämmern. Deine Musen erzählen wild durcheinander; ihre
Stimmen fahren in deinem Hirn Karussell. Das klingt richtig dramatisch
und nicht gerade entspannend. Trotzdem sagst du, dass Schreiben deiner
Seele gut tut. Lässt sich dieser Widerspruch auflösen?
Cora :
Wenn
ich mir die Frage so durch lese, dann klingt das nach einem Genie mit
einer kleinen Macke. Für mich ist es schon eine Art Entspannung, wenn
ich beim Schreiben bin. Egal, ob die Stimmen wild umherbrabbeln oder es
gerade halb 3 Uhr mitten in der Nacht ist und ich genau weiß, dass ich
spätestens um 9 Uhr bei der Arbeit zu sein habe. Eben darum ist es
Entspannung, weil ich, sobald es auf dem Papier ist, die Gedanken
loslassen kann. Weil sie dann nicht mehr in mir sind – mich nicht mehr
nerven können, ich nicht mehr pausenlos daran herumbasteln muss. Die
Gedanken stehen dann sichtbar vor mir. Sie haben insofern nichts mehr
mit mir zu tun. Dennoch, sind die Durststrecken, durch die man geht,
eben noch immer das Schlimmste. Wobei, als Mensch sollte man diese Zeit
genießen, da man dann nämlich die Augen und Ohren wieder offen für
alles andere hat. Wenn man sich in der Phase des Schreibens befindet,
dann möchte man nur dies machen. Das geht aber nicht, weil man Termine
einhalten und arbeiten gehen muss, Freunde treffen und das Private
nicht vernachlässigen möchte.
Karla Kunstwadl:
Leider
ist man nicht immer in einer kreativen Phase. Trotzdem sollte man
regelmäßig, am besten jeden Tag schreiben, um nicht aus der Übung zu
kommen. Von Ernest Hemingway ist bekannt, dass er literweise Alkohol
(vorzugsweise Rum) in sich hineingoss. Erst dann wankte und schwankte
er zu seiner Schreibmaschine. Von vielen Autoren weiß man, dass sie
sich erst mühsam in Schreib-Stimmung bringen müssen, bevor etwas
Brauchbares auf dem Papier entstehen kann. Etwa durch lange
Spaziergänge, Meditiation usw. Wie ist es mit dir? Kennst du auch
solche Rituale? Wie bringst du dich in Schreiblaune?
Cora:
*hüstel*
Da gibt es wohl jemanden, der könnte Storys erzählen! Aber dummerweise
ist wirklich ein klein wenig an der Sache dran. Ohne Alkohol geht es
nicht und mit schon gleich gar nicht. Ich glaube dennoch, dass es eine
faule Ausrede ist. Denn entweder man befindet sich in einer Phase, wo
man schreiben kann oder nicht. Ich kann nichts herbeizaubern, was nicht
schon irgendwo existiert. Vielleicht zum „Warm-up" einen Lütten – warum
nicht? Das Problem ist, wenn einem beim ersten Glas noch nichts
Gescheites einfällt, dann ist man frustriert und trinkt das nächste.
(Ich bevorzuge ja Rotwein, wenn überhaupt. Mit Bier hat es nicht so
geklappt. Und Rum hab ich noch nicht versucht … also, mit dem Schreiben
und dem Rum). Irgendwann ist man dann so betrunken und noch
frustrierter als zuvor und schläft über der Tastatur ein. Hat dann also
auch nichts gebracht. – Täglich schreiben … ja, das habe ich auch
gehört. Aber aus irgendeinem Grund schaffe ich es nicht.
Karla Kunstwadl:
Ich
denke auch, dass Schreiben und Alkohol nicht so recht zusammenpassen
wollen. Man muss beim Schreiben seine grauen Zellen schon ziemlich
anstrengen. Gerade auch für die Entwicklung von Charakteren braucht es
einen klaren Kopf! Deine Protagonistin überzeugt nicht zuletzt dadurch,
dass du die Figur dreidimensional angelegt hast. Samantha besitzt – wie
ein realer Mensch – eine körperliche, eine soziale und eine seelische
Dimension. Der Leser kann sich nur dann in eine Figur hineinversetzen,
sich mit ihr freuen und mit ihr leiden, wenn er ihre ganz persönliche
Biographie kennt, wenn er zum Beispiel weiß, wer Samantha ist, woher
sie kommt, wie ihr soziales, berufliches und privates Umfeld aussieht,
welche Hoffnungen, Ängste und Träume sie hat, wie sich ihre
Vergangenheit gestaltet hat, welchen Wert die Menschen für sie haben,
die sie tagtäglich umgeben. Nur wenn der Leser all diese Interna kennt,
kann er verstehen, warum Samantha Samantha geworden ist, warum sie so
und nicht anders lebt und handelt. Wenn die Autorin wie in deinem Fall
gute Vorarbeit geleistet hat, wird dem Leser das Verstehen nicht
schwerfallen.
Aber
wie hast du selbst es erreicht, Samantha „von Kopf bis Fuß“, in allen
Einzelheiten und bis tief in ihre Seele kennenzulernen? Wie hast du die
Figur entwickelt?
