Das Leben ist eine Baustelle

06.12.2006 um 15:41 Uhr

Jesus Christ Superstar - Staatsoperretter Dresden

von: twentysixseven   Kategorie: Kultur

Hatten wir also gestern Karten fuer die Staatsoperrette in Dresden. Gespielt wurde "Jesus Christ Superstar" nach der Vorlage von Andrew Lloyd Webber und den Texten von Tim Rice.

Ich habe ja schon sehr gelacht, das viele ältere (Ende 50 Anfang 60 es sei mir verziehen, aber, 40 Jahre unterschied ist ... ne menge) Menschen an diesem Abend in der Operrette waren. Eigentlich nichts aussergewöhnliches... dennoch, fuer dieses Musical? Nojo.

Den zweiten Lacher hatte ich, als ich an dem Stand vorbei ging, wo man sich die Programmhefte kaufen kann. Dort standen 2 Behälter mit OROPACKS für 0,50 € das Stück. Mei was hab ich gelacht.

Laut war es.

Bunt war es.

Schrill war es.

SUPER GUT war es.

Normal mag ich nicht so Musicals oder Andrew L. Webber. Aber. Diese Inzinierung war klasse. Nicht zu Modern. Nicht zu aufdringlich. Dennoch Gewaltig.

Auf der kleinen Bühne tummelten sich wohl 100 von Darstellern (gefühlt. Es muessen so um die 30-40 gewesen sein, was fuer die Kleine Bühne enorm wirkte) eine Life Band (Orchester mal anders und GSD nicht vom Band) sowie - das Bühnenbild.

Der geringfügig ältere Herr neben mir schaute die ganze Zeit auf seine Uhr. 1h und 45min ohne Pause... NOJO.

Es wurde nicht langweilig oder Langatmig. Wirklich ein gelungener Abend.

 

JESUS CHRIST SUPERSTAR
Rock-Oper
Text: Tim Rice
Musik: Andrew Lloyd Webber

Deutsch: Anja Hauptmann

Mit "Jesus Christ Superstar" schuf Andrew Lloyd Webber in den 70er Jahren seinen ersten großen Musical-Hit. Dabei wurde die Idee, die letzten Lebenstage und den Tod von Jesus zum Thema einer Broadwayshow zu machen,  von vielen zunächst als Lästerung betrachtet. Das Werk brachte jedoch das Lebensgefühl einer ganzen Generation zum Ausdruck, so dass es schnell seinen Siegeszug um die Welt antrat. Songs wie "Jesus Christ Superstar" und "I don´t know how to love him" tragen bis heute zum überragenden Erfolg dieser Rockoper bei. Überraschend ist die Perspektive, aus der die bekannten Ereignisse gesehen werden: Judas, der Jesus schon seit frühen Tagen folgt, beäugt kritisch den wachsenden Einfluss des als Superstar gefeierten Messias. Dieser beginnt jedoch an seinem Auftrag zu zweifeln. Um Jesus die verlorene Selbstsicherheit zurückzugeben und um einen drohenden Aufstand gegen die römischen Machthaber zu verhindern, verrät Judas Jesus an die Pharisäer, die diesen kreuzigen lassen. Judas richtet sich aus Verzweiflung selber.

 

DAS HÄLT DIE PRESSE VON DEM STÜCK

 

JESUS CHRIST SUPERSTAR

Passion und Showgeschäft
… Wenn man das Genre wörtlich nimmt, ist es mehr als legitim, sich um eine authentische Umsetzung der Partitur zu bemühen. Genau das tut man in Leuben, und die Art und Weise, wie es unter Leitung von Michael Fuchs geschieht, macht alles andere beinahe nebensächlich. Das ist weder routiniert abgefackelt noch selbstverliebt zelebriert, sondern glänzt in vielen Passagen, es hat Kraft und Groove, Hingabe und Schmelz, steigert sich in den Bläsersätzen und Chören. Kurz gesagt, es hat all das, was man auch bei einer noch so guten Konserve vermissen muss. …Dresdner Neueste Nachrichten 18.4.2006

Die sieben letzten Tage
Musical. Die Staatsoperette Dresden setzt mit „Jesus Christ Superstar“ neue Akzente und feiert einen großen Publikumserfolg.
… Alles in allem ist „Jesus Christ Superstar“ eine temporeiche Inszenierung voll geballter Energie, die das Premierenpublikum mit begeistertem Applaus erwiderte. Da kam dann doch etwas Rockkonzertatmosphäre auf, die sicher nicht nur Dirk Zöllner geschuldet war. Der Operette kann das nur dienlich sein, denn die Premiere war bis auf den letzten Platz besetzt, und auch alle weitern Vorstellungen dieser Spielzeit sind bereits ausverkauft.
Sächsische Zeitung 18.4.2006

