Nachdem ich die schmerzen dann gestern kaum noch ausgehalten habe.. bin ich zum Arzt... Handchirurg... seine - vorlaeufige -Diagnose - eingeklemmte Handmittelnerven - beidseitig....
Wunderbar... auch bekannt als "Karpaltunnelsyndrom"...Das erste was dann wieder kam; "In diesem Alter?" Tja... was soll ich sagen? "Es ist umsonst und ich habe wohl zu laut HIER gerufen"
Mit 17 oder 18 haben dir mir schon mit Verdacht auf Sehnenscheidenentzuendung an den Händen rumgemehrt... und jetzt.. wieder...
Nach 2 Jahren hatte ich selbige Probleme wieder und.. es wurde schlimmer und Links kam noch dazu...
Naja. Immerhin schließen wir dann unten aufgeführte Ursachen HOFFENTLICH aus... aber.. irgendwo muss der Mist ja her kommen....
Jetzt heisst es erst mal RUHIG stellen... Deligiere ich also die Arbeit vom Sofa aus. Hier mal noch eine kurze Beschreibung:
Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom - kurz KTS - zählt zu der Gruppe der
Engpasssyndrome der Nerven und wird durch Druck auf den Mittelhandnerv
(Nervus medianus) im Karpaltunnel des Handgelenkes hervorgerufen. Das
Karpaltunnelsyndrom ist die häufigste Enpasserkrankung.
Was ist ein Karpaltunnel?
Der Karpaltunnel oder Karpalkanal, lateinisch Canalis carpi, stellt
eine teils bindegewebige, teils knöcherne Verbindungsstraße zwischen
Unterarm und Hohlhand dar. Alle Sehnen der langen Fingerbeugemuskeln
bündeln sich im Karpaltunnel auf ihrem Weg vom Unterarm in die Hand.
Zusäztlich verläuft der Mittelhandnerv (Nervus medianus) durch diesen
Tunnel. Der Boden des Karpaltunnels wird von den Handwurzelknochen
gebildet. Das Dach des Karpaltunnels (Retinaculum flexorum) besteht aus
sehr straffen Bindegewebe. Dieses hält die Sehnen bei Bewegung des
Handgelenkes und der Finger im Kanal
Was macht der Mittelhandnerv (N. medianus)?
Der im Karpaltunnel verlaufende Mittelahndnerv versorgt auf der
Greifseite der Hand Daumen, Zeige- und Mittelfinger mit Gefühlsnerven.
In der Regel wird auch die Hälfte der Greifseite des Ringfingers vom
Mittelhandnerv versorgt. Auch Muskeln der Hand werden duch den Nerv
innerviert. Hier ist der überwiegende Teil der als Daumenballen
(Thenarregion) sichtbaren Muskulatur zu nennen.
Wie macht sich ein Karpaltunnelsyndrom bemerkbar?
Der Patient gibt häufig ein nächtliches Erwachen (Paraesthesia
nocturna) mit Schwellungsgefühl und Kribbeln (Parästhesie) der Hand
an.Im weiteren Verlauf kann ein Schwächegefühl und ein zunehmender
Verlust der Hautsensibilität - bishin zum totalen Gefühlsverlust
hinzukommen. Je nach Dauer stellt sich dann auch ein sichtbare
Verschmächtigung (Atrophie) der Daumenballenmuskulatur mit
entsprechenden Bewegungsstörungen ein.
Das folgende Bild zeigt eine solche Verschmächtigung der Daumenballenmuskulatur. Die Muskulatur wirkt wie "eingefallen".
Was sind die Ursachen für ein Karpaltunnelsyndrom?
Generell handelt es sich um ein Mißverhältnis zwischen
Raumangebot und Tunnelinhalt. Überwiegend ist ein Reizzustand des
Sehnengleitgewebes (Synovia) mit Volumenzunahme als Ursache
festzustellen.