Cora :
„Angel
without wings" ist ja nicht von heute auf morgen von vorn bis hinten
plötzlich da gewesen. Es hat schon gedauert. Und mit jedem Mal, mit dem
ich das Script in der Hand hatte, „wuchs" Samantha heran. Man stellt
sich halt einen Menschen vor, wie man ihn mag – oder mögen würde. Ohne
dabei zu vergessen, das er auch Macken und Fehler hat, oder auch die
liebenswürdigen Seiten. Interessanterweise „entwickelte" sich Samantha,
während ich schrieb. Normalerweise sollte man ja zuerst die Charaktere
beschreiben können und seine Figuren in gewisser Weise „kennen". Doch
habe ich festgestellt, dass sich die Charaktere während des Schreibens
verändern und entwickeln können, wie eine real existierende Person im
richtigen Leben. Da kann man auch nicht vorher sagen, sie wird dieses
oder jenes tun. Diese Dinge kommen mit der Zeit und sie werden zur
richtigen Zeit am richtigen Ort passieren.
Karla Kunstwadl:
Beim
Lesen deiner Geschichte hat man den Eindruck, dass du ein Mensch mit
ausgeprägter optimistischer und romantischer Veranlagung bist. Trotzdem
gaukelst du deinen Lesern keine heile Welt vor. Im Gegenteil: du stürzt
sie trickreich in ein Wechselbad der Gefühle und Widersprüchlichkeiten:
Angst, Trauer, Schmerz, Freude, Hoffnung ... „Angel without wings“ ist,
wie dem Cover zu entnehmen ist, „eine Reise zwischen Fragen und
Antworten, Träumen und Hoffnungen, Tod und Leben.“ Welches Ziel hat die
Autorin Cora Wegner mit dieser interessanten Reise verfolgt? Wohin soll
die Leserschaft geführt werden?
Cora :
Das
klingt ja alles sehr dramatisch! *lach* Habe ich das wirklich
geschrieben? Vielleicht will ich einfach nur sagen: Es geht immer
weiter, irgendwie. Ich konnte es nur vorher nicht in einfachere Worte
packen.
Karla Kunstwadl:
Der
Begriff „Odyssee“ ist zum Synonym für lange Irrfahrten geworden. Glaubt
man der Statistik, wird nur eines (!) von 1.000 (!) unverlangt
eingesandten Manuskripten tatsächlich gedruckt. Wer als AutorIn noch
keinen Namen hat, findet nur sehr schwer einen Verlag. Obwohl auch
unbekannte Autoren gute Bücher schreiben, ist es eher so, dass viele
Jungautoren und -autorinnen die Nerven aufreibende Suche nach einem
Verleger als wahre „Irrfahrt“ erleben.
Magst
du ein bisschen von deiner Odyssee, von deinem eigenen Wechselbad der
Gefühle zwischen Hoffnung und Frustration erzählen, als dein Buch
endlich fertig war und du nach einer Veröffentlichungsmöglichkeit
gesucht hast? Wie bist du schließlich bei dem Verlag „Mein Buch“
gelandet?
Cora :
Odyssee
trifft es wohl auf den Kopf. Naja. Andere können dieses Lied bestimmt
viel lauter singen als ich. Zumal ich mich vorher in verschiedenen
Büchern (siehe auf meiner Seite http://www.twentysixseven.de/Books.htm)
über das Veröffentlichen von Geschichten Informiert habe. Leider ist es
halt so, das man gewisse „Voraussetzungen" erfüllen muss. Ich tue mich
sehr schwer, eine Geschichte von mehr als 300 Seiten auf nur 6 Seiten
zusammenzufassen. Dabei sollte man darauf achten, wieviel gebe ich von
der Geschichte preis, was ist spannend, was lohnt sich, in das Exposé
mit einzubringen und derartige Scherze.
Bis
ich von der Idee „Books on Demand“ erfahren habe. Von da an habe ich
versucht, mich über diese Art des Verlegens schlau zu machen. Ich habe
mein Script an einen Verlag geschickt, der sich vorher leider nicht als
„Zuschussverlag" zu erkennen gab. Dieser Verlag wollte von mir einen
Betrag in 5-stelliger Höhe, damit das Buch gedruckt wird. Ich war
natürlich erschüttert, denn ich wollte nicht mehr investieren als ich
je herausbekommen würde. Verständlicherweise war danach mein Bedarf an
einer Veröffentlichung erst einmal gedeckt. Bis ich irgendwann das
Script wieder herausnahm, es noch einmal durchging und erneut nach
einem passenden Verlag suchte. Da kam mir der Verlag „Mein Buch"
entgegen, der damit wirbt, dass er das Buch zu einem von mir
festgelegten Preis drucken würde. Ich wollte eigentlich unter 10 €
bleiben, das war jedoch bei allen vorherigen Verlagen nicht möglich
(jetzt weiss ich auch warum ...). Jedenfalls gab es dort eine
„günstigere" Variante, das Buch verlegen zu lassen. Nach langem
Hin-und-Her und Noch-einmal-drüber-Schauen habe ich mich dann doch
entschieden, das Script wegzuschicken. Wer nicht wagt ... oder so.