Zehn Minuten Beifall für eine mitreißende Show
Mit nicht ende wollendem Beifall feierte das Publikum in der Staatsoperette Dresden am Karfreitag die Premiere von „Jesus Christ Superstar“.
… auch die anderen Rollen sind gut besetzt und werden durch Chor und Ballett der Staatsoperette großartig ergänzt.
Souverän hat die Michael-Fuchs-Band mit Unterstützung des Staatsoperettenorchesters die musikalische Entwicklung des Stücks in der Hand. Erst zehn Minuten nach dem Schlussvorhang ließen die Premierengäste das gefeierte Ensemble von der Bühne.
Dresdner Morgenpost, 18.4.2006

Der Zöllner spielt den Jesus
Staatsoperette Dresden. „Jesus Christ Superstar“
… Die Premiere wurde ein Erfolg. Im Verlauf der Aufführung gab es immer wieder andächtige Stille, auch nach dem letzten Ton dauerte es eine Weile ehe dann der heftige Jubel ausbrach, der dem gesamten Ensemble galt. Dass es einmal Bravos nach der Kreuzigung geben werde prophezeite bereits Romanin Rolland pessimistisch, dass es aber gar zu gleichgeschalteten Akklamationen im Parteitagstakt kommt, verwundert im Jahre 2006 schon. Nur dass der Gleichklang nicht einer Funktionärsriege sondern einem Ensemble gilt, dass soeben in knapp zwei Stunden die Ereignisse der Karwoche gespielt, gesungen und getanzt hat.
… Jesus Christ Superstar, endlich, sofern man eine Karte hat, in Dresden zu sehen, ist vor allem das Erlebnis eines hoch motivierten Ensembles mit dem von Martin Wagner vorzüglich einstudierten Chor, den glänzend aufgelegten Tänzerinnen und Tänzern und einem mitreißenden musikalischen Sound für den Michael Fuchs, seine Band und Musiker der Staatsoperette sich auf der Bühne wunderbar ins Zeug legen. …
Klassik.com, 18.4.2006

Als ob Woodstock auferstanden wäre
Das Dresdner Operettentheater hat mit Werken von Andrew Lloyd Webbers beneidenswert viel Glück. Die vierte Produktion, Jesus Christ Superstar, setzt die Reihe nicht nur fort, sondern übertrifft die anderen drei noch. …SAX  Das Dresdner Stadtmagazin, 06/2006

Jesus als Idol einer verlorenen Generation
… Es war vor allem junges Publikum, das den Superstar feierte. Unter der musikalischen Leitung von Michael Fuchs wurde der Abend ein Erfolg für die Operette, die es mit ihren Musicals immer wieder schafft, das Stammpublikum mit neuen Besuchern anzureichern. Die Vorstellungen für diese Saison jedenfalls sind bereits ausgebucht, wer in der nächsten dieses Stück sehen will, muss sich beeilen. freiepresse.de, 18.4.2006

©http://www.staatsoperette-dresden.de

Musikalische Leitung Michael Fuchs
Inszenierung Wolf Widder
Choreografie Silvana Schröder
Ausstattung Katja Schröder
Choreinstudierung Martin Wagner
   
Besetzung  
Jesus von Nazareth Dirk Zöllner
Judas Ischariot Matthias Otte/Matthias Pagani
Maria Magdalena Judith C. Jakob/Sarah Schütz
Pontius Pilatus Christian Grygas/Gerd Wiemer
Herodes Bernd Könnes/Christian Theodoridis
Kaiphas Herbert G. Adami
Petrus Marcus Günzel
Annas Bernd Könnes/Christian Thodoridis
Simon Zelotes Jens Winkelmann
3 Soulgirls Constanze Eschrig
Romy Hildebrandt
Jeannette Oswald
1. Prister Bernd Könnes/Christian Theodoridis
2. Prister Tobias Märksch
Mädchen am Feuer Soldat

Alter Mann
Romy Hildebrandt Ji Hoon Kim/
Gernot Koppitz Dag Hornschild
Ballett, Chor, Michael Fuchs Bandund kleine Orchesterbesetzung der Staatsoperette Dresden    

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