Stoffwechselveränderungen und -erkrankungen können eine Volumenzunahme des Sehnengleitgewebes bewirken:
- Hormonveränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Diabetes mellitus
- Stoffwechselprodukte (Amyloidose) bei Nierenversagen und Dialyse
Neben diesen beispielhaft genannten durch den Stoffwechsel bedingten
Veränderungen mit Zunahme des Karpaltunnelinhaltes sind Veränderungen
des Karpaltunnels selbst zu nennen:
- in Fehlstellung verheilter Speichenbruch (Radiusfraktur)
- Arthrose des Handgelenkes
- Tumor
Wer bekommt ein Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom kommt bei Frauen häufiger als bei Männern
vor. Das Verhältnis ist etwa 70 zu 30. Außer bei Patienten, die an den
oben genannten Erkrankungen oder Verletzungsfolgen leiden, wird als
Ursache auch körperliche Belastung, z.B. im Beruf, angeführt. Ein
Kausalzusammenhang läßt sich aber nur in der seltesten Fällen
nachweisen.
Wie wird die Diagnose "Karpaltunnelsyndrom" gesichert?
Auch wenn die Untersuchung und die Angaben des Patienten meist zur
Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms führt, so sollte eine Untersuchung
durch den Nervenarzt (Neurologen) immer erfolgen. Durch elektrische
Reizung kann die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden. D.h. die
Ausbreitungsgeschwindigkeit der Nervenimpulse im Mittelhandnerv. Eine
Verlangsamung der Ausbreitungsgeschwindigkeit gegenüber Normwerten
sichtert die Diagnose des KTS. Wir unterscheiden die sensible und
motorische Nervenleitgeschwindigkeit.
Ich halte Röntgenaufnahmen des Handgelenkes in zwei Ebenen bei
gesichertem Karpaltunnelsyndrom zum Ausschluß knöcherner Veränderungen
für notwendig. Dagegen sind CT (Computertomografie) und MRT
(Magnetresonanztomografie) in der Regel überflüssig. Nur das MRT kann
im Einzelfall bei Tumorverdacht sinnvoll sein.
Muss ein Karpaltunnelsyndrom immer operiert werden?
Nein! Je nach Ausmaß und Dauer der Beschwerden können kurzfristige
Ruhigstellung und entzündungshemmende Medikamente erfolgreich sein.
Auch die Gabe von Vitamin B ist in manchen Fällen sinnvoll.
Eine Linderung der nächtlichen Schlafstörung ist auch durch eine Nachtlagerungsschiene, die das Handgelenk ruhigstellt möglich.
Die Erfahrung zeigt auch, dass in der Schwangerschaft auftretende Karpaltunnelsyndrome häufig vollständig zurückgehen.
Erst wenn diese konservativen Massnahmen nicht zum dauerhaften
Erfolg führen, sollte eine Operation bei leichten Nervenstörungen
erwogen werden.
Bei dauerhaftem Gefühlsverlsut, ständigem Kribbeln und bei Muskelschwund ist eine Operation in der Regel notwendig.
Wie wird die Operation eines Karpaltunnelsyndroms durchgeführt?
Das Prinzip ist die Erweiterung des Karpaltunnels durch Spaltung des Karpaltunneldaches. Es gibt zwei mögliche Wege:
- Die offene Operation mit Durchtrennung der Haut über dem Karpaltunneldach.
- Die geschlossene (endoskopische) Durchtrennung mit Zugang im Bereich der Handgelenksbeugefalte und Einsatz einer Kamera.
Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Der endoskopischen Methode
wird eine schnellere Beschwerdefreiheit nach der Operation
nachgesagt. Die geringere Übersicht während der Operation bedingte ein
höheres Risiko für ungewollte Vereltzungen der im Karpalkanal liegenden
Strukturen (Nerven und Sehnen).
Auch in der geübten Hand hat die endoskopische Methode eine höhere Komplikationsrate als das offene Verfahren.
Das offene Verfahren sollte in jedem Fall durchgeführt werden bei:
- Wucherungen des Sehnengleitgewebes, da diese dann entfernt werden können
- Erneutem Auftreten eines Karpaltunnelsyndroms (Rezidiv)
- Voroperationen
- In Fehlstellung verheitlen Speichenbrüchen
- Bewegungseinschränkung des Handgelenkes
- Tumoren
Die meisten Karpaltunneloperationen können ambulant durchgeführt
werden. Empfohlen wird eine stationäre Behandlung bei Tumorverdacht,
Wucherungen des Sehnengleitgewebes mit der Notwendigkeit der kompletten
Entfernung, Wiedererkrankungen (Rezidiv) sowie bei Komplikationen.