Übrigens,
den kleine Engel auf dem Cover habe ich selbst fotografiert. Der stand
da einfach so da auf einem Grab. Das war ein Wink des Himmels. Oder des
Schicksals, dass dieser kleine, dicke Engel ohne Flügel mit den Weg
zeigte.
Karla Kunstwadl:
Arbeitest
du bereits an einem neuen Projekt? Wenn ja, verrätst du uns, welcher
Stoff hier literarisch verarbeitet wird? Findest du, dass Geschichten
einfach so auf der Straße liegen? Dass das Leben die besten Geschichten
schreibt? Oder woher nimmst du deine Ideen? Was wirst du beim nächsten
Buch anders machen? Hatte die Veröffentlichung von „Angel without
wings“ einen Einfluss auf deine persönliche Entwicklung? Träumst du von
einer Zukunft als Schriftstellerin? Welche Hoffnungen hegst du in Bezug
auf deine schriftstellerische Tätigkeit?
Cora :
So viele Fragen auf einmal. Gut Karla, dann werde ich sie mal alle beantworten. Noch ein Teechen, bevor es weitergeht?
Karla Kunstwadl:
Gerne, für mich bitte schwarzen Tee mit Zitrone! Und vielleicht noch ein bisschen Teegebäck dazu?
Cora :
Aber gerne! Dann aber wieder zurück zum Thema!!!
Da
die Entstehung von „Angel without wings" ja nun schon eine Weile
zurückliegt, kann ich sagen, das ich in der Zwischenzeit natürlich
nicht zu schreiben aufgehört habe. Einige kurze Eindrücke bekommt man
auf meiner Seite http://www.twentysixseven.de/CoCo.html.
Dort habe ich „Kurzgeschichten" online gestellt. Zwischenzeitlich habe
ich versucht, Drehbücher zu schreiben. Es ist mir, glaube ich,
gelungen. Nur habe ich sie noch niemandem angeboten. Fertig bin ich ja
auch noch nicht ganz damit. Erfreulicherweise habe ich dieses Jahr mit
einer Geschichte begonnen, die zu einem Buch führen könnte. Ich bin
ganz erstaunt, wie einfach es war.
Was
auch gleich die nächste Frage beantwortet. Manchmal, wenn man Glück hat
und die Augen offen, findet man tatsächlich die Ideen zu Geschichten
„auf der Straße". Oder im wahren Leben. Ich kann nicht sagen, was nötig
ist, um eine Geschichte für mich „interessant" oder „schreibenswert" zu
machen. Manchmal bedarf es nur eines Wortes, oder eines Lied, das ich
höre, dann habe ich eine Idee zum Schreiben. Klingt komisch, ist aber
so.
Die
Veröffentlichung von „Angel without wings" hatte bisher keinen Einfluss
auf mich. Es ist ein Kapitel, das ich nach langer Zeit abschließen
konnte und wollte.
Meine
Zukunft als Schriftstellerin? Naja. Ich hoffe, das ich irgendwann in
einen „richtigen" Verlag hineinrutsche und – wenn es die Zeit neben
meinem Job hergibt (ich muss mir schließlich meinen Lebensunterhalt
verdienen) – weiterschreiben kann.
Karla Kunstwadl:
Leser
haben’s gut. Die können sich ihre Schriftsteller aussuchen. Deshalb
meine ketzerische Frage: Wenn du als Autorin die Möglichkeit hättest,
welche Leser und Leserinnen würdest du bevorzugen? Wer sollte deine
Bücher nicht lesen?
Cora :
Jeder
Schriftsteller oder Autor wünscht sich, glaube ich, in erster Linie
VIELE Leser. Es kommt nicht darauf an, wer es liest oder wer nicht. Das
ist sowieso eine Frage des Geschmacks. Ich kann nur von mir sprechen
und sagen, das ich gewisse Sachen auch nicht lesen mag. Insofern kann
ich es niemandem „zumuten" das Buch zu lesen, wenn es ihn nicht
interessiert.
Karla Kunstwadl:
Cora, glaubst du an Engel oder ist das eine total unmögliche Frage?
Cora :
Nein,
mit Sicherheit ist das keine unmögliche Frage, denn sie liegt ja
irgendwie nahe. Dennoch ist sie schwierig zu beantworten. Manchmal
wünschte ich, es gäbe Engel. Dann wieder sehe ich sie und weiss genau,
das sie keine Flügel haben und unter uns weilen. Egal, welches Gesicht
sie haben und wer sie sind. Es gibt definitiv Engel! Ob man daran
glaubt oder nicht. Wenn man einem begegnet, weiss man es!
Karla Kunstwadl:
Wir
bedanken uns für das ehrliche und sympathische Gespräch und wünschen
dir noch zahlreiche kreative Ideen – und natürlich ganz viel Erfolg für
alle deine zukünftigen Pläne!
Und wer wissen will, was Karla außer Bücherlesen
sonst noch mag, darf gerne mal